God of War 3 Remastered: Unser Test zur PS4-Neuauflage

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God of War 3 Remastered: Unser Test zur PS4-Neuauflage
PS4

Kratos meldet sich in einer Neuauflage von "God of War 3" zurück. Was der überarbeitete Titel auf der PlayStation 4 zu bieten hat, verraten wir euch in unserem Test.

Auf keiner anderen Konsole werden so viele Neuauflagen bekannter Klassiker ausgeliefert wie auf der Playstation 4. Man denke da nur an „Tomb Raider – Definitive Edition“ oder an „DmC Devil May Cry – Definitive Edition“ und natürlich an „The Last of Us Remastered“. Doch kein Held wurde so oft aus der Mottenkiste hervor gekramt wie Kratos. Seine Abenteuer wurden gleich in mehreren Ablegern wie etwa der „God of War Collection“ oder in den Essentials für die Playstation 3 verwurstet.

Weil die Playstation 4 bislang noch leer ausgegangen ist, schraubt Wholesale Algorithms – nicht etwa Sony Santa Monica – nun kurzerhand „God of War 3 Remastered“ zusammen. So wirklich sinnvoll wirkt die Auswahl zunächst nicht. Schließlich ist es der Abschluss der bisherigen Trilogie und das kurze Filmchen zu Beginn des Spiels klärt längst nicht über die teils verworrene Personenkonstellation innerhalb des „God of War“-Universums auf.

Gewaltig, laut, blutig!
Doch stört ihr euch nicht weiter an dem etwas holprigen Einstieg, dann überrollt euch „God of War 3 Remastered“ gleich mit einer der beeindruckendsten Anfangssequenzen der Videospielgeschichte: Nämlich mit Kratos' Sturm auf den Olymp! Bereits diese ersten Momente geben den Takt für die folgenden zehn bis fünfzehn Spielstunden vor: In „God of War 3“ ist und bleibt alles einfach eine Spur größer und bombastischer als ihr es vielleicht aus anderen Spielen gewohnt seid. So haben Kratos' Abenteuer nichts an ihrer Bildgewalt eingebüßt und so beeindrucken die spektakulär gefilmten Kampfsequenzen im Jahr 2015 noch genauso, wie sie es 2010 getan haben.

Okay, die in den Boss-Kämpfen weiterhin vorherrschenden Quick-Time-Events fühlen sich heutzutage ein bisschen antiquiert an. Aber das ändert nicht daran, dass die Schlachten mit den Göttern des Olymps wie etwa Herkules, Hermes oder Hades einfach grandios inszeniert sind. „God of War“ zelebriert die virtuelle Gewalt derart kompromisslos wie es nur ganz wenige andere Spiele tun. Zugegeben, zwischendurch schießt das Spiel auch über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus und übertreibt es so, dass man mit den Zähnen knirschen muss. Aber hey, es ist Kratos und der hat eben notorisch schlechte Laune und macht entsprechend auch keine Gefangenen.

Kratos bei der Schönheits-OP
Grundsätzlich verändert die „Remastered“-Edition am eigentlichen „God of War 3“ überhaupt nichts. Ihr kontrolliert Kratos weiterhin mit Hilfe der Analog-Sticks und schlägt mit Aktionstasten zu oder schnappt euch Widersacher am Schlafittchen. Das Handling funktioniert dem PS4-Controller angenehm direkt, aber das war auch schon beim Original der Fall. Die Waffenwechsel über das Digitalkreuz und der Griff zum Bogen gehen ebenso flott von den Fingern.

„God of War 3 Remastered“ läuft allerdings deutlich flüssiger bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Die Playstation 3 hatte da schon mehr zu kämpfen – trotz überraschend stabiler Bildrate. Der flüssigere Spielablauf tut dem Spiel gut und macht es einen Tick besser kontrollierbar. Enttäuschend dagegen, dass nicht auch bei den Animationen nachgebessert wurde. Speziell die „Rudelbewegungen“ von kleineren Widersachern wirken in sich zu staksig und brechen daher mit der ansonsten durchweg ansehnlichen Grafik.

Ganz ähnlich ergeht es großen Nebendarstellern wie Hephaistos. Bekommt Kratos frische HD-Texturen, zusätzliche Gesichtstexturen und extra Muskel-Animationen spendiert, gehen viele der übrigen Figuren leer aus. Ganz offensichtlich hielt man es nicht für wichtig, hier noch einmal etwas mehr Zeit zu investieren. Natürlich sehen die Nebendarsteller weiterhin annehmbar aus, fallen aber im Vergleich zum Current-Generation-Kratos sichtlich ab.

Kratos, sag mal: „Cheeeese!“
Spielerisch gibt es in „God of War 3 Remastered“ weiterhin die gewohnte Mischung aus den angesprochenen Kämpfen und vielen kleinen Rätseln. Kratos drückt Bodenschalter und Knöpfe, bewältigt Sprungpassagen, schwingt sich an seinen Verbannungsklingen durch die Luft und verschiebt zwischendurch auch das Inventar, um Durchgänge zu öffnen. Die Puzzle sind die ideale Abwechslung für die wirklich schnellen und atemberaubenden Kämpfe. Denn „God of War 3“ setzt viel zu oft auf stupide Wellenangriffe und streckt damit die Spielzeit weit mehr als es eigentlich notwendig gewesen wäre.

Übrigens: Wer Kratos Schandtaten im Bild festhalten möchte, der kann dies mit Hilfe des neuen Foto-Modus tun. Hier könnt ihr die Kamera um den einstigen Gott des Krieges drehen, die Momentaufnahmen mit einigen Filtern bearbeiten und anschließend wahlweise speichern oder per SHARE-Funktion hochladen. Zu blöd, dass wir die Kamera nicht vollkommen frei bewegen dürfen, sondern immer an Kratos gebunden sind. Ebenfalls nett: Die für „God of War 3“ veröffentlichten DLCS – wie etwa sieben Extra-Kostüme und der Arenamodus – sind ebenfalls mit an Bord. Beides sind allerdings nur hübsche Erweiterungen und weniger ein echter Kaufgrund.

MEINUNG: Kaum ein Spiel zelebriert die Gewalt mit einem derartigen Blut-Spektakel wie „God of War 3“. Und so trumpft auch die „Remastered“-Edition mit den gleichen Stärken wie sein PS3-Bruder auf: Die Inszenierung bleibt absolut herausragend. Das Kampfsystem macht mächtig Laune – auch wenn die häufigen Quick-Time-Events nerven. Und Kratos als geradezu widerlich brutaler Protagonist flößt einem auch fünf Jahr nach seinem letzten großen Auftritt noch jede Menge Ehrfurcht ein. Natürlich ist „God of War 3 Remastered“ nicht in allen Belangen unfehlbar. Hätte man das Spiel noch weiter auf PS4-Betrieb getrimmt, wäre sicherlich technisch mehr drin gewesen. Auch die Geschichte weist einige Längen auf. Doch das ändert nichts daran, dass „God of War 3“ erstklassig unterhält und somit auch die Neuauflage ihr Geld wert ist. Aber damit reicht es dann auch mit dem Ausschlachten des „God of War“-Franchises. Es wird endlich Zeit für den vierten Teil!

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