Call of Duty Black Ops 3: Test jetzt mit Multiplayer

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Call of Duty Black Ops 3: Test jetzt mit Multiplayer

Massenphänomen oder Kinderspiel: „Call of Duty“ spaltet Gaming-Fans weltweit. „Black Ops 3“ ist keine Ausnahme, denn es entpuppt sich - trotz dezenter Neuerungen – als souveräner Nachfolger des erfolgreichsten Shooter-Franchise aller Zeiten.

Wie sieht die Zukunft der modernen Kriegsführung aus? In „Call of Duty: Black Ops 3“ verwandeln kybernetische Gliedmaßen und Bioaugmentierungen normale Menschen in Supersoldaten. Mit Hilfe des so genannten Direct Neural Interface – kurz DNI – kommunizieren die Kämpen miteinander, manipulieren aber dank Cyber-Kern-Erweiterung auch die Mechanik ihrer Gegner.

Ganz so futuristisch, wie es das Szenario vielleicht vermuten lässt, spielt sich „Black Ops 3“ allerdings nicht. In der von uns getesteten Kampagne präsentiert sich das Spiel weiterhin als Bombast-Shooter mit überladener Präsentation und geringem Anspruch.

Hirn abschalten!

Die 11 Kapitel umfassende Kampagne entführt euch in das Jahr 2065. Die Welt liegt in Trümmern. Es gibt Krieg, Terror und Gewalt. Treyarch bleibt auch in „Black Ops 3“ der „Call of Duty“-Linie treu und schockt bereits in der ersten Missionen mit Foltersequenzen und abgerissenen Körperteilen. Sagen wir es mal so: Euer erster Einsatz mit einem Soldaten (oder einer Soldatin) des Winslow-Abkommens in Äthiopien endet mit einem längeren Krankenhausaufenthalt.

Danach werdet ihr – mit frischen Körperteilen und DNI-Implantaten ausgerüstet – in eine wirre Science-Fiction-Achterbahn geworfen, die immer wieder zwischen genial und albern mäandert. Wie schon „Halo 5: Guardians“ thematisiert auch „Black Ops 3“ eine durchgedrehte Künstliche Intelligenz, die gemeinsam mit Terroristen nach der Weltherrschaft strebt.

Leider gelingt es „Black Ops 3“ trotz hübscher Ideen zu selten, einen emotionalen Bezug zu den Charakteren herzustellen. Figuren wie der 08/15-Marine Hendricks sind einfach zu platt und eindimensional, als dass man mit ihnen mitfiebern könnte. Der aufkeimende, moralische Konflikt zwischen den Hauptdarstellern ist zudem zu durchschaubar und endet in einem gestreckt wirkenden Finale, das mit seiner Haudrauf-Moral nervt. Immerhin: Einige WTF-Momente werten die Kampagne auf. Schließlich versucht „Black Ops 3“ diesmal nicht nur mit der Darstellung virtueller Gewalt und übermäßigem Pathos zu punkten.

Action-Bombast bis die Augen bluten

Dass sich „Black Ops 3“ keinen Nobelpreis für die beste Geschichte verdienen würde, war den meisten wahrscheinlich klar. Der Shooter bewegt sich erneut auf gutem Actionfilm-Niveau und unterhält – trotz Schwachstellen – leidlich, sofern man das Hirn abschaltet.

Das liegt letztlich auch an der bombastischen Inszenierung, die jedem Michael-Bay-Streifen zur Ehre gereicht werden könnte. Da explodieren Hochhäuser, Flugzeuge stürzen ab und Roboterarmeen stürmen den Bildschirm, dass es eine Freude ist. „Black Ops 3“ macht technisch einen Schritt nach vorne. Besonders in Lokalitäten mit wechselnden Licht- oder Wetterverhältnissen kommt die aufgewertete Grafik spürbar zum Tragen.

Zu zweit (oder zu viert) ist man weniger allein

Im Verlauf der Kampagne seid ihr stets mit wenigstens einem KI-Kollegen unterwegs. Diesen übernimmt entweder ein Freund via Splitscreen oder ihr spielt online mit gleich vier Kollegen online gemeinsam. Alternativ greift euch auch ein Computer-Scherge unter die Arme. Leider fehlt es dann deutlich an Gemeinschaftsgefühl, da der KI-Gefreiter keine Hilfe darstellt. Er feuert gelegentlich auf Ziele, kann aber weder kommandiert werden, noch heilt er euch, wenn ihr mal zu Boden geht. Das Teamwork simuliert „Halo 5: Guardians“ beispielsweise deutlich besser.

Generell weicht „Black Ops 3“ leider in seiner Spielweise zu selten von dem gewohnten „Call of Duty“-Trampelpfad ab. Im Prinzip ballert ihr euch von einer Arena in die nächste und wehrt dabei Horden von respawnenden Militärs oder uniformen Robotern ab. Zwischendurch unterbrechen Fahrzeugsequenzen – mit Jeeps, Düsenjets oder Kanonenbooten – das Einerlei. Da die Gegner-KI weiterhin nur durch Masse und weniger durch Klasse glänzt, fühlt sich „Black Ops 3“ sehr vertraut an, allerdings nicht immer auf die gute Weise.

Alte Stärken, versteckte Secrets und ein bisschen Liebe

Doch wir wollen den Shooter-Primus nicht vorverurteilen, denn als Ballerspiel überzeugt „Black Ops 3“ dennoch. Das Spielgefühl ist gut, die Steuerung knackig und direkt. Gerade die Schlachten mit den fragilen Roboterdrohnen und mächtigen Kampf-Walkern machen mächtig Laune. „Black Ops 3“ verkauft Abschüsse ganz ausgezeichnet und wenn man sich nicht an den auftauchenden Wellen stört, glänzt es mit einigen schönen Ideen. Das DNI markiert euch Feinde und besonders gefährliche Bereiche direkt im Kampfgebiet. Dazu gibt es einige sehr ungewöhnliche Schlachten – etwa während eines Monsun-Sturms.

Wichtigste Neuerung stellen tatsächlich die Cyber-Kerne dar. Mit ihnen könnt ihr nämlich die Elektronik eurer Widersacher hacken und beispielsweise Drohnen oder Mini-Panzer übernehmen, Roboterschaltkreise sprengen oder Feinden einen Schwarm Mini-Glühwürmchen auf den Hals hetzen. Eure Cyber-Kerne rüstet ihr vor jeder Mission im Unterschlupf aus. Leider trennt „Black Ops 3“ die Fähigkeiten strickt in die Kategorien Kontrolle, Kampfkunst und Chaos. Das Mischen der Fertigkeiten ist in der Kampagne nicht erlaubt.

Call of Zombies

Praktisch: Der Unterschlupf dient als zentrales HUB. Hier könnt ihr Fähigkeitenpunkte für die Weiterentwicklung eurer Cyber-Kerne verwenden, eure Waffensysteme individualisieren und Load-Outs zusammenstellen. Diese Anlaufstelle macht sich wirklich gut im Gesamtkonzept und bietet viele Möglichkeiten zum Zeitvertreib. Sehr schön auch: Der „Dead Ops 2“-Arcade-Automat samt Top-Down-Shooter und 8 Bit Intro.

Schließt ihr übrigens die Kampagne ab, aktiviert ihr den Albträume-Modus. Hier durchlebt ihr noch einmal die Zombie-Apokalypse des Jahres 2070. Treyarch benutzt die bekannten Schauplätze der Kampagne und erzählt hier noch eine zweite Geschichte mit neuen Aufgaben und jeder Menge Untoten. Auch das Gameplay verändert sich leicht: Eure Spielfigur besitzt – ähnlich wie in „Advanced Warfighter“ – Schubdüsen und kann höher springen. Neue Waffen erhaltet ihr wie im Zombie-Modus zufällig in Kisten oder als Power-Ups zugewiesen. Der Albträume-Modus erwies sich im Test als sehr lohnenswerte Alternative zur Story und besitzt einen komplett eigenen Charme. Es ist zwar kein neues „Left 4 Dead“, aber präsentiert sich doch als stimmungsvoller und gut designter Zusatz für Einzelspieler. Daumen hoch für die Albträume!

Gleiches gilt für den bewährten Zombie-Modus, der nun eine etwas krude, in den 1940ern angesiedelte Geschichte erhält. Dort übernehmt ihr und eure Freunde vier eigenwillige Überlebende wie etwa einen Preisboxer und einen untalentierten Zauberer, um Gegnerwellen abzuwehren. Am eigentlichen Gameplay hat sich kaum etwas verändert: Ihr baut Barrikaden wieder auf, versucht die Zombies und Mutanten abzuwehren und erhaltet dafür Credits. Mit diesen kauft ihr bessere Ausrüstung, platziert Fallen oder öffnet neue Bereiche der Karte. Nett: Am Kaugummiautomaten zieht ihr euch Fähigkeiten- und Waffen-Boosts.

Der Multiplayer

Im Mehrspieler-Sektor wagt Treyarch keine Experimente. Auch in „Black Ops 3“ bleibt die Essenz der „Call of Duty“-Online-Schlachten weiterhin enthalten. Die wichtigste Neuerung stellen sicherlich die neun Spezialisten dar. Die Haudegen repräsentieren euch im Spiel und verfügen über eine individuelle Waffe und eine spezifische Fähigkeit, die ihr mit Druck auf die Schultertasten auslösen könnt.

Die kernige Battery beispielsweise aktiviert ihre Kinetikrüstung und ist damit vorübergehend für Schaden unempfindlicher. Mit den Fähigkeiten der Spezialisten unterstreicht ihre eure eigene Spielweise, könnt aber gleichzeitig auch experimentieren. In punkto Loadout hält sich „Black Ops 3“ an das gewohnte Pick-10-System seiner Vorgänger. Bedeutet: Ihr sucht euch weiterhin zehn Waffen, Aufsätze, Gadgets oder Granaten aus und weist diese zu.

Es bleibt „Call of Duty“

Die insgesamt 12 verfügbaren Karten – weitere werden als DLC noch folgen – versprühen den Charme der Shooter-Serie. Die Areale sind verwinkelt und eng, erlauben aber gleichzeitig das flinke Manövrieren innerhalb der Spielumgebung. Schließlich verfügen hier alle Spieler über Schubdüsen und können so problemlos höhere Ebenen erreichen. Fertigkeiten wie den Wallrun müsst ihr dagegen erst freischalten. Ihr entscheidet also, ob ihr maximale Freiheit wählt oder doch lieber das konventionelle „Call of Duty“- Spielgefühl. Aus leidiger Erfahrung wissen wir, dass Akrobatik nicht zwangsläufig auch den Sieg bringt. Dafür wurden wir zu oft aus der Luft geschossen.

In Sachen Spielmodi betreibt Treyarch leider viel Recycling: Team-Deathmatch, Herrschaft oder Capture the Flag kennt eigentlich jeder. Auch in „Black Ops 3“ spielen sich diese Varianten ausgesprochen gut. Eine komplett neue Erfahrung sollte aber niemand erwarten. Geleitschutz ist dagegen die einzige Ergänzung: Hier geht’s darum, einen Roboter auf seinem Weg zum Ziel zu eskortieren. Dabei sitzt euch natürlich das knappe Zeitlimit und das gegnerische Team im Nacken.

Für reichlich Motivation sorgt weiterhin das Erfahrungssystem. Erstmals sammelt ihr übergreifend Erfahrungspunkte – so lange ihr beim Zocken online seid – und verstärkt so euer Profil auch, wenn ihr im Zombie-Modus oder in der Kampagne unterwegs seid. Mit zunehmender Erfahrung schaltet ihr neue Waffensysteme frei und bewältigt „nebenbei“ immer neue Herausforderungen, die euch ebenfalls nützliche Boosts bescheren. Praktisch: Im Kinomodus schaut ihr euch vergangene Partien noch einmal an!

Meinung

Call of Duty: Black Ops 3“ ist für Einzelspieler weit mehr als nur die Kampagne. Diese präsentiert sich mit einer Spielzeit von acht bis zehn Stunden als launiger Zeitvertreib, nimmt aber viele Schwächen seiner Vorgänger mit und krankt vor allem für Solisten an der schwachen Mitstreiter-KI. Abgesehen von einigen überraschenden Story-Wendungen und den praktischen Cyber-Kernen bietet die Kampagne allerdings nur mehr vom Alten und fühlt sich mit zunehmender Spielzeit auch sehr gestreckt an. Die ständigen Wechsel zwischen Wellenangriffen und Fahrzeugsequenzen ermüden mit der Zeit.

Man wünschte sich fast, dass Treyarch gelegentlich auch so aus dem „Call of Duty“-Korsett ausgebrochen würde, wie es der Entwickler stellenweise in der Erzählweise tut. Aber: „Black Ops 3“ bietet weit mehr für Solisten als alle seine Vorgänger. Nette Gimmicks wie der „Dead Ops 2“- oder der Freerun-Modus beweisen, wie viel Detailtreue in diesem Spiel steckt. Hinzu kommt eine zweite Kampagne, in der ihr noch einmal zehn Stunden in den Albträumen versenken könnt. Der klassische Zombie-Modus ist weiterhin gerade mit Freunden spaßig, auch wenn hier die Grenzen zwischen Frust und Lust dicht beieinander liegen. Trotz einer lediglich soliden Kampagne ist „Black Ops 3“ also eine gute Mischung mit gewaltigem Umfang und einigen Neuerungen.

„Call of Duty: Black Ops 3“ fährt wirklich schwere Online-Geschütze auf. Schließlich sind nicht nur die Versus-Spielarten, sondern auch die Kampagne- und die Zombie-Modi online spielbar. Für allesamt gilt: „Black Ops 3“ revolutioniert das Genre der Ego-Shooter sicher nicht, liefert aber souverän und mit breiter Brust ab. Der Umfang ist gigantisch, die Spielbarkeit über weite Strecken sehr gut und die Motivation hoch. Da kann man es auch verschmerzen, dass im Versus-Sektor nur ein neuer Spielmodus dazukam.

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