The Division: Der Destiny-Killer im Test!

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The Division: Der Destiny-Killer im Test!

New York und die Dark Zone warten auf euch: Wir verraten euch im Test, ob der Hype um "Tom Clancy's The Division" gerechtfertigt ist!

Es gibt wohl kaum ein Spiel, über das in den vergangenen Jahren so viel geschrieben wurde wie über Ubisofts Rollenspiel-Shooter „The Division“. Nach der Ankündigung im Rahmen der E3 2013 waren Presse und Community in heller Aufregung. Selten zuvor hatte man ein derart detailliertes New York City in einem Videospiel gesehen.

Doch in der darauf folgenden Zeit bekam das perfekte Image Kratzer. Würde „The Division“ wirklich so fantastisch aussehen? Wird der schwedische Entwickler Massive Entertainment das Projekt stemmen können? Die Verschiebung des eigentlich für 2015 geplanten Spiels in das darauf folgende Jahr war nur Wasser auf die Mühlen der Skeptiker.

Inzwischen aber ist „Tom Clancy’s The Division“ seit dem 08. März für PC, Xbox One und Playstation 4 erhältlich und ist für Ubisoft ein riesiger Erfolg. Das Unternehmen verkündete, dass sich der Titel innerhalb der ersten 24 Stunden besser verkaufte als alle anderen Spiele in der Geschichte von Ubisoft. Aber ist der Hype um den Online-Shooter überhaupt gerechtfertigt?

New York in Trümmern

„Tom Clancy’s The Division“ beginnt allerdings mit einer Enttäuschung: Der Charakterbaukasten fällt für ein Online-Spiel vergleichsweise spärlich. Statt umfangreicher Funktionen gibt es hier lediglich eine Reihe von Standard-Gesichtern und Anpassungsmöglichkeiten. Es fehlt die Möglichkeit zum Morphen des eigenen Avatars und damit die Chance, sich selbst zu erschaffen.

Nach diesem ernüchternden Einstieg beginnt ihr eure Karriere als „Division“-Agent und landet in Brooklyn. Der New Yorker Bezirk dient als Tutorial und führt euch an die Steuerung und das Gameplay heran. Danach bringt euch ein Helikopter nach Manhattan, wo der Rest von „The Division“ spielt.

New York City wurde nämlich von der Dollargrippe heimgesucht. Kurz nach Thanksgiving wurden gefährliche Pockenerreger auf Geldscheinen in Umlauf gebracht. Binnen kürzester Zeit bricht die soziale Ordnung zusammen. Der Big Apple ist ein Trümmerfeld voll von Chaos, Anarchie und Gewalt. Die Geschichte hinter „The Division“ wird oberflächlich während der Story-Missionen erzählt. Weitere Informationen müsst ihr euch mit Hilfe von Sammelobjekten wie Hologramm-Echos selbst zusammensuchen. Das Spiel serviert euch somit längst nicht alle Informationen auf dem Silbertablett, sondern lässt euch dafür arbeiten.

Allerdings kompensiert „The Division“ dies durch sein unglaublich hübsche Grafik. Das zerstörte New York strotzt vor Details und besonders die Wetter- und Tag-Nacht-Wechsel gehören zum Besten, was man seit Langem gesehen hat. Enttäuschend: Freies Looten ist nicht möglich. Letztlich können nur speziell markierte Kisten und Schränke durchsucht werden. Insgesamt wirkt die bezaubernde Kulisse zuweilen allzu leblos und künstlich.

Wiederaufbau Manhattan

Zentrale Anlaufstelle ist die Operationsbasis in Midtown Manhattan. Sie fungiert nicht nur als wichtiger Schauplatz für die Geschichte, sondern repräsentiert auch euren Fortschritt. Durch das Absolvieren von Story-Missionen und Einsätzen erhaltet ihr zusätzliche Ressourcen und baut damit jeweils 10 Upgrades in Gebäudeflügeln für Medizin, Sicherheit und Technik. Durch diese Erweiterungen schaltet ihr neue, aktive Fertigkeiten und Mods für eure Figur sowie passive Vorteile und Talente frei.

In der Operationsbasis findet ihr auch klassische Rollenspielkomponenten wie beispielsweise den Crafting-Bereich oder die Verbesserungsstation zum Auswürfeln der Werte von Waffen und Ausrüstungsgegenständen.

Innerhalb der über 15 Bezirke von Midtown Manhattan gibt es zudem kleine Safehouses. Sie lassen sich nicht aufrüsten, sondern dienen als Rückzugsort und Treffpunkt. Hier schaltet ihr neue Aufträge mit Hilfe von schwarzen Brettern frei, verkauft überflüssige Beute oder sucht euch Mitstreiter für die nächste Erkundungstour. Innerhalb des Stadtgebiets ist „The Division“ nämlich ein kooperativer Online-Shooter. Nur innerhalb der Dark Zone dürft ihr gegeneinander antreten.

Und noch ein Wellenangriff

Die Spielmechanik der vielen Missionen ist schnell erklärt. Denn ganz egal, ob ihr Geiseln befreit, Nachschublieferungen bewacht oder Feindbasen erobert – Es läuft immer auf eine saftige Schießerei mit immer größer werdenden Gegnerwellen hinaus. Das Missionsdesign von „The Division“ ist leider einfallsloser Standard. Stealth-Einsätze oder andere Variationen gibt es nicht.

Immerhin wertet das insgesamt sehr gelungene Shooter-Gameplay und die taktische Koop-Komponente diesen Schwachpunkt wieder auf. Die Steuerung ist griffig, Stellungswechsel funktionieren reibungslos. Die Third-Person-Perspektive entschleunigt den Spielablauf spürbar. Wer hier kopflos auf seine Gegner zustürmt, wird gnadenlos scheitern. Innerhalb der Gefechte spielt das Teamwork eine entscheidende Rolle. Zwar könnt ihr „The Division“ auch alleine angehen, doch die volle Spielfreude kommt erst im Team mit bis zu vier Teilnehmern.

Denn die Fertigkeiten der Rekruten bauen auf einander auf. Benutzt ein Gruppenmitglied etwa den Radar-Impuls, sehen alle Soldaten die dadurch markierten Gegner und erhalten Treffervorteile. Darüber hinaus könnt ihr einander heilen, euch Deckung geben oder Feinde flankieren. „The Division“ fordert mit einem gehobenen Schwierigkeitsgrad und starker Gegner-KI. Was uns allerdings fehlte waren echte Boss-Gegner. Letztlich kämpft ihr – bis auf eine Ausnahme – lediglich gegen menschliche Widersacher in verschiedenen Größen und mit variierender Panzerung und Stärke.

Shooter-Fans müssen sich davon verabschieden, ihre Gegner mit nur einem Treffer abzuservieren. Stattdessen fressen Gegner extrem viele Kugeln, ehe sie das Zeitliche segnen – wie in einem Rollenspiel.

Des Wahnsinns fette Beute

Hauptanreiz von „The Division“ ist also neben der Gruppendynamik vor allem der stete Aufbau eures Charakters und das Verbessern der Ausrüstung. Im Spielverlauf findet ihr Loot in Kisten, erhaltet es nach Scharmützeln auf der Straße oder als Belohnung für erledigte Aufgaben.

Eure Hauptwaffen rüstet ihr mit bis zu fünf Modifikationen auf und feilt so an Eigenschaften wie der Präzision oder der Durchschlagskraft. Ausrüstungsobjekte wie Schutzwesten könnt ihr ebenfalls mit Mods verbessern. Je seltener und hochwertiger ein Gegenstand ist desto höher die Chance auf Mod-Slots oder individuelle Eigenschaften. Spätere Waffen besitzen bestimmte Fertigkeiten, die an die Hauptattribute eurer Spielfigur gekoppelt sind. Entsprechend investiert ihr mit dem Fortschritt immer mehr Zeit in das Optimieren eures Arsenals.

„The Division“ schafft durch konstante Belohnung und häufige Level-Aufstiege eine hohe Motivation. Wer das klassische Item-Grinding als spaßig erachtet, wird mit dem Online-Shooter reichlich Spaß haben.

Es wird dunkel

Die Dark Zone ist eine separate Instanz im Zentrum der Karte. Im Gegensatz zum Rest von Manhattan können Spieler hier gegeneinander kämpfen und sich gegenseitig die gefundene Beute abjagen. Das Spielgefühl ist drastisch anders. Schließlich sind Computer-Gegner weitaus stärker und andere Spieler eine potenzielle Bedrohung. Allerdings befindet sich in der Dark Zone auch das stärkste Loot, weshalb Perfektionisten diesen Ort häufiger aufsuchen werden.

Gefundene Beute landet nicht automatisch im eigenen Inventar, sondern muss zunächst an Abholstationen per Helikopter gesichert und ausgeflogen werden. Ereilt euch auf dem Weg dorthin der Bildschirmtod, verliert ihr eure Gegenstände sowie Dark-Zone-Dollars und Erfahrungspunkte. In der Dark Zone sammelt ihr also keine keine normale XP, sondern Dark-Zone-XP. So steigt ihr auch in diesem feindlichen Bereich im Erfahrungslevel auf und könnt im Verlauf bestimmte Kisten knacken oder Waffen nutzen.

The Division - Bild 2

Die Dark Zone fühlte sich im Test wie ein riesiges Abenteuer an. Man weiß nie, welche Gefahren hinter der nächsten Ecke lauern. Darüber hinaus bilden sich gerade im Kampf mit Computer-Widersachern schnell Zweckbündnisse mit Fremden. Gleichzeitig aber müsst ihr euch vor anderen Spielern in Acht nehmen. Attackiert ihr selbst, so wechselt euer Status auf „abtrünnig“. Ihr seid somit als Gegner gekennzeichnet und verliert mehr XP, sofern ihr draufgeht. Greift ihr weiter an werdet ihr „vogelfrei“ und seid zum Abschuss freigegeben. Der Vorteil: Ihr bekommt besonders viel XP, solltet ihr eine gewisse Zeit überstehen.

Daher müsst ihr in der Dark Zone stets abwägen, wie ihr vorgeht. Manchmal sind Gier und Aggression tödlich, manchmal lohnenswert. So aufregend und intensiv das Dark-Zone-Erlebnis sein kein, so gibt es auch frustrierende Momente. Spätestens, wenn man zum vierten Mal von stärkeren Gegner umgelegt oder von Scharfschützen erschossen wird, hört der Spaß auf. Deshalb variiert die Dark Zone auch stark, abhängig davon, welche Spieler euch die Server zulosen.

Meinung

„Nur noch eine Mission. Nur noch ein kurzer Einsatz“, das hörten wir uns während des Tests von „Tom Clancy’s The Division“ häufig murmeln. Ubisofts Online-Shooter zieht einen ungemein schnell in seinen Bann und motiviert mit steten Belohnungen. Die Mischung aus Basisbau, Arsenalerweiterungen und Charakterfortschritt funktioniert klasse. Ständig ertappten wir uns dabei, wie wir noch ein paar Pünktchen mehr aus unseren Waffen und unserem Helden herausholen wollten. Davon abgesehen überzeugt das Spiel allerdings auch durch seine erstklassige Deckungsmechanik und die taktisch fordernden Kämpfe. Dadurch macht gerade der Koop-Modus sehr viel Spaß. Die Dark Zone als separate Schatzkiste hat ebenfalls ihren Reiz und kann zu herrlich dynamischen und intensiven Kämpfen führen. Zumindest sofern man keinen Trollen begegnet, die einfach nur Leute ärgern wollen. Zu den größten Schwachstellen von „The Division“ gehören zweifellos die seichte Story, die schlechte Einführung in bestimmte Spielfunktionen und das insgesamt zu eintönige Missionsdesign. Die Spielwelt indes mag zwar wunderschön sein, hätte aber eine Spur natürlicher und interaktiver sein dürfen.

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