Halo 5 Guardians im Test: Wirklich das beste Halo aller Zeiten?

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Halo 5 Guardians im Test: Wirklich das beste Halo aller Zeiten?

Schafft die Xbox One mit „Halo 5: Guardians“ endlich den Durchbruch? Der Test verrät, ob der exklusive Ego-Shooter den Vorschusslorbeeren gerecht wird!

„Halo 5 : Guardians“ ist ein besonderes Spiel für Microsoft. Es führt das selbsternannte „beste Lineup aller Zeiten“ an. Seit seinem ersten Auftritt ist „Halo“ das Aushängeschild für Microsofts Xbox und seitdem ein Garant für Shooter-Qualität.

Angesichts der aktuellen Marktlage kommt „Halo 5: Guardians“ aber noch mehr Bedeutung zu. Das von 343 Industries entwickelte Spiel muss auch technisch beweisen, dass die Xbox One mit der Playstation 4 mithalten kann. Die neuen Abenteuer des Master Chiefs sind ambitioniert – egal, ob im Multiplayer oder im Singleplayer.

Vier gegen vier!
Die 15 Kapitel umfassende Kampagne spielt ihr entweder offline oder im Online-Koop für bis zu vier Teilnehmer. Im Online-Modus entscheidet ihr selbst, ob ihr mit Freunden in einer geschlossenen Session startet oder ob ihr eine offene Runde beginnt, bei der jeder ein- und aussteigen kann. Der Fokus auf den Vier-Spieler-Modus bedeutet gleichzeitig, dass ihr in der Geschichte nie alleine unterwegs seid.

Halo 5 Guardians - Bild 1

Ihr kontrolliert das Blue Team um den Master Chief und das Feuerteam Osiris mit Jameson Locke und seinen Spartan-Ivs – mit deutlichem Fokus auf dem Fireteam Osiris. Der Konflikt zwischen den beiden Parteien und die Suche nach Cortana macht den Reiz der Geschichte aus. Besonders die Showdown-Momente zwischen Locke und dem Chief erinnern an gute Hollywood-Produktionen und kreieren einzigartige Momente. Was Cortana und die so genannten Wächter – also die Guardians – damit zu tun haben, das solltet ihr selbst herausfinden.

Der Master Chief trifft ins Schwarze
Wer bei „Halo 5: Guardians“ eine Shooter-Revolution erwartet hat, dürfte aber im ersten Moment enttäuscht sein. 343 Industries liefert ein Action-Abenteuer auf hohem Niveau ab, erfindet das Rad aber zu keinem Zeitpunkt neu. „Halo 5: Guardians“ spielt sich in seiner Gesamtheit aber schneller und dynamischer als die Vorgänger. Die hinzu gekommenen Schubdüsen stehen symbolisch für die neue Energie, die den aktuellen Serien-Ableger auszeichnet. Mit dem Mini-Turbo katapultiert ihr euch nach Vorne oder weicht Beschuss mit einem flinken Schritt zur Seite aus.

Aus dem Sprint heraus führt ihr zudem einen Tackle aus und rammt damit Feinde aus dem Weg. Greift ihr von höheren Ebenen an, attackiert ihr mit dem Ground Pound und schaltet Gegner im Umkreis der Schockwelle aus. 343 Industries unterstreicht mit diesen Gameplay-Veränderungen die Fähigkeiten seiner Supersoldaten und sorgt dafür, dass Serien-Veteranen ihr Spielverhalten umstellen müssen.

Auch Helden sterben!
Der frische Team-Modus fügt sich ebenfalls gut in das Gesamtgefüge ein: Mit den Richtungstasten kommandiert ihr eure Kollegen oder ruft sie mit dem X-Knopf herbei, falls ihr einmal zu Boden geht. Neustarts gibt es dadurch in „Halo 5: Guardians“ kaum. Einzig wenn ihr euch unüberlegt in den Clinch mit Jägern oder Fahrzeugen begebt, segnen selbst die Spartaner sofort das Zeitliche. Eure Kollegen übrigens können selbst nicht draufgehen. Wird einer der KI-Mannen ausgeschaltet, erscheint er nach einer kurzen Wartezeit wieder auf der Bildfläche. Das fördert zwar die Spieldynamik, wirkt aber auch leicht aufgesetzt. In der einen Sekunde kündigen die Kollegen noch „Buck ist am Boden“ an, im nächsten Augenblick ist er wieder zurück.

Halo 5 Guardians - Bild 2

Grundsätzlich bleibt „Halo 5: Guardians“ der Spielweise seiner Vorgänger aber absolut treu. Einen Großteil der Schlachten bestreitet ihr weiterhin in großen Arenen, wo ihr wahre Allianz-Horden abfertigt. Die Level zeichnen sich weiterhin durch viele Höhenunterschiede aus. Selbst die Raumstation Argent Moon wirkt mit Rampen und Ebenen fast wie ein Skatepark für Spartaner. Dazwischen sorgen Fahrzeugpassagen – etwa mit Mantis-Walkern oder „geborgten“ Ghost-Gleitern – für Abwechslung.

All das ist nicht neu, aber von 343 Industries souverän umgesetzt und vor allem klasse inszeniert. „Halo 5: Guardians“ ist – speziell in den Außenarealen – ein absurd hübsches Spiel. Hier wechseln sich wunderschön detaillierte Felsformationen mit Science-Fiction-Giganten und einer beeindruckenden Weitsicht ab. Hinzu kommt eine absolut vorbildliche, deutsche Synchronisation und wirklich tolle Zwischensequenzen.

Auf dem Weg ins Kriegsgebiet
Im Anschluss an die achtstündige Kampagne lockt auch in „Halo 5: Guardians“ der Multiplayer. Die Online-Komponente profitiert massiv von der Mischung aus der gewohnt flüssigen Steuerung und den vielen Gameplay-Anpassungen. Speziell Arena – Vier-gegen-Vier auf kleinen Karten – spielt sich enorm schnell und erfordert flinke Finger und ebenso gute Reaktionen. Die neue Spielart „Kriegsgebiet“ nimmt dagegen Anleihen bei „Battlefield“ und „Titanfall“. Hier geht es mit bis zu 24 Teilnehmern zur Sache. In der kurzen Variante streiten zwei Teams um drei Knotenpunkte auf der Karte.

Viel spannender sind allerdings die opulenten Gefechte wie „Flucht von A.R.C“ oder „March on Stormbreak“. Auf den enorm großen Karten gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Team mit Punkten zu unterstützen. Ihr könnt versuchen, drei Punkte auf der Karte zu erobern und damit den Kern des gegnerischen Lagers freizulegen. Oder ihr sucht den Konflikt mit den immer wieder auftauchenden Allianztruppen.

Leider können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch keinen Eindruck der Server-Stabilität liefern. Im Test lief „Halo 5: Guardians“ auch im Online-Modus flüssig, allerdings war die Spieleranzahl auch sehr überschaubar. Nach den Problemen von „Halo: The Master Chief Collection“ muss man abwarten, ob Microsoft und 343 Industries diesmal einen reibungslosen Start abliefern.

Halo 5 Guardians - Bild 3

Seine Motivation bezieht die Online-Komponente durch die reichlich vorhandenen Auszeichnungen und den damit verbundenen Aufstieg des eigenen Profils. Kernelement sind die so genannten Requirierungen. Diese „Sammelkarten“ erhaltet ihr für Stufenaufstiege oder kauft sie von in Online-Matches verdienten Punkten.

Requirierungen umfassen neue Ausrüstungsgegenstände, Waffen, Booster, aber auch kosmetischen Gimmicks wie Skins. Waffen, Fahrzeuge und Co. könnt ihr im Gefecht entweder an REQ-Automaten oder (deutlich praktischer) zwischen den Respawns auswählen. Innerhalb der Runden aktiviert ihr die verschiedenen REQ-Stufen mit fortlaufender Spielzeit. Erfolgreiche Aktionen beschleunigen das Aufladen dieser Funktionen allerdings. Wir empfanden das System als ausgesprochen fair. Selbst wenn es in einer Runde mal nicht gut für einen lief, hatte man immer die Chance, doch noch auf Booster wie Schilde oder Tarnung zurückzugreifen. Das REQ-System fügt dem Spiel zudem eine taktische Komponente mit hinzu. Denn greift ihr darauf zurück, startet der Countdown wieder von Vorne und damit auf niedrigster Stufe. Ihr müsst euch also überlegen, wann ihr Nachschub ordert.

MEINUNG:
„Halo 5: Guardians“ macht nicht viel anders, aber das meiste davon absolut richtig. Handfeste Schwächen sucht man mit der Lupe. 343 Industries liefern eine spannende und ausgezeichnet präsentierte Kampagne ab. Die kleinen Gameplay-Veränderungen sorgen für einen insgesamt dynamischeren Spielablauf. Die Team-Spielmechanik frischt die Missionen auf, kostet aber gelegentlich auch ein wenig Dramatik. Schade, dass es dadurch keinen Splitscreen-Koop mehr gibt!

Im Multiplayer spielt „Halo 5: Guardians“ weiterhin seine ganze Stärke aus. Kaum ein Shooter spielt sich so direkt und flüssig. Gleichzeitig wartet „Halo 5“ mit einer größeren Vielfalt an Spielarten auf. Speziell „Kriegsgebiet“ erwies sich im Test als sehr launig und als selbst für Einzelspieler sehr spielenswert. Das REQ-System motiviert zum Weiterspielen und erlaubt über den stetigen Fortschritt die Individualisierung der eigenen Figur und des eigenen Spielstils. „Halo 5: Guardians“ enttäuscht die hohen Erwartungen somit auf gar keinen Fall und gehört mit Sicherheit zu den besten Exklusivtiteln des Jahres.

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