Monster Hunter 4 Ultimate im Test: Unser Review zu Capcoms Monster-Jagd

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Monster Hunter 4 Ultimate im Test: Unser Review zu Capcoms Monster-Jagd
3DS

Wir haben uns wochenlang ins Abenteuer gestürzt und unzählige Monster erlegt. Nun ist es Zeit für eine Pause, in der wir unsere Erlebnisse mit "Monster Hunter 4 Ultimate" Revue-passieren lassen.

Nachdem japanische Spieler bereits seit September 2014 "Monster Hunter 4" spielen dürfen, können wir uns nun mit "Monster Hunter 4 Ultimate" ebenfalls auf dem 3DS in ein neues Abenteuer stürzen. Mit unserem selbst erstellten Helden machen wir uns auf, Großes zu erleben und zu erlegen. Eine große wie großartige Reise wartet auf uns.

"Monster Hunter 4 Ultimate" oder "Das Monster Hunter, das ihr verdient" – So scheint das Motto des neuesten Monster Hunter Ablegers zu lauten. Die Serie ist für vieles bekannt: Für großartige und lange andauernde Kämpfe gegen gigantische Bestien, für endlos scheinende Sammlungen an Inventar-Gegenständen und mit Sicherheit auch für einen eigenwilligen Humor. Die Monster Hunter Serie ist aber auch dafür bekannt, dass sie nicht besonders Einsteiger-freundlich ist.

Zu Beginn eines jeden Spiels warten zwar haufenweise Texte, die gelesen werden wollen, doch wer sich nicht ausgiebig mit den Spielen beschäftigt, fühlt sich schnell verlassen auf weiter Flur. "Monster Hunter 4 Ultimate" soll dies nun ändern und nimmt Neulinge behutsam an die Hand. Wie das gelingt und was sonst noch auf euch wartet, erfahrt ihr hier.

Aller Anfang ist schwer?

Bereits zu Beginn von "Monster Hunter 4 Ultimate" findet ihr euch auf einem großen Schiff, das majestätisch über Sanddünen gleitet. Schnell überschlagen sich die Ereignisse und ihr seht euch mit einem großen Ungeheuer konfrontiert, das euch direkt ein paar Neuerungen vermittelt. So ist es ein wichtiger neuer Bestandteil von Kämpfen, dass ihr euch an eurem Untergrund festhalten könnt. Innerhalb kürzester Zeit werden euch zwei Dinge klar: "Wie steuere ich meinen Jäger" und "Alter Lachs, sieht das gut aus!!!" Auf letztern Punkt wollen wir später zurückkommen.

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Sobald ihr in der ersten Niederlassung der Karawane, zu der ihr fortan angehört, angekommen seid, trefft ihr alle wichtigen Personen. Diese weisen euch in einem gemütlichen Tempo in sämtliche Spielmechaniken ein. Auch wenn die Auswahl der Waffen anfangs sehr erschlagend wirkt, bekommt ihr durch die Tutorial-Quests schnell einen guten Überblick und vor allem ein Gefühl dafür, welche der Waffen am ehesten eurem Stil entspricht. Spätestens jetzt wird jedem Neuling klar, worum es in Monster Hunter geht. Diese Form der Einführung gabe es zwar bereits in ähnlicher Form, doch ist sie nun tiefgreifender als je zuvor. Somit gibt sie auch interessierten Neulingen die Möglichkeit, sich auf das große Abenteuer Monster Hunter einzulassen.

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Auch die folgenden Quests führen euch nach und nach in sämtliche Spielmechaniken ein, wobei alten Hasen bereits hier viele Neuerungen auffallen. Gerade die neue Bewegungsfreiheit ist vielen eine willkommene Verbesserungen. Kleinere Unebenheiten im Terrain werden automatisch erklommen und große Klippen können bequem empor geklettert werden. Sprünge von Klippen könnt ihr nun mit Angriffen kombinieren, was euch deutlich heftigere Schläge ausüben lässt. Darüber hinaus könnt ihr, auf den Rücken der Monster springen und diese einem Rodeo-Ritt gleich von oben bearbeiten. Ebenfalls eine neue Mechanik, die dem Spiel auch inhaltlich mehr Auftrieb gibt. Die Karten gehen nun auch mehr in die Vertikale, was die ohnehin schon beeindruckenden Welten noch großräumiger wirken lässt.

Eine große Welt

Die einzelnen Abschnitte der Welten sind nun auch sinnvoller und homogener miteinander verbunden, so dass ihr zu jeder Zeit eine Idee habt, was sich hinter der nächsten Abschnitts-Trennung befindet. Neben klassischen Gegnern, wie den Wyvern, erwarten euch neue Gegner-Arten. Diese sind sowohl optisch als auch von ihrem Verhalten her bemerkenswert. Wie ihr nutzen sie mehrere Ebenen des Raums, so dass ihr stark auf die Justierung eurer Kamera angewiesen seid. Und genau hier kommt der New 3DS beziehungsweise der New 3DS XL ins Spiel. Diese neuen 3DS-Modelle verfügen über den C-Stick, der euch die volle Kontrolle über die Kamera gibt. Was am Anfang noch etwas gewöhnungsbedürftig ist, geht schon bald in Fleisch und Blut über.

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"Monster Hunter 4 Ultimate" ist eines dieser Spiele, das man zu Beginn unterschätzt. Besonders, wenn man bisher keine Erfahrungen mit der Serie gesammelt hat, wird einen das Ausmaß der bevorstehenden Reise nicht direkt klar. Das Spiel gibt sich auch nicht gerade offen, was die Präsentation des Umfangs angeht. Ebenso gemächlich wie die meisten Kämpfe gegen große Gegner, entfaltet sich die Spielwelt nach und nach. Dabei ist der Verlauf der Geschichte und die damit neu hinzu kommenden Aufgaben gut begründet und zu jeder Zeit verständlich. Natürlich darf hier auch der Serien-typische Humor nicht zu kurz kommen.

Der Spaß im Detail

Diesen findet ihr besonders, wenn ihr euch mit den Katzen beschäftigt. Diese findet ihr an jeder Ecke in den weiten Landen und ihr werdet schon bald feststellen, dass es deutlich mehr Katzen-Wortspiele gibt, als ihr für möglich gehalten hättet. Um euch im Kampf nicht alleine zu fühlen, könnt ihr euch bis zu zwei pelzige Helfer dazu holen, die ihr so wie euch selbst in eine Rüstung packen und mit Waffen ausstatten könnt.

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Solltet ihr doch Wert auf menschliche Kumpanen legen, so dürft ihr euch auch hier über Neuerungen freuen. Erstmals ist es nun auch möglich über das Internet mit dem 3DS auf Monsterjagd zu gehen. Bis zu drei Freunde können euch im Kampf sowohl im lokalen Mehrspieler-Modus als auch online begleiten. Das funktioniert tadellos und bringt auch denjenigen unter euch in den Genuss gemeinsamer Kämpfe, die nicht Freunde, die ebenfalls Jagd-lustig sind, in der Nähe haben. Leider gibt es nach wie vor keine Lösung für eine Sprach-Kommunikation via 3DS, so dass ihr euch lokal besser absprechen könnt.

Eine Kampfansage

Doch wie tötet man so ein riesiges Monster am Besten? Natürlich nach wie vor in langen Kämpfen, in denen ihr Bewegungsmuster analysiert, Pausen einlegt um eure Ausrüstung zu pflegen und eure Energie zu erneuern und immer und immer wieder auf den Gegner einschlagt. Doch auf das passende Werkzeug ist wichtig. Hier spielen zwei Faktoren eine große Rolle. Zum einen ist es wichtig, dass ihr mit der Waffe eurer Wahl umgehen könnt. Zum anderen ist nicht jedes Monster mit jeder Waffe gleich gut zu bekämpfen. Ein fliegendes Ungeheuer ist womöglich leichter mit Fernkampfwaffen zu besiegen, während ein träges Monster auch eine schwer-fällige Waffe zulässt. Eine Waffe, die beide Bedürfnisse gleichermaßen befriedigt, ist die neue Insekten-Gleve.

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Dieses macht euch wunderbar mobil, da es ein geringes Gewicht hat. Mit Hilfe des langen Stabs könnt ihr einem Stabhochsprung gleich schnell nach vorne schnellen und gezielte Schläge platzieren. Bei manchen Monstern gelingt euch sogar ein Sprung auf den Rücken des Tiers. Aus der Ferne könnt ihr das Kinsekt (ein Insekt, das Teil der Insekten-Gleve ist) auf das Monster loslassen und diesem Energien entreißen. Dabei entscheidet die getroffene Stelle über die Art des Boosters, die ihr anschließend bekommt. Ihr werdet schneller, stärker und robuster. Diese Effekte lassen sich kombinieren und steigern. Solltet ihr also über die letzten Monster Hunter Teile etwas Langeweile im Repertoire haben, bekommt euer Arsenal nun frischen Wind.

Im Auge des Betrachters

Doch was wäre eine fröhliche und ausgiebige Monster-Jagd ohne die passende Optik. Hier hat sich Capcom wieder einmal ins Zeug gelegt und holt das letzte aus Nintendos Handheld heraus. Besonders auf den neuen 3DS-Modellen erwartet euch ein sagenhaftes Bild in 3D, das nur selten doppelte Bilder erzeugt. Sollten eure Augen müde werden, könnt ihr auch ohne 3D-Effekt auf schöne und weiträumige Szenarien freuen, doch wirken diese deutlich imposanter, wenn ihr sie in 3D betrachtet.

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Eine Vertonung der Charaktere ist nicht mit von der Partie, was vermutlich auf Grund der begrenzten Speichergröße auch nicht möglich gewesen wäre. Dafür ist der Rest der akustischen Kulisse bestens gelungen. Sowohl die musikalische Untermalung als auch die Geräusche in der Natur bilden eine stimmige Atmosphäre, die euch tiefer in die traumhaften Landschaften zieht. Wenn es dann ganz ruhig ist und sich im nächsten Moment ein gigantischer Velocidrome durch seine Schreie ankündigt, ist es nur ein kleiner Schritt bis zur Gänsehaut. Für diese sorgt dann letztendlich das Orchester, das den bevorstehenden Kampf einläutet.

Kritik?

Möchte man "Monster Hunter 4 Ultimate" etwas vorwerfen, muss man schon etwas suchen. Nach etlichen neuen Teilen ist die Serie doch leicht von Staub bedeckt. Zwar hat sie nichts von ihrem Glanz und ihrer Faszination verloren, doch bieten uns neue Techniken mittlerweile mehr Spielraum, als wir ihn in "Monster Hunter 4 Ultimate" vorfinden. Das ist allerdings keine Kritik am Spiel, sondern vielmehr ein Wunsch für die Zukunft. Es wird Zeit für die Serie auf den großen Bildschirm zu kommen und von der Technik Gebrauch zu machen, von der andere Spiele bereits profitieren. Ja, "Monster Hunter 4 Ultimate" ist einer der besten Teile der Monster Hunter Serie, doch gerade weil es so gut ist, wächst der Wunsch nach einer waschechten Next-Gen-Erfahrung.

Die Abrechnung

Pro

  • Bisher Einsteiger-freundlichster Teil der Serie
  • Gewohnt großer Umfang, der über 100 Stunden Unterhaltung liefert
  • Neue Monster mit außergewöhnlichem Verhalten
  • Online-Mehrspieler-Modus
  • Mehr Bewegungsfreiheit

Contra

  • Kein Voice-Chat in Online-Mehrspieler-Modus
  • Zeit für eine echte Next-Gen-Erfahrung

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Fazit

"Monster Hunter 4 Ultimate" ist eine großartige Einladung. All diejenigen, die sich als eingefleischte Fans betrachten, werden mit tollen Neuerungen empfangen und auf ein episches Abenteuer geschickt. Neulinge bekommen eine angemessene Einführung und können sich auf etliche Stunden bester Unterhaltung freuen. Im Grunde eignet sich das Konzept von Monster Hunter bestens für den 3DS, da ihr zu jeder Zeit eine Pause einlegen könnt, indem ihr den Bildschirm schließt. Doch auch wenn ihr Unterbrechungen an sinnvollen Stellen machen wollt, bekommt ihr dazu reichlich Gelegenheit. Die einzelnen Quests haben eine ideale Länge und können so das Bedürfnis nach einer kurzen Runde sowie längeren Spiel-Sessions erfüllen.

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