Rise of the Tomb Raider im Test: Die Abenteuer der neuen Lara gehen weiter

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Rise of the Tomb Raider im Test: Die Abenteuer der neuen Lara gehen weiter

"Rise of the Tomb Raider" kommt in dieser Woche für Xbox One und Xbox 360 in den Handel. Wir haben uns das Adventure rund um Lara Croft genauer angeschaut und unsere Eindrücke im Test niedergeschrieben.

Es ist wieder Zeit, die Kletteräxte auszupacken und den Zopf enger zu binden. Mit Rise of the Tomb Raider bekommt Lara Croft ihr zweites Abenteuer in neuer Aufmachung und zeigt, dass ihre großen Stärken nicht unterhalb ihres Kinns hängen. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass dieses Spiel in diesem Jahr nur für die Xbox One und Xbox 360 erscheint. Das ist für viele sicherlich schade, denn Lara macht erneut eine äußerst gute Figur.

Solide Handlung doch kaum Emotionen

Es sind ein paar Jahre vergangen, seit Lara ihr letztes Abenteuer überlebt hat. Dieses hat deutliche Spuren an der Psyche der jungen Archäologin hinterlassen. Aus diesem Grund kümmert sich nun ein Psychologe um sie und bekräftigt sie. Angespornt von neu erlangter Stärke möchte Lara der Welt beweisen, dass es ein altes Artefakt gibt, das die Lebenspanne eines Menschen verlängert. Auch wenn ihre Stiefmutter dagegen ist, die Forschungen ihres Vaters weiterzuführen, stürzt sich die Kämpferin Hals über Kopf in ihr nächstes Abenteuer. Hier erwartet sie bereits nach kürzester Zeit, das gewohnte Szenario.

Rise of the Tomb Raider - Bild 1

Eine geheime Operation namens Trinity möchte ebenfalls bereits erwähntes Artefakt finden und ist bereit, mit allen Mitteln darum zu kämpfen. Dieser Umstand gefährdet selbstverständlich das Leben von Lara, aber auch das der Einheimischen. Diese sehen Lara wiederum als Eindringling, so dass sie zunächst beweisen muss, dass sie keine bösen Absichten verfolgt.

Im Grunde ist die Geschichte eine gelungene Fortsetzung des ersten Abenteuers. Die Weiterentwicklung von Laras Persönlichkeit könnte ein wenig deutlicher sein, doch wird gut erzählt. Das eigentliche Problem ist aber die fehlende Dynamik. Während im Vorgänger teilweise starke Emotionen gezeigt wurden, bleibt Rise of the Tomb Raider hier eher eindimensional. In der nächsten Fortsetzung, die sehr wahrscheinlich ist, sollten sich die Entwickler mehr auf eine große Geschichte konzentrieren.

So ein hübsches junges Mädchen

Eigentlich sah das Remake Tomb Raider 2013 schon sehr gut aus. Dennoch kam mit der neuen Konsolengeneration direkt eine aufbereitete Version für PS4 und Xbox One. Die gesamte Optik bekam eine ordentliche Politur und Laras Äußeres näherte sich weiter der Realität, so dass man sagen konnte, dass Lara nie besser aussah. Daran ändert sich auch in Rise of the Tomb Raider nichts. Neben einer sehr schön animierten und authentischen Lara begeistern besonders die tollen Aussichten über die fast freibegehbaren Gelände. Hier erwartet euch eine große Auswahl unterschiedlicher Landschaften zu verschiedenen Tageszeiten. Diese werden dank feiner Effekte zu jeder Zeit ins richtige Licht gerückt. So sauber müssen aktuelle Spiele aussehen. Hier findet ihr nirgends Kantenflimmern oder matschige Texturen.

Rise of the Tomb Raider - Bild 2

Auf dem selben Level befindet sich die akustische Präsentation. Zum einen bekommt ihr einen jederzeit passenden Soundtrack inkl. großer Orchester und stimmiger antiker Instrumente. Zum anderen bewegt ihr euch ständig durch einen Wald aus natürlichen Klängen eurer Umgebung. Diese klingen noch eindrucksvoller, wenn ihr eure Instinktsicht verwendet. Jedes Material verfügt über einen authentischen Klang. So entsteht oftmals Gänsehautstimmung, selbst in sehr ruhigen Momenten. Geht es mal weniger leise zur Sache, erkennt ihr an passenden Musikstücken die Anwesenheit von Gegnern, was die Ausschüttung eures Adrenalins zusätzlich steigert.

Das aufregende Leben einer Archäologin

Die Schwächen der Handlung holt Rise of the Tomb Raider durch das Gameplay locker wieder raus. Hier hatte bereits der Vorgänger einiges zu bieten. Die Formel hat sich nicht verändert. Das könnte man jetzt als Minuspunkt sehen, doch gibt es keinen Grund, etwas zu ändern, was gut funktioniert. Statt also grundlegende Neuerungen zu verbauen, entschieden sich die Entwickler dazu, mehr von den Sachen zu integrieren, die besonders beliebt waren. Stellt euch also darauf ein, dass ihr nun mehr jagen, sammeln, basteln und erforschen dürft.

Rise of the Tomb Raider - Bild 3

Die Skalierung beliebter Gameplay-Elemente sorgt für eine passende Mischung aus abwechslungsreichen Tätigkeiten, die verdammt gut unterhalten. In einem Moment jagt ihr ein exotisches Tier und befreit es von seiner kostbaren Haut, im nächsten Moment schwingt ihr euch an einem Seil über eine steile Klippe. Während ihr anschließend versucht, einen griechisch beschrifteten Monolithen zu entziffern, um ein geheimes Münzenversteck zu finden, bemerkt ihr eine Gruppe von Trinity-Soldaten. Den ersten zieht ihr in ein nahes Gebüsch und erwürgt ihn mit der Sehne eures Bogens. Einen Gegner lenkt ihr mit einer leeren Flasche ab, schleicht zur nächsten Deckung und erledigt drei Feinde gleichzeitig mit eurem Bogen. Zuletzt erledigt ihr den übrigen Feind mit einer selbstgebauten Brandbombe.

Ja, ihr könnt drei Pfeile gleichzeitig schießen. Zwar stehen euch teilweise gleiche Fähigkeiten wie im vorigen Teil zur Verfügung, doch erweitert Lara ihr Arsenal und zeigt damit, dass sie dazugelernt hat. Sowohl ihre Skills als auch die Erweiterung der Waffen wurden deutlich bereichert. Auch die Outfits von Lara, können nun immer wieder gewechselt werden, da sich ihre Garderobe durch unterschiedliche Aktivitäten ergänzt. Zu Laras neuen Lieblingsbeschäftigungen gehören auch Nebenmissionen, in denen ihr den Einheimischen bei ihren Problemen helft. Insgesamt gibt es also eine Menge zu tun und das passt perfekt zur bisherigen Formel. Da die Balance zwischen Action und Rätseln nun ausgewogener ist, fühlt sich Rise of the Tomb Raider frisch an, auch wenn es nicht viel Neues in Sachen Gameplay gibt.

Rise of the Tomb Raider - Bild 4

Großer Umfang Gameplay statt Oberweite

Es ist die Menge an Möglichkeiten, die aus Rise of the Tomb Raider ein großartiges Spiel macht. Seid ihr gewillt, nicht nur die Geschichte zu spielen, sondern eure Zeit abseits der Handlung voll auszukosten, wird euch so schnell nicht langweilig. Glücklicherweise erkannte Crystal Dynamics, dass ein Multiplayer nicht zwingend sein muss und entschied diesen zu streichen. Stattdessen bietet euch nun Rise of the Tomb Raider den Modus Expeditionen. Hier messt ihr euch mit Freunden im Kampf um Punkte. Habt ihr bestimmte Ereignisse im Singleplayer geschafft, werdet ihr mit Credits belohnt, die ihr wiederum in den Varianten des neuen Modus in Sammelkarten investieren könnt. Diese modifizieren die Regeln der nächsten Runde. Erleichterungen verringern die Menge an gewonnen Punkten und Credits, während Erschwernisse die Ausschüttung vergrößern. Mut wird also belohnt. Zusätzlich könnt ihr euch dank der Sammelkarten vor Beginn einer Runde sowohl für eure Waffenauswahl und ein Outfit entscheiden.

Eine kooperative Variante des Expeditionsmodus wäre zwar wünschenswert gewesen, doch spaßig ist er trotzdem. Immerhin sollen die Inhalte durch den Season-Pass regelmäßig erweitert werden, wodurch das Spiel nach dem ersten Beenden nicht gleich in Vergessenheit gerät und im Regal verstaubt.

Rise of the Tomb Raider - Bild 5

Meinung

Dass Lara Croft zurück ist und nicht vorhat, wieder zu gehen, war vielen schon 2013 bewusst. Der Erfolg sorgte dafür, dass schnellstmöglich ein zweiter Auftritt mit der neuen Lara erscheint. Diese gefällt uns nach wie vor verdammt gut. Sie hat eine angenehme Persönlichkeit und stellt sich auf ihren Abenteuern alles andere als zimperlich an. Ihre neuen Fähigkeiten passen wunderbar in das bisherige Repertoire und ergänzen dieses um neue Möglichkeiten in Sachen Gameplay.

Auch wenn es wenig auszusetzen gibt, da die Unterhaltung auf einem sehr hohen Niveau stattfindet, gibt es Abzüge in der B-Note. Immerhin nimmt der Tiefgang der Emotionen verglichen zum Vorgänger stark ab. Generell ist die Handlung alles andere als Innovativ und wurde in ähnlicher Form bereits von Genre-Kollegen erzählt. Diese müssen sich dennoch warm anziehen, da Rise of the Tomb Raider ein grundsolides Abenteuer beschert, das durchaus mehr als die Hauptgeschichte zu bieten hat. Die malerischen Kulissen lassen die Zeit wie im Fluge vergehen, wenn ihr euch mit Nebenmissionen und dem sammeln verborgener Relikte beschäftigt. Für Xbox One Besitzer wird das Spiel somit zum Pflichttitel und für alle anderen ein guter Grund über einen Kauf der Konsole nachzudenken.

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