Plants vs. Zombies Garden Warfare 2: Popcaps Comic-Shooter im Test

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Plants vs. Zombies Garden Warfare 2: Popcaps Comic-Shooter im Test

Der ewige Kampf zwischen Pflanzen und Zombies entbrennt auf dem „Hinterhof-Kampfplatz“. Der Test verrät, ob „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ auch langfristig motiviert oder nur ein Online-Happen auf dem Weg zu „The Division“ ist.

Wie soll denn bitte ein Multiplayer-Shooter auf Basis eines Handy-Spiels funktionieren? Genau das fragten sich Fans und Kritiker als Electronic Arts und Popcap Games „Plants vs. Zombies Garden Warfare“ im Rahmen der Videospielmesse E3 2013 ankündigten. Doch allen Unkenrufen zum Trotz wurde aus der kunterbunten Baller-Mixtur ein hübscher und vor allem einsteigerfreundlicher Action-Spaß. Einziger Kritikpunkt war der geringe Umfang des Spiels. Gerade Solisten hatten bei dem Comic-Shooter zu wenig zu tun!

Genau dort setzt der ab dem 25. Februar 2016 für Playstation 4, Xbox One und PC erhältliche Nachfolger an: In „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ ist nämlich alles größer, schöner und besser.

Hinterhof statt Menüs

Deshalb begrüßen euch beim ersten Start auch keine schnöden Menüs. Stattdessen landet ihr sogleich in der HUB-Welt des „Hinterhof-Kampfplatzes“. Popcap Games verwandeln den ewigen Kampf zwischen Pflanzen und Zombies in einen lebendigen Konflikt in einer kleinen, aber feinen Spielwelt.

Die Stadt ist in drei Gebiete unterteilt: In die beiden liebevoll designeten Basen der beiden Parteien und in ein neutrales Areal im Zentrum. Ihr könnt den „Hinterhof-Kampfplatz“ frei erkunden und euch beispielsweise in der neutralen Zone mit Zombies oder Pflanzen anlegen oder gar die gegnerische Basis angreifen. Wer Lust auf einen schnellen Wellenangriff hat, der hisst einfach die „Flagge der Macht“ und löst so den dynamischen Hordenmodus mit ausgewürfelten Widersachern aus.

Plants vs Zombies Garden Warfare 2 - Bild 1

Überhaupt gibt sich Popcap Games viel Mühe, sämtliche Optionen innerhalb dieser Spielwelt zu visualisieren. In den Basen beispielsweise finden wir schwarze Bretter und können so Zusatzaufträge für Pflanzen, Zombies und den Multiplayer annehmen. Diese bescheren uns Sterne, die wir zum Öffnen von Truhen benötigen. Multiplayer- und Splitscreenmodus aktivieren wir an Automaten innerhalb der Basis. Und haben wir ein paar Sterne übrig, können wir sogar das Hauptquartier mit Statuen verschönern.

Kampagne im Schnelldurchlauf

Solo-Spieler toben sich nicht nur beim Erkunden des „Hinterhof-Kampfplatzes“ aus. „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ bietet zwei einfache, aber kurzweilige Kampagnen. So erfüllen wir eine Reihe von Aufträgen für Deppie Dave oder Dr. Zomboss: Mal müssen wir eine bestimmte Stellung halten, mal einen Boss-Gegner umnieten.

Das Missionsdesign ist denkbar simpel, wird aber durch die typischen Verrücktheiten der „Plants vs. Zombies“-Reihe aufgewertet. Darüber hinaus dienen die Kurzkampagnen als launige Einstimmung auf den umfangreicheren Mehrspielerteil und versorgen euch in den ersten Spielstunden mit zusätzlichen Erfahrungspunkten und Münzen.

Pflanzen gießen und Zombies füttern

Popcap Games erweitern das Arsenal an spielbaren Klassen. Auf jeder Seite stehen nun insgesamt sieben Spielfiguren zur Verfügung. Das sind jeweils drei Charaktere mehr als noch im Vorgänger. Für die Pflanzen treten nun etwa Magierin Rosie oder Kopfgeldjäger-Orange Zitron an, für die Zombies geben der Wicht mit seinem Kampfroboter und Kapitän Totbart Gas.

Die neuen Klassen fügen sich nahtlos in das Gesamtkonzept ein und sind gut zueinander ausbalanciert. Jeder Spielertyp wird bedient: Scharfschützen wählen Totbart oder den Kaktus, Sanitäter greifen zur Sonnenblume und Nahkämpfer nehmen Super Brainz. Jede Klasse besitzt eine Standard-Attacke und drei wählbare Spezial-Fertigkeiten.

Plants vs Zombies Garden Warfare 2 - Bild 2

Genau an dieser Stelle setzt das Erfahrungssystem von „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ ein. Ihr erhaltet für jede Aktion im Spiel XP-Punkte und wertet damit eure aktuelle Spielfigur auf. Habt ihr eine bestimmte Stufe erreicht, schaltet ihr Zusatzfertigkeiten frei und könnt euren Stil somit individualisieren.

Neue Figuren wie etwa die Steinerbsenkanone erhaltet ihr dagegen durch den Kauf von Sticker-Packs. Diese kauft ihr von der verdienten Ingame-Währung. „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ motiviert mit einfachen Mitteln und zieht einen so in Kombination mit dem spaßigen Gameplay schnell in seine Spielwelt hinein.

Bekannte Mehrspielerstärken

Nachdem wir uns durch die Mini-Kampagnen gearbeitet haben, widmen wir uns den umfangreichen Mehrspielerfunktionen. Popcaps Shooter benötigt zwingend eine Internet-Verbindung und verweigert im Offline-Modus den Dienst. Selbst wenn ihr also nur im Splitscreen oder im Einzelmodus zocken wollt, muss ein Online-Zugang gegeben sein.

Erneut ist die Multiplayer-Komponente die große Stärke von „Plants vs. Zombies“. Für launige Koop-Wellenangriffe stehen die Optionen Friedhofs- und Gartenkommando zur Verfügung. Hier könnt ihr entweder mit vier Freunden antreten oder den Computer die Kontrolle über drei Unterstützer übernehmen lassen. In diesem Fall wechselt ihr mit Hilfe des Digitalkreuzes zwischen den Figuren. Im Test verhielten sich die KI-Kameraden angenehm clever und setzten auch die Fähigkeiten ihrer Klasse sehr gut ein.

Plants vs Zombies Garden Warfare 2 - Bild 3

Im kompetitiven Bereich setzt „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ auf bewährte Spielvarianten wie „Gartenzwergbombe“, „Teamsieg“ oder „Abschuss bestätigt“. Einsteiger probieren sich zunächst in „Türmatte“ und können dort auf gleichem Level mit anderen Spielern wetteifern.

Den größten Tumult gibt es zweifellos in „Suburbination“, „Krautangriff“ und „Gärten und Friedhöfe“. Hier arbeitet ihr euch mit insgesamt 24 Spielern durch verschiedene Stufen einer Karte und versucht, Gebiete zu besetzen und zu halten. Zwar gibt sich „Plants vs. Zombies“ redlich Mühe, das kunterbunte Geschehen übersichtlich zu gestalten, doch insgesamt ist es auch diesmal eine vergleichsweise hektische und chaotische Angelegenheit.

Wer übrigens ein „Privates Match“ startet, kann zudem verrückte Einstellungen wie unendlich Munition, niedrige Schwerkraft oder ein höheres Tempo vornehmen. „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ macht im Online-Modus nicht viel anders als sein Vorgänger, überzeugt aber weiterhin mit starkem Karten-Design, gelungener Shooter-Mechanik und einer ungemein liebevoll animierten Grafik auf Basis der Frostbite Engine 3. Im Test liefen alle Matches auf der Xbox One flüssig. Auch Verbindungsabbrüche gab es nicht.

Meinung

Popcap Games und Electronic Arts lernen aus dem schwachbrüstigen ersten Teil und liefern mit „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ endlich einen vollwertigen Comic-Shooter innerhalb des liebenswerten Suburbia-Universums. Die Einzelspieler-Kampagnen sind dabei ein gelungenes Tutorial für den Multiplayer. Der „Hinterhof-Kampfplatz“ überzeugt dazu mit vielen versteckten Arealen und Geheimnissen. Diese enorme Fülle an Spielmöglichkeiten erzeugt eine sehr hohe Langzeitmotivation, die durch die vielen freischaltbaren Charaktere, Waffen und Individualisierungsgegenstände gesteigert wird.

Spielerisch wagt „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ keinerlei Experimente. Als Third-Person-Shooter steuert es sich nämlich gewohnt leichtgängig und ist mit seiner Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten vor allem für Einsteiger sehr zu empfehlen. Wenn wir „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ etwas ankreiden wollen, dann vielleicht die mangelnde Übersicht bedingt durch die groß dargestellten Figuren und die Masse an Effekten. Ansonsten aber ist „Plants vs. Zombies Garden Warfare 2“ eine runde Sache und damit eine spaßige Alternative zu den bierernsten „Call of Duty“ und „Rainbow Six“.

Plants vs Zombies Garden Warfare 2 - Bild 5

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