13.02.2013 11:59 Uhr

Cliff Bleszinski: Horror funktioniert nicht bei Vollpreisspielen

Laut Cliff Bleszinski ist Horror eine Sache, die nicht bzw. nicht mehr mit Vollpreisspielen funktioniert. Erst wenn der Vertrieb von Spielen komplett digital erfolgt, werden diese zurückkehren.

Nachdem Titel wie "Dead Space 3" und "Resident Evil 6" den Horror der vorherigen Spiele hinter sich ließen, betonte Cliff Bleszinski in einem aktuellen Interview, dass es in absehbarer Zeit keine gruseligen Vollpreisspiele mehr geben wird. Laut seiner Ansicht funktioniert dieses Geschäftsmodell nicht mehr.

"Auf dem 60 Dollar-Disk-Markt funktioniert Horror nicht. Es ist eine ultimative 'Miet-Kampagne', die für zwei Tage gespielt und dann weiterverkauft wird. Ich denke, Electronic Arts weiß das", so Bleszinski über die Actionausrichtung von "Dead Space 3". Gleichzeitig glaubt er, dass der Horror zurückkommen wird, sobald der Vertrieb von Spielen komplett auf ein digitales Modell umgestellt wurde.

Im weiteren Verlauf des Interviews ging Bleszinski auf die Tatsache ein, dass es bei der Entwicklung nicht ganz einfach ist, eine Schrecksekunde zu erzielen. Und noch schwerer ist es, die Spieler immer wieder zu erschrecken.

"Horror ist schwierig - und die Spannung aufrecht zu erhalten, ist noch schwieriger", so Bleszinski weiter. "Es benötigt ein gutes Händchen des Directors. Ein Schubs in diese Richtung und es wirkt komödiantisch. Und wenn es zu weit in die andere Richtung geht, ist es vielleicht nicht mehr beängstigend. Und alles wird noch dadurch verschärft, dass eine Schrecksekunde so etwas wie ein Versuch ist, sich selbst zu kitzeln. Du denkst, es ist beängstigend, aber du bist dir nie sicher, bis es einer testet, der es noch nie gesehen hat."

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  1. Der Punkt ist MEINER MEINUNG, dass es mittlerweile sehr viele Spiele gibt die die Mehrheit der Spieler sozusagen “verweichlichen”.

    Die meisten Spieler heute sind es gewohnt immer genug Munition dabei zu haben, immer in Schlauchlevel unterwegs zu sein wo keine Orientierung gebraucht wird und vor äußerst einfachen Rätsel und Puzzle Einlagen gestellt zu werden. Dazu kommt noch, dass sehr oft Friendly Fire aus ist, die Gesundheit sich von selbst regeneriert und die KI die sich beinahe wehrlos Moorhuhnartig abschlachten lassen.

    Da die meisten Action und Horror Spiele Shooter sind, passen die oben genannten punkte technisch gesehen in diese Spiele. Wenn also jemand mehr Action Shooter gespielt hat, kann es durchaus vorkommen, dass dieser Spieler sich einfach daran gewöhnt hat dauernd an die Hand genommen zu werden und sich wie ein Badass zu fühlen, weil er lauter Level/Rank Ups erhält.

    Da Horror aber mit diesen Elementen nicht funktioniert schreckt es solche Spieler ab, weil es plötzlich schwer ist und man sich konzentrieren muss um an das Ziel zu gelangen.

    Also denken sich die Publisher mehr Action = mehr Käufer.
    Würden aber die Publisher weiterhin echten Horror herausbringen und die Action Flut dämpfen, wären mehr Spieler daran interessiert wirkliche Horror Spiele zu kaufen.

    Jedoch wurde es mittlerweile so weit getrieben, dass kein Publisher diesen Weg wieder einschlagen wird.

  2. Totaler Bullshit in meinen Augen. Ein gutes Spiel im Stile eines Resident Evil 1 oder 2 würde sich imo auch heute noch gut verkaufen. Ich würde mir RE 2 sogar nochmal zum Vollpreis kaufen wenn sie’s überarbeitet auf aktuellen oder kommenden Konsolen neu auflegen würden.

    • the magic muffin

      Es würde sich sicherlich gut verkaufen aber nicht gut genug.
      Aktuelle Spiele erfordern ein höheres Bugdget als beispielweise Resident Evil 1/2 damals, deswegen benötigt man auch ein paar Millionen mehr verkaufte Exemplare. Das kriegt man wiederum nur noch, indem man die Zielgruppe erweitert, da reichen die puren Horror Fans leider nicht mehr aus.
      => Horror Spiele mit vergleichsweise niedrigen Kosten von unabhängigen Entwicklern ( = Indie ) können Horror bleiben, größere Projekte wie z.B. Dead Space 3 erfordern Shooterelemente, damit sich auch reine Shooterfans angesprochen fühlen.

      Das ist natürlich alles nicht schön aber je weiter wir uns im Bereich Grafik, Tonqualität usw. entwickeln, desto mehr wird es kosten, diese großen Spiele zu entwickeln und deswegen wird es bald keine puren AAA Horror Spiele wie früher geben.
      Zum Glück sind da aber noch die Indies, die Spiele wie Amnesia entwickeln können, da sie keine 4 Millionen verkaufte Einheiten benötigen, ohne gleich Insolvenz anzumelden.

  3. Ich bin überzeugt, dass der Horror wieder zurückkehren wird. allerdings glaub ich nicht, dass das in absehbarer Zeit passieren wird. Zur Zeit ist einfach wieder das Action Genre voll im Trend bei Spielen als auch bei Filmen. Dieser Trend schwächt aber meiner Meinung nach schon spürbar etwas ab. Nach einer gewissen Zeit, glaub ich, wollen dann die Leute wieder was anderes haben und dann wird ein anderes Genre das erfolgreichste sein und man wird es so lang ausquetschen bis kein Interesse mehr daran besteht,
    Irgendwie ist das ja ein ewiger Kreislauf. Damals war Action das A und O bei Film und Spiel, dann war Jump ´N Run am beliebtesten, dann hat der Horror den Markt regiert, jetzt kam Action wieder voll zurück usw.
    Und so, glaub ich, wird es früher oder später auch wieder ein Horror “Zeitalter” geben.

  4. Nur zur Klarstellung: das “Bullshit” bezieht sich auf den Artikel bzw. die Meinung aus den Interview und NICHT auf den Beitrag über meinem ;-)

  5. Ich denke auch das der Horror zurück kommen wird. Aber er wird anders sein als früher ein Resi 1/2 oder die ersten 3 SH Teile. Beide Reihen hatten Anfangs etwas noch nie dagewesenes. Das ist heute nicht mehr der Fall. Vieles kennt man. Jetzt müssen die Entwickler neue Wege des Horrors bestreiten. Mal sehen ob es klappt. Ich hoffe es sehr denn Spiele wie SH 2 spielt man heute immernoch gerne wohingegen andere nach dem ersten durchspielen bei mir im Regal versauern und nie wieder angerührt werden.

  6. Nur das der letzte Vollpreis Horrortittel den es gab (Dead Space 1) sogar ziemlich gut lief…
    Aber so ist nunmal die amerikanische Version von Yerli immer nur Mist von sich geben.

    • the magic muffin

      Dead Space 1 wurde 2 Millionen mal verkauft, das war 2008 noch recht gut.
      Das reicht aber nicht mehr, da die Entwicklungskosten für ein derartiges Spiel gestiegen sind.

      Ich finde es immer wieder lustig, wie hier volkommen berechtigte Kommentare von Entwicklern als Mist dargestellt werden. Ihr habt oft keine Ahnung von der Spieleindustrie und lest manchmal nicht einmal den Artikel durch, trotzdem wisst ihr alles besser als Leute, die ihr Geld mit Spielen verdienen.
      Ich sage nicht, dass ich es besser wüsste, ich stampfe aber nicht gleich jedes Wort von Leuten wie Cliff Bleszinski oder Cevat Yerli in den Boden, weil sie ihre Sicht der Dinge erklären.

      • Es wurde über 3,6 Mio mal verkauft und sofern man nich zu viel Geld mit unnötigen Gimmicks wie Multiplayer und co verschwendet reicht das auch heute noch vollkommen um Gewinne damit zu machen.

  7. “Auf dem 60 Dollar-Disk-Markt funktioniert Horror nicht. Es ist eine ultimative ‘Miet-Kampagne’, die für zwei Tage gespielt und dann weiterverkauft wird. Ich denke, Electronic Arts weiß das”

    Ein paar Tage vor Vorstellung der PS4 versuchen und EA und der Typ in Sachen Gebrauchtspielmarkt weich zu kochen. Es bleibt spannend.

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