Forza Motorsport 6 im Test: Die neue Rennspielreferenz

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Forza Motorsport 6 im Test: Die neue Rennspielreferenz

Turn 10 und Microsoft machen sich zum zehnjährigen Jubiläum von "Forza Motorsport" selbst das größte Geschenk: Der sechste Teil der Rennsimulation ist der Höhepunkt der Reihe und die neue Rennspielreferenz auf Xbox One.

Es läuft wirklich gut für Freunde der gepflegten Raserei: Ganz egal, ob "Project CARS", "The Crew", "F1 2015" oder doch "Need for Speed" – vom Autoporno bis zur rassigen Rennsimulation ist für jeden etwas dabei. Doch die neue Spitze der PS-Schöpfung stellt zweifellos "Forza Motorsport 6" für die Xbox One dar.

Zehn Jahre nach dem ersten "Forza" begeistern Turn 10 und Microsoft nicht nur mit der besten Technik eines Rennspiels auf der Xbox One, sondern vor allem mit riesigem Umfang und angenehm hohem Anspruch – inklusive Regen- und Nachtrennen.

Mehr Autos als beim Gebrauchtwagenhändler

Wir erinnern uns an "Forza Motorsport 5" für die Xbox 360: Damals schimpften Spieler und Kritiker über den kleinen Fuhrpark und die geringe Anzahl an Strecken. "Forza Motorsport 6" räumt mit sämtlichen Zweifeln auf: Satte 450 Forza-Vista-Fahrzeuge – also komplett ausmodellierte Boliden inklusive Cockpit und Motorraum – zieren die Ingame-Garage.

Forza Motorsport 6 - Bild 3

Die 26 unterschiedlichen Kurse bieten einen schönen Mix aus lizenzierten Strecken wie Brands Hatch, sowie fiktiven Parcours. Insgesamt kommen so 100 Kursvariationen zusammen. Das ist zwar angesichts der 60-stündigen Kampagne noch immer ein bisschen wenig. Doch letztlich fallen Wiederholungen weit weniger schnell auf als noch beim Vorgänger.

"Forza Motorsport 6" belohnt übrigens Fans für ihre Treue. Das Spiel liest zum Start euren Xbox-Live-Account aus. Entdeckt das Programm dort Daten früherer "Forza"-Teile, bekommt ihr Ingame-Credits oder sogar Autos geschenkt – eine sehr nette Geste!

Jeder fährt anders!

Das eigentliche Fleisch von "Forza Motorsport 6" stellt der Karrieremodus dar. Dieser führt euch durch die Geschichte des Motorsports und durch fünf Staffeln unterteilt in verschiedene Rennklassen. Vor Beginn jeder Serie lässt euch das Spiel aus sechs Fahrzeugkategorien wählen. Autowechsel sind aber auch sonst jederzeit möglich. Diese Freiheiten ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel.

Denn ihr passt "Forza Motorsport 6" an eure eigenen Ansprüche an wie das morgendliche Frühstücksei – von butterweich bis knallhart. Neueinsteiger aktivieren Bremshilfen oder die dynamische Ideallinie. Erfahrene Rennspieler dagegen erfreuen sich an den vorhandenen Simulationsoptionen und drehen den Schwierigkeitsgrad nach oben.

Forza Motorsport 6 - Bild 58

Das aus den Vorgängern bekannte Drivatar-System imitiert erneut echte Fahrer auf der Strecke und wurde zudem um das Attribut der Risikobereitschaft ergänzt. Die KI-Piloten agieren zuweilen etwas arg waghalsig, erlauben sich aber auch Aussetzer oder rutschen ins Kiesbett. Dadurch wirken die Drivatare in ihrer Fahrweise deutlich natürlicher als KI-Fahrer in anderen Rennspielen. "Forza Motorsport 6" belohnt die Wahl eines höheren Schwierigkeitsgrades mit Extra-Credits.

Es rumpelt im Gamepad

Der eigentliche Star des Spiels ist – neben den Autos – allerdings die eigentliche Fahrphysik. Besonders die Simulation der verschiedenen Untergründe und der Reifen sucht aktuell zumindest im Konsolenbereich seinesgleichen. Zu Beginn eines Rennens rutschen wir mit kalten Gummis noch spürbar über den Asphalt, während unser Fahrzeug nach einigen Runden spürbar an Grip dazugewinnt. Noch drastischer ist der Simulationsaspekt zweifellos in den neuen Regenrennen spürbar. Holpert ihr hier unvorsichtig über die Curbs, macht ihr rasend schnell einen Abflug.

Auf dem Kurs bilden sich an bestimmten Stellen große Pfützen, die immer wieder für Aquaplaning sorgen. Rauscht ihr durch so eine Wasserlache, setzt es einen kräftigen Schlag in die Seite, der einem das Herz erst einmal in die Hose rutschen lässt. Wir machen die Sache kurz: "Forza Motorsport 6" ist sowohl schnittiger Arcade-Flitzer als auch anspruchsvolle Action-Simulation. Beide Varianten profitieren von den Vibrationseffekten des Xbox-One-Controllers, der auf den verschiedenen Untergründen das passende Feedback liefert.

Hochglanz mit Abzügen

Der starken Spielbarkeit steht auch die Technik hinter "Forza Motorsport 6" in nichts nach. Die Fahrzeuge sehen erstklassig aus und könnten glatt aus dem nächsten Autosalon stammen. Die Karosserien sind messerscharf modelliert, ebenso wie die wunderschönen Strecken. Kleine Punktabzüge gibt es leider weiterhin für die Präsentation der Kampagne. Trotz Videos und Kommentaren von Rennfahrern und den Top-Gear-Moderatoren fühlt sich die Geschichte des Motorsports doch vergleichsweise bieder an. Im Endeffekt bestreitet ihr doch nur ein Rennen nach dem anderen. Für Auflockerung sorgen die so genannten Schaurennen, in denen ihr etwa mit Vollgas über den Rundkurs von Indianapolis braust oder euch in Slalomwettbewerben versucht. Das ändert aber auch nichts daran, dass ihr euch in fast allen Wettbewerben vom letzten auf einen der vorderen Plätze arbeiten müsst. Szenarien gibt leider nicht!

Forza Motorsport 6 - Bild 63

"Forza Motorsport 6" bezieht seine Faszination aus seiner hochwertigen Fahrphysik und der Liebe zum Auto. Ihr baut eure Boliden in üppigen Tuning-Optionen auf und greift erstmals auf Mods zurück. So spendiert ihr euch beispielsweise einen Credits-Bonus oder verschafft eurem Auto bessere Bodenhaftung. Die Mods erhaltet ihr in Form von Kartenpacks und so sind sie eine nette Ergänzung zum Tuning. Wer häufig mit Wagen der gleichen Marke fährt, erhält zudem Loyalitätsboni und zusätzliche Credits.

Der Mehrspielermodus war leider im Vorfeld noch nicht in seiner Gänze spielbar. Eindrücke der neuen Spielmodi – allen voran der Ligen – reichen wir in der kommenden Woche nach.

Fazit:

"Forza Motorsport 6" ist der Startschuss in eine bessere Zukunft der Xbox One. Das Rennspiel zeigt endlich, was Microsofts Konsole zu leisten im Stande ist. Feinste Hochglanzgrafik in 1080p, dazu fortschrittliche Fahrer-KI und ein Spielumfang, der über Wochen begeistert. Turn 10 gibt sich keine Blöße und stellt mit "Forza Motorsport 6" die neue Rennspielreferenz. Bis auf den zu linearen Karrieremodus und Detailschwächen gibt es an diesem Spiel nichts zu meckern. Xbox-Spieler mit einem Faible für rassige Rasereien müssen nicht länger überlegen. "Forza Motosport 6" muss her!

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