FIFA 16 im Test: Gelingt EA Sports der Konter gegen Konamis PES 2016?

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FIFA 16 im Test: Gelingt EA Sports der Konter gegen Konamis PES 2016?

Konami legte mit „Pro Evolution Soccer 2016“ mächtig vor. Jetzt sind EA Sports und „FIFA 16“ dran. Kann das Lizenzmonster auch auf dem Platz überzeugen?

Dank – oder vielleicht besser wegen – der jährlichen Updates machte „FIFA“ in den vergangenen Jahren verschiedene Evolutionsstufen durch. Mal eine Spur langsamer, mal mehr action-orientierter – Doch bereits mit „FIFA 15“ musste sich EA Sports zumindest in Puncto Spielqualität dem ärgsten Konkurrenten „Pro Evolution Soccer 2015“ geschlagen.

Und auch in diesem Jahr sieht es nicht gut für „FIFA“ aus. „PES 2016“ punktete in unserem Test mit nahezu perfekter Spielbarkeit, taktischer Tiefe und herrlichem Offensivfußball. Ein Gesamtpaket, dem „FIFA 16“ – soviel sei bereits vorab erwähnt – zu wenig entgegen zu setzen hat.

In Sachen Lizenzen unerreichbar

Die größte Stärke der „FIFA“-Serie bleibt zweifellos das fette Lizenzpaket und die bombastische Präsentation. Wo „PES 2016“ mit Fantasienamen herum krebst, gibt es in „FIFA 16“ maximale Authentizität. Ligen wie die erste und zweite Bundesliga oder auch die englische Premier League sind vollständig vertreten. Wer also eine Partie mit dem 1. FC Köln oder Bayer 04 Leverkusen spielen will, kann dies getrost tun und bekommt nahezu perfekte Bundesligaatmosphäre.

FIFA 16 - Bild 6

Der Kommentar von Wolff-Christoph Fuß und Frank Buschmann ist zwar weiterhin nicht perfekt, aber insgesamt doch stimmiger als bei der Konkurrenz. Allein aufgrund der Lizenzen ist „FIFA 16“ für den Mainstream-Fan, der gerne mit seinem Club antreten möchte, sicherlich interessanter als „PES 2016“.

Neue Stärken, alte Schwächen

Doch Namen sind bekanntlich Schall und Rauch und so fährt „FIFA 16“ auch auf dem Spielfeld viele Neuerungen auf, die allerdings nicht alle wie die sprichwörtliche Bombe einschlagen. EA Sports stärkt die Abwehr und stellt die Defensive besser auf. Verteidiger stehen enger und gehen aktiver vor. Besonders das Passspiel wird dadurch deutlich erschwert, weshalb auch in „FIFA 16“ Dribblings an Bedeutung hinzugewinnen. Das liegt nicht zuletzt auch an der weiterhin sehr bescheidenen Mitspieler-KI. Die übrigen Team-Mitglieder bieten sich wie schon im Vorgänger zu selten aktiv an. Besonders bei Tempogegenzügen steht ihr oftmals einer Übermacht an Verteidigern gegenüber, sofern ihr eure Offensivkräfte nicht per Doppelpassfunktion über den Platz schleift.

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Im direkten Vergleich mit „PES 2016“ wirkt der Spielaufbau bei „FIFA 16“ statischer. Es gibt einfach weit weniger Anspielstationen, was einen dazu zwingt immer wieder auf lange Dribblings auszuweichen. Das ist angesichts der Spielweise moderner Clubs und Nationalmannschaften sicherlich nicht realistisch und trübt den Gesamteindruck von „FIFA 16“ deutlich. Selbst die neuen „tödlichen“ Pässe in den Raum ändern daran nichts! Sie sind nur ein Versuch, die erstarkten Abwehrreihen auszugleichen.

FIFA 16 - Bild 4

Die gute Nachricht: Die Dribbling-Mechanik von „FIFA 16“ funktioniert über weite Strecken ausgezeichnet. Neben den üblichen Tricks könnt ihr den Ball nun auch freigeben und versuchen, euren Gegenspieler mit Körpertäuschungen an der Nase herumzuführen. Da diese Aktionen aber sehr an die Stärken und Schwächen der ballführenden Kicker gebunden sind, sollte man sie auch tunlichst nur mit entsprechenden Talenten ausführen. Ansonsten rumpelt es bei „FIFA 16“ nämlich arg im Spielaufbau.

Die neue Unberechenbarkeit

Für Probleme sorgt auch das neue Ballannahmesystem. Das Leder verspringt Spielern nun gerne mal, sofern der Pass nicht mit perfekter Stärke und Präzision kommt. Generell spielt „FIFA 16“ mehr mit der Unberechenbarkeit und schwächt beispielsweise Ballannahmen aus der Luft oder direkte Pässe aus der Drehung spürbar ab. Das Problem: Speziell durchschnittliche Kicker von kleineren Teams sind kaum mehr in der Lage zwei oder drei Pässe in Folge zu spielen, ohne dass der Ball verloren geht oder dass es zumindest zu Problemen bei der Ballmitnahme kommt. Das schadet dem Spielaufbau und macht „FIFA 16“ deutlich unruhiger als „PES 2016“. Selbst Weltklassespieler wie Ronaldo oder Messi vertändeln die Pocke immer wieder, was zu Ballverlusten führt.

FIFA 16 - Bild 3

Im bislang tadellosen Zweikampfsystem fügt sich diese neue Unberechenbarkeit ebenfalls eher schwierig ein. Oft kommt es zu zweifelhaften Foul-Entscheidungen seitens des Schiedsrichters, da nicht klar ersichtlich ist, ob man den Ball tatsächlich unter Kontrolle hatte oder eben nicht. Grundsätzlich funktionieren die Zweikämpfe weiterhin sehr ähnlich wie noch in „FIFA 15“. Durch die vermehrten Ballverluste bei Pässen haben wir unser Passspiel zurück geschraubt und setzten lieber auf lange Dribblings. Insgesamt spielt sich „FIFA 16“ weit weniger flüssig und dynamisch als beispielsweise „PES 2016“. Besonders die schwächelnde Mitspieler-KI und das neue Ballannahmesystem wird EA Sports in diesem Jahr zum Verhängnis – trotz neuer Impulse im Dribbling-Sektor.

Verbesserungen für Langzeitzocker

In Sachen Spielmodi fährt EA Sports weiterhin schwere Geschütze auf und lässt erstmals Damennationalmannschaft in einem eigenen Modus antreten. Zum Glück spielen sich die Kickerinnen deutlich anders als die Herren der Schöpfung und sind somit eine nette Alternative für das etwas andere Spielgefühl. Der Damenfußball ist ein separater Unterpunkt im Hauptmenü von „FIFA 16“ und greift nicht in die bestehenden, großen Spielarten ein.

EA Sports ergänzt sein Ultimate Team um einen launigen Draft-Modus. Hier erhaltet ihr ein zufälliges Set an Spielern und tretet in einer aus bis zu vier Spielen bestehenden Match-Serie an. Je länger ihr siegreich bleibt, desto bessere Kartenpacks erhaltet ihr als Belohnung. Der Draft bringt frischen Wind in Ultimate Team und lenkt ein bisschen vom krampfhaften Verbessern des eigenen Kaders ab. Der einzige Haken an der Sache: Der Start in den Draft kostet saftige 15.000 Münzen oder 300 FIFA-Punkte und ist somit extrem teuer.

FIFA 16 - Bild 1

Den Karrieremodus wiederum ergänzt „FIFA 16“ um eine frische Trainingsfunktion, die die Skill-Games sehr gut einbindet. Hier könnt ihr zwischen den Spieltagen fünf Profis in verschiedenen Bereichen trainieren und so deren Eigenschaften verbessern. Dadurch wird der Fortschritt berechenbarer und so könnt ihr auch Talente besser fördern als noch bei den Vorgängern.

Fazit

Bei „FIFA 16“ ist in diesem Jahr Sand im Getriebe. Viele spielerische Neuerungen greifen leider nicht so, wie sich das EA Sports vorgestellt hat. Besonders das neue Ballannahmesystem sorgt für Probleme im Spielaufbau, die in Kombination mit der schwachen Mitspieler-KI fatale Folgen hat. So zwingt einen das Spiel weiterhin zu langen Dribblings. Die funktionieren zwar dank vielfältiger Möglichkeiten ganz ausgezeichnet, dürften aber nicht derart dominant sein. Habt ihr eure Spielweise darauf umgestellt, ist „FIFA 16“ ein launiger Kick, bleibt aber weit hinter den Möglichkeiten eines „PES 2016“ zurück. Deutlich überlegen bleibt „FIFA 16“ dagegen weiterhin in der Präsentation, den Lizenzen und in der Art wie die verschiedenen Karrieren aufbereitet wurden. Trotzdem: Für EA Sports bleibt in diesem Jahr – trotz großer Ambitionen – leider nur der Titel des Vizemeisters.

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