Ori and the Blind Forest im Test: Unser Review-Video zum Plattform-Adventure

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Ori and the Blind Forest im Test: Unser Review-Video zum Plattform-Adventure

Vier Jahre lang arbeitete Moon Studios an "Ori and the Blind Forest". Microsoft erkannte früh dessen Potential und bot sich bereits ein Jahr nach Beginn der Entwicklung als Publisher an. Nun könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen, ob es sich für Microsoft gelohnt hat, die Rechte zu erwerben.

Bereits kurz nach Beginn der Geschichte wird klar, dass "Ori and the Blind Forest" auf starke Emotionen setzt. Dabei spielt Liebe eine große und übergeordnete Rolle. Doch auch Trauer, Hoffnung und Melancholie gehören zum Repertoire des außergewöhnlichen Plattformers. Ihr schlüpft in das titelgebende Wesen Ori. Dieses ist klein, agil und verfügt über eine katzenähnliche Anmut.

Ori wird von einem Licht begleitet, das ihm hilft, den Wald wieder zum Leuchten zu bringen und die Dunkelheit zu vertreiben. Das ist allerdings kein leichtes Unterfangen, denn mit der Dunkelheit kamen auch finstere Monster in den Wald. Im Kampf gegen diese macht sich Ori zu magischen Orten auf, denen das Licht geraubt wurde. Dabei begegnen ihm andere Wesen des Waldes, die eigene Motive verfolgen.

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Die Geschichte erinnert an Indianer-Sagen. Dies wird auch durch den Erzähler unterstützt, der in einer unbekannten Sprache Hintergrundinformationen liefert. Dennoch hat die Handlung ihren eigenen Charme und scheint in keine historische Schublade zu passen. Das verstärkt die Faszination um Ori und seinen beschwerlichen Weg.

Präsentation

Selbst nach Betrachten diverser Bilder und Videos zum Spiel bekommt man nur ungefähr eine Ahnung, was einen erwartet. Erst wenn man "Ori and the Blind Forest" selbst spielt, wird einem klar, wie fantastisch es aussieht. Dabei ist es nicht nur die Technik, der das zu verdanken ist. Dank der Unity 5 Engine ist alles scharf und flüssig und die Farben sind wunderbar kräftig. Doch es ist das Design, das euch in seinen Bann zieht. Die Spielwelt wirkt lebendig und vielschichtig. Jede Szene besteht aus mehreren Ebenen, die euch das Gefühl von Tiefe im Raum vermitteln. Und hier haben sich die Entwickler besonders viel Mühe gegeben. Kein Element wurde kopiert und wiederverwendet. Jedes noch so kleine Detail wurde neu entworfen. Eine Aufwand, der bei der Größe dieser Spielwelt, schon bemerkenswert ist.

Ori and the Blind Forest - Bild 9

Ori selbst wirkt, ähnlich wie die Spielfiguren in "Rayman Legends", in die Welt gezeichnet. Seine Bewegungen sind sehr geschmeidig und bleiben dabei immer scharf. Hinzu kommen schöne Partikel- und Lichteffekte. Diese fügen sich nahtlos in das Geschehen ein. Wenn es gerade nicht die malerischen Landschaften sind, dann lädt die Musik zum träumen ein. Ein asiatischer Hauch und eingängie Melodien fassen akustisch zusammen, was sich dem Auge darbietet. Auch die Stimme des Erzählers passt sich perfekt ein und unterstützt die mystische Atmosphäre. Zum Zeitpunkt des Tests gab es übrigens in den Zwischensequenzen hin und wieder einen Ruckler. Dies wurde möglicherweise durch den zum Release veröffentlichten Patch behoben.

Gameplay

"Ori and the Blind Forest" ordnet sich im Genre 2D-Plattformer ein. Genauer gesagt in die Kategorie "Metroidvania". Das bedeutet, dass ihr euch durch eine riesige Karte bewegt und zunehmend Kräfte erhaltet, durch die ihr weitere Teile der Karte erreichen könnt. Manche Türen benötigen eine Explosion, manche eine Stampfattacke, andere widerum die Fähigkeit, Feinde und Geschosse wegzustoßen.

Das Bewegungsrepertoire von Ori ist vielseitig und sehr einfallsreich. Sowohl die Idee, Feinde nicht direkt zu bekämpfen als auch die Stoß-Attacke fühlen sich frisch an, gehen aber direkt in Fleisch und Blut über. Ori hat noch weitere Innovationen im Gepäck. Habt ihr genügend Energiezellen, könnt ihr so gut wie überall einen Speicherpunkt errichten, so dass ihr nach dem Tod dort von vorne beginnen könnt. Die Kehrseite der Medaillie: Solltet ihr sterben, verliert ihr wirklich den gesamten Fortschritt seit dem letzten Speicherpunkt. Gerade bei größeren Strecken kann das sehr ägerlich sein. Wie auch die verschiedenen Fortbewegungsmöglichkeiten wird auch diese Mechanik schnell zur Routine.

Ori and the Blind Forest - Bild 5

Die Spielwelt hingegen ist alles andere als routiniert. Anstatt euch zu jeder Zeit bei der Hand zu nehmen und den exakten Weg vorzugeben, gibt euch "Ori and the Blind Forest" eine Menge Freiheiten. Wege sind nicht immer offensichtlich und wirken nur selten so, als wären sie beabsichtigt. Es ist schön zu sehen, dass hier teilweise in die Jahre gekommene Angewohnheiten beiseite gelassen werden und an den Entdeckerdrang des Spielers apellieren. Dabei entsteht pure Spielfreude, denn technisch gibt es rein gar nichts auszusetzen. Geht etwas schief, ist das in jedem Fall auf die eigene Unfähigkeit zurückzuführen. Wo wir auch schon beim Thema wären: Es wird eine Menge schief gehen! "Ori and the Blind Forest" hält sich mit Toden und Frustmomenten nicht zurück. Diese sind jedoch genau richtig dosiert. Auf diese Weise wird euch oft genug ein Erfolgserlebnis zu teil, so dass sich die Strapazen lohnen.

Spieler, die schnell von kniffligen Sprungpassagen genervt sind, sollten hier vermutlich direkt ein paar Controller extra bestellen… und möglicherweise auch gleich einen neuen Fernseher. Damit ihr eure Chancen im Verlauf des Spiels verbessern könnt, sammelt Ori von seinen Gegnern Geister ein, die wiederum zu Fähigkeitspunkten führen. Durch diese werden vorhandene Kräfte verbessert und neue Fähigkeiten wie das Atmen unter Wasser freigeschaltet. Selbst wenn die Wege hin und wieder etwas länger sind, wird "Ori and the Blind Forest" nie langweilig. Ganz im Gegenteil. Von der ersten bis zur letzten Sekunde liefert das Gameplay motivierende Unterhaltung.

Umfang

Ohne die Spielzeit zu messen, ist es schwierig, zu sagen, wie lange man gebraucht hat. Für den ersten Durchlauf kann man sagen, dass sich die Spielzeit um die 10 Stunden bewegt. Das hängt allerdings davon ab, wie viel ihr auf eurem Weg einsammelt und ob ihr die besonders knackigen Passagen direkt meistert. Da hier teilweise längere Abschnitte ohne Speichermöglichkeit auf euch warten, kann das schon mal etwas länger dauern.

Ori and the Blind Forest - Bild 7

Einen Wiederspielwert erhaltet ihr nur anhand der Erfolge. Diese haben es jedoch in sich. So gibt es einen Erfolg, der von euch verlangt, das Spiel ohne Tode zu meistern. Besonders die erwähnten Abschnitte, in denen ihr schnell flieht, können euch dabei schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

Leider könnt ihr am Ende des Spiels nicht mehr durch die Spielwelt, um verpasste Gegenstände zu suchen. Der Spielstand, der das Ende erreicht hat, kann nicht erneut gestartet werden. Das wäre dann auch schon die einzige wirkliche Kritik an "Ori and the Blind Forest". Hier wäre zumindest ein Hinweis auf den "Point of no Return" hilfreich gewesen.

Die Abrechnung

+ Detailreiche Szenen
+ Wunderschöne Darstellung
+ Technisch einwandfreies Gameplay
+ Innovative Spielmechaniken

– Nach Spielende keine Rückkehr in die Spielwelt

Fazit

Solltet ihr euch auch nur ansatzweise für 2D-Plattformer begeistern, wird euch "Ori and the Blind Forest" vom Feinsten verwöhnen. Sowohl optisch als auch spielerisch befindet sich diese Meisterwerk auf höchstem Niveau. Etwas Furst-resistent solltet ihr allerdings sein, denn Fehler werden nur selten verziehen.

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