Injustice 2: NetherRealms Comic-Prügler im Test

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Injustice 2: NetherRealms Comic-Prügler im Test

Die Macher von „Mortal Kombat X“ lassen die Superhelden tanzen. Der Test verrät: Darum ist „Injustice 2“ ein absolut fantastisches Beat'em Up, das nicht nur Prügelfreunde haben müssen.

Superhelden erobern Hollywood und damit auch den Mainstream. Ganz egal, ob die „Avengers“, die „Guardians of the Galaxy“ oder „Batman“ – Sobald die Helden des Marvel- und des DC-Universums aufschlagen, bilden sich Schlangen an den Kinokassen. Zugegebenermaßen war nicht alles Gold was da in den Lichtspielhäusern so alles glänzt. „Batman v Superman“ und „Suicide Squad“ gehören sicherlich zu den schwächsten Comic-Verfilmungen der jüngeren Vergangenheit.

Doch davon sollten sich Freunde gepflegter Raufereien nicht abschrecken lassen. Bereits der 2013 veröffentlichte erste Teil „Injustice – Gods among Us“ präsentierte sich als launiges Beat’em Up. Darauf bauten die NetherRealm Studios nun auf und bringen mit „Injustice 2“ ein erstklassiges und gleichermaßen umfangreiches Prügelspiel auf den Markt.

Von Fans für Fans?

Ihr greift auf insgesamt 28 von Beginn an freigeschaltete Schurken und Recken des DC-Universums zurück. Darunter befinden sich bekannte Namen wie Batman, Superman oder Green Lantern, aber auch „kleinere“ Figuren wie Blue Beetle oder Cheetah. NetherRealm stellt die Figuren meisterlich dar und so ist „Injustice 2“ eines der schönsten Beat’em Ups überhaupt.

Die Liebe mit der die Figuren präsentiert werden, ist jede Sekunde klar erkennbar. The Flash beispielsweise verschwindet nach einem Sieg kurz aus dem Bild und taucht wenig später mit einem Hot Dog oder einem Getränk in der Hand wieder auf. Green Arrow schießt einen Pfeil in die Luft, der ein grünes Feuerwerk regnen lässt. Immer wieder fallen einem nette Details auf, die einen nach Stunden noch zum Schmunzeln bringen.

Kurz, aber knackig

Die Kampagne spielt diese Stärken ebenfalls geschickt aus. Die Zwischensequenzen sehen absolut fantastisch aus und gerade die Gesichtsanimationen überzeugen auf ganzer Linie. Die Filmchen gehen nahtlos in die Kämpfe über. Dadurch entsteht die Illusion eines spielbaren Blockbusters, was über inhaltliche Macken hinweg tröstet.

Mit sechs bis sieben Stunden ist die Story nicht allzu lang und durch die häufigen Wechsel der Charaktere geht einiges an Tiefe flöten. Nichtsdestotrotz motiviert die Kampagne zum Weiterspielen und dient als ausführliches Tutorial für die einzelnen Charaktere. So sammelt ihr im Verlauf erstes Loot – die so genannten Mother Boxes – und Erfahrung für die Helden. Auf diese Weise steigen sie im Rang auf und ihr könnt sie mit neuen Ausrüstungsgegenständen versehen.

Superman braucht neue Schuhe

„Injustice 2“ implementiert erstmals eine Art Rollenspielsystem und sorgt damit für mächtig Wiederspielwert. Neben der Kampagne ergänzen der Mehrspielermodus und das so genannte Multiversum den Titel. Letzteres erinnert leicht an die „Living Towers“ aus „Mortal Kombat X“ und bringt euch immer wieder neue, teils zeitlich begrenzte Aufgaben und Missionen. Manchmal erhaltet ihr Kämpfer vorgegeben, manchmal laufen die Gefechte unter bestimmten Voraussetzungen ab. Als Belohnung winken Mother Boxes, die euch Ausrüstungsgegenstände, Fähigkeiten und neue Farbmuster für eure Helden bescheren. Dadurch verleiht ihr Batman und seiner Rasselbande einen eigenen Anstrich und verbessert obendrein deren Eigenschaften. Der Grind fällt aufgrund der immer wieder wechselnden Ziele im Multiversum vergleichsweise geschmeidig aus und frustriert zu keiner Sekunde.

Superheldenspaß für jedermann

Dass bei „Injustice 2“ weder Langeweile noch Ärger aufkommen liegt aber nicht zuletzt an dem eingängigen und trotzdem komplexen Kampfsystem. Jeder Held spielt sich anders und besitzt eine Fülle individueller Aktionen und Taktiken. „Injustice 2“ verzichtet zudem über weite Strecken auf unnötig komplexe Tastenkombinationen. Stattdessen führt ihr selbst fortgeschrittene Moves mit durchdachten Kombinationen aus Richtungs- und Aktionstasten aus.

Trotzdem sind gerade bei Blocks und Kontern gutes Timing gefragt und wer möchte, jongliert seinen Gegner sogar in der Luft. Dazu interagiert ihr mit den Hintergründen der insgesamt 12 Arenen. Ihr springt beispielsweise von Säulen ab, greift und schleudert Fässer oder sogar Krokodile, tretet eure Widersacher in Objekte oder drescht ihn von einem Areale ins nächste. Die Matches sind flott und vergleichsweise kurz.

Kaum ein Gefecht geht länger als zwei Minuten. Stattdessen dominiert die Action. So greift ihr beispielsweise im Verlauf auf Spezialfertigkeiten zurück. Flash etwa verlangsamt kurz die Zeit. Auch in diesem Fall benötigt ihr dazu lediglich eine Taste. Das Finden der dafür notwendigen Zeitfenster erweist sich aufgrund des flotten Gameplays als umso entscheidender. Krone der Schöpfung sind die absurden wie spektakulären Superaktionen. Da kloppt Flash seine Feinde etwa durch die Zeit oder Batman torpediert sie mit dem Batwing.

Unsere Kritikpunkte beziehen sich letztlich nur auf Kleinigkeiten: Zwei oder mehr Superaktionen hätten mehr Abwechslung ins Spiel gebracht. So toll die Finisher auch aussehen, irgendwann hat man sie doch satt. Außerdem fehlte uns ein Tag-Team-Modus, in dem wir Helden im Match wechseln können.

Meinung

Mit „Injustice 2“ macht NetherRealm fast alles richtig. Man reduziert die wenigen Schwächen des ohnehin schon sehr gelungenen Vorgängers und baut dessen Stärken noch weiter aus. Heraus kommt ein absolut geniales Beat’em Up, das in Puncto Spielbarkeit, Technik und Umfang seinesgleichen sucht. Profis und Einsteiger erfreuen sich gleichermaßen an den Raufereien zwischen Batman, Superman und den anderen Helden des DC-Universums.

Die Kampagne mag zwar mit sechs Stunden kurz sein, macht aber trotzdem Laune. Dazu gibt es mit dem Mehrspielermodus und dem Multiversum gleich zwei Optionen, die über Tiefe verfügen und zugleich die Sammelleidenschaft entfachen. Das Aufrüsten und Umbauen der eignenen Helden motiviert enorm und lässt einen immer wieder zum Gamepad greifen. Kurzum: Ein klare Kaufempfehlung für „Injustice 2“!

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