PlayStation Vita: Sony muss wegen irreführender Werbung US-Kunden entschädigen

PlayStation Vita: Sony muss wegen irreführender Werbung US-Kunden entschädigen

Erneut muss Sony finanzielle Verluste verkraften. Aufgrund irreführender Werbung für die PlayStation Vita muss das Unternehmen viele US-Kunden des Handhelds entschädigen.

Sony hat es derzeit nicht leicht. Der angeschlagene Konzern kann trotz guter PlayStation 4-Verkäufe keine zählbaren Erfolge vorweisen und sich aus den roten Zahlen retten. Und aktuell bereitet auch die PlayStation Vita den Japanern Kopfzerbrechen. Wie die Federal Trade Commission bekanntgab, muss Sony wegen irreführender Werbung seine US-Kunden entschädigen.

Im Detail geht es der FTC um Werbespots, mit der Sony die PlayStation Vita in den USA bewarb. Die fraglichen Spots liefen Ende 2011 und Anfang 2012, also zum Launch der PlayStation Vita in den Staaten. In diesen Werbeanzeigen bewarb das Unternehmen die Remote Play-, Cross Plattform- und Cross Play-Features des Handhelds.

Als Teil der Einigung, die Sony of America und die FTC erreichten, wird es Sony verboten, künftig erneut auf ähnliche irreführende Weise seine Produkte zu bewerben. Zudem müssen die betroffenen Nutzer, die ihre PlayStation Vita in den USA vor dem 1. Juni 2012 gekauft haben, mit 25 Dollar in Bar oder Merchandise-Gutscheinen für PlayStation-Spiele oder Services im Wert von 50 Dollar entschädigt werden. Wieviele Kunden von dieser Entschädigung betroffen sind, wurde nicht bekanntgegeben.

Die FTC will mit dieser Einigung vor allem ein Zeichen setzen. Es solle den Unternehmen vor Augen geführt werden, dass sie für die Behauptungen in ihrer Werbung auch einstehen müssen. "Da wir die größte Shopping-Periode im Jahr erreichen, müssen die Unternehmen daran erinnert werden, dass wenn sie Produktversprechen tätigen – wie Sony es mit den spielverändernden Features der PlayStation Vita getan hat – dann müssen sie diese auch liefern", so FTC Director of Consumer Protection Jessica Rich in einem Statement. "Die FTC wird nicht zögern, im Namen der Konsumenten zu handeln, wenn Unternehmen oder Werbetreibende falsche Produktangaben machen."

Laut der Beschwerde der Federal Trade Commission warb Sony damit, die PlayStation Vita würde das "mobile Gaming revolutionieren", indem es den Nutzern erlaubt wird, ihre PlayStation 3-Spiele via Remote Play zu genießen und die Cross Buy- und Cross Save-Features zu nutzen. Diese Behauptungen seien jedoch irreführend, so die FTC.

"Sony behauptete beispielsweise, dass die PlayStation Vita-Spieler jedes PS3-Spiel zu jeder Zeit pausieren könnten und das Spiel auf ihrer Vita von diesem Moment an weiter spielen können", so die Begründung. "Dieses Feature war jedoch nur für ein paar PS3-Spiele verfügbar und die Pause- und Speichern-Funktion, die in der Werbung beschrieben wurde, variierte von Spiel zu Spiel."

"Zum Beispiel konnten die Konsumenten in MLB 12: The Show das Spiel nur auf die PlayStation Vita speichern, wenn sie das komplette 9 Innings lange Spiel auf ihrer PS3 abgeschlossen hatten", so die FTC weiter. "Zusätzlich hat es Sony versäumt, die Konsumenten darüber zu informieren, dass sie um diese Funktionen nutzen zu können, zwei Kopien von ein und demselben Spiel kaufen mussten – eine für die PS3 und eine für die PS Vita."

Dies seien jedoch noch nicht alle Fehler, die Sony in der PlayStation Vita-Werbung gemacht hat. So sei durch die Werbung ebenfalls suggeriert worden, dass Besitzer einer 3G-Vita über das Netzwerk an Online Multiplayer-Sitzungen teilnehmen können. Und dies sei nicht wahr. Die Nutzer seien auch nicht über das Ausmaß der Remote Play-Unterstützung für PS3-Spiele aufgeklärt worden.

"Sony führte die Konsumenten auch in die Irre, indem sie fälschlicherweise behaupteten, dass PlayStation Vita-Nutzer aus der Ferne das populäre PS3-Spiel Killzone 3 auf der PS Vita spielen könnten. Tatsächlich hat Sony niemals das Remote Play für Killzone 3 freigeschaltet und wenn überhaupt sind nur sehr wenige PS3-Spiele von ähnlicher Größe und Komplexität über die PlayStation Vita aus der Ferne spielbar."

Den Schaden hat Sony jedoch nicht alleine. Die FTC hat auch gegen die Werbeagentur hinter der Kampagne eine Beschwerde eingelegt. Verantwortlich war die Firma Deutsch LA, die laut der FTC ebenfalls eine Mitschuld an der Irreführung der Konsumenten trägt. Eine Stellungnahme seitens Sony bleibt bislang aus.

Im vergangenen Jahr warb Sony erneut mit den Remote Play-Features der PlayStation Vita. In diesem Fall um die schwächelnde Handheld-Konsole mit ein wenig Hilfe der neu veröffentlichten PlayStation 4 zu besseren Verkaufszahlen zu verhelfen. Auch in diesem Fall wurde unter anderem "Killzone: Shadow Fall" für die Werbekampagne ins Boot geholt.

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