
Nachdem sich das alljährliche Sommerloch und die damit verbundene Erholung für gestresste Redakteure 2012 partout nicht einstellen wollte, scheint sich die Branche nach der gamescom in der vergangenen Woche doch ein wenig erholen zu wollen.
Die Folge: Wirklich weltbewegende Meldungen sind aktuell – so leid es uns tut – Mangelware. Aber als gewiefter Journalist in der Spiele-Branche weiß man sich in solchen Fällen natürlich zu helfen. Kurzerhand werden etwas ältere Meldungen aufgegriffen, neu verwurstet und den Lesern als große Neuigkeit verkauft. Das heutige Opfer: “Call of Duty: Black Ops 2″.
So wird aktuell die Meldung in Umlauf gebracht, dass sich Treyarch-Oberhaupt Mark Lamia im Rahmen der diesjährigen gamescom über den Zombie-Modus ausließ und versprochen haben soll, dass dieser deutlich umfangreicher und anspruchsvoller ausfällt, als es noch beim Vorgänger der Fall war. Dabei bezieht man sich auf einen Eintrag im entsprechenden Wiki bei den Kollegen von IGN, das ihr unter dem folgenden Direkt-Link findet.
Es wäre sicherlich vermessen zu sagen, dass diese Meldung ähnlich viel Staub angesetzt hat wie die Untoten aus dem besagten Spiel-Modus. Mit ein wenig Scrollen hätte man jedoch herausfinden können, dass einige der Details bereits seit über zwei bis drei Monaten im besagten Eintrag zu finden sind – darunter auch die heute zitierte Aussage Lamias.
Hinzukommt die Tatsache, dass die besagten Äußerungen, die man uns als gamescom-Interview verkaufen möchte, bereits am 1. Mai und somit Wochen vor der diesjährigen E3 den Weg in die Weiten des Webs fanden. Das entsprechende Video findet ihr unterhalb dieser Meldung.
Somit stellt sich uns abschließend die Frage, was eigentlich aus der oft zitierten journalistischen Sorgfaltspflicht geworden ist. Schließlich hätte man sich diese Falschmeldung mit ein wenig Recherche – in unserem Fall zwei bis drei Minuten – schenken können.
Aber zumindest Google scheint sich auch in diesen Tagen über “neues” Futter zu freuen. Und wie heißt es so schön? Jeden Tag eine gute Tat. Vielleicht war ja auch das der treibende Gedanke hinter allem. Schließlich würden wir niemandem etwas unterstellen wollen.













Na das nenn ich doch mal investigativen Journalismus!