Final Fantasy XII: The Zodiac Age – Die glanzvolle Neuauflage im Test

Autor: MK

10. Juli 2017 um 14:00 Uhr: Die Liste der Neuerungen ist lang und die Vorlage ein echter Hingucker. Erneut steht ein Remake eines "Final Fantasy"-Spiels ins Haus und soll Neulinge wie Veteranen ansprechen. Doch sind alle Verbesserungen wirklich besser?

Mit "Final Fantasy XII: The Zodiac Age" kredenzt Square Enix abermals einen Remake, womit die Liste der auf PS4 spielbaren Ableger der Reihe weiter wächst. Aufgrund des Szenarios und der Spielmechaniken als einer der umstrittensten Teile gehandelt, konnte "Final Fantasy XII" nicht jeden überzeugen. Neben einem frischen HD-Anstrich sollen eine Reihe von Verbesserungen nun auch diejenigen überzeugen, die dem Original nicht so viel abgewinnen konnten.

Dabei sind meisten Neuerungen in "Final Fantasy XII: The Zodiac Age" gar nicht so neu. Bereits 2007 erschien nämlich die zweite Auflage des Spiels und verfügte bereits über einen Großteil der Änderungen, die nun erneut ihren Weg ins Spiel gefunden haben. Diese Fassung des Spiels mit dem Titel "Final Fantasy 12 – International Zodiac Job System" erschien allerdings nur in Japan.

Final Fantasy XII: The Zodiac Age – Das Lizenzbrett

Ein Kritikpunkt, den sich die ursprüngliche Version von "Final Fantasy XII" immer wieder gefallen lassen musste, war der etwas zu allgemeine Skilltree. Das sogenannte Lizenz-Brett, über das ihr für Helden neue Fähigkeiten freischalten könnt, ist hier für jeden spielbaren Charakter identisch. Dadurch ähneln sich die Figuren gegen Ende des Spiels stark, was spielerisch nicht besonders befriedigend ist.

Um das zu ändern, teilt das Zodiac Job System alle Lizenzen in typische "Final Fantasy"-Klassen ein. Hierzu zählen unter anderem Waldläufer, Rotmagier, Paladin oder auch Machinist. Auf diese Wiese lassen sich die Helden nun spezifisch ausrichten und entwickeln unterschiedliche Fähigkeiten.

Die Idee ist nicht schlecht, doch wirklich besser wird das Klassensystem dadurch nicht. Das Hauptproblem dabei ist nämlich die Tatsache, dass ihr ohne große Vorkenntnisse bestimmt, welchen Job ein Charakter bekommt. Da ihr diese Entscheidung nicht revidieren könnt, bekommt ihr das Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben, nur schwer los. Damit ihr zumindest noch ein wenig Spielraum erhaltet, dürft ihr später pro Held eine zweite Klasse festlegen. Das löst das Problem zwar nur bedingt, nimmt der Mechanik dafür etwas von ihrer Endgültigkeit.

Fast Forward: Kein Weg zu weit, kein Kampf zu klein

Auch die Vorspul-Funktion ist irgendwie ein zweischneidiges Schwert. Ebenfalls eine Neuerung, die bereits in der 2007-Fassung von "Final Fantasy XII" enthalten war, erlaubt euch dieses Feature, auf Knopfdruck die Spielgeschwindigkeit hochzudrehen. Über die Einstellungen habt ihr die Wahl zwischen zweifachem und vierfachem Tempo. Wohl dosiert, ist diese Option durchaus praktisch.

Befindet ihr euch beispielsweise gerade vor einem Boss-Kampf und wollt noch ein wenig grinden, um eure Helden zu stärken oder ihr reist gerade durch ein längeres Gebiet auf der Suche nach einem bestimmten Gegner, spart euch das Vorspulen jede Menge Zeit. Da das gesamte Spielgeschehen so beschleunigt läuft, könnt ihr schnell eine Vielzahl von Kämpfen erledigen und kürzt langatmige Passagen ab.

Doch so angenehm diese Funktion zeitweise ist, so schnell kann sie die Stimmung des Spiels beeinflussen. Besonders wenn ihr die Dosierung zu inflationär handhabt, nehmt ihr euch einiges an Flair. Da ihr hierfür allerdings selbst verantwortlich seid und die Vorteile überwiegen, gehört die Vorspul-Funktion aber auf jeden Fall zu gelungenen Verbesserungen.

Gelungene Verjüngungskur

Hierzu zählt unbedingt auch die Darstellung. Auch wenn "Final Fantasy XII" zu den hübschesten Spielen auf der PS2 zählt, hat es nach fast elf Jahren Staub angesetzt. Diesen klopft die Neuauflage konsequent herunter und poliert die Optik auf Hochglanz. Ein Großteil der Texturen wurde deutlich nachgeschärft und da sämtliches Kantenflimmern beseitigt wurde, erstrahlen die detailreichen Charaktere und die zauberhafte Spielwelt in zeitgemäßem Glanz.

Viel mehr noch: Aufgrund der sauberen Darstellung unterstreichen die Entwickler das wunderschöne und originelle Design des Spiels und erwecken den Eindruck, dass dieses damals seiner Zeit voraus war. Denn habt ihr bisher nicht viel von "Final Fantasy XII" gesehen und betrachtet das Spiel nun zum ersten Mal, würdet ihr vermutlich gar nicht meinen, dass es sich um ein älteres Spiel handelt. Selbst weitläufigere Gebiete sind voll von Details und vermitteln eine glaubhafte Spielwelt und sowohl Spielfiguren als auch die Orte, die ihr besucht sind glaubhaft und charmant.

Auch die Zwischensequenzen sehen großartig aus, wenn auch der Staub hier noch etwas zu sehen ist. So sind die vorgerenderten Aufnahmen zwar schärfer und flüssiger, allerdings nicht immer ganz so scharf wie die Spiel-Szenen. Nichts, was nicht verkraftbar wäre und vor allem nichts, was den Spielspaß mindert.

Fazit

"Final Fantasy XII: The Zodiac Age" könnte in dieser Form durchaus als aktuelle Produktion durchgehen und stellt selbst ein paar jüngere Ableger der Marke in den Schatten. Zumindest was die Darstellung betrifft. Der neu eingespielte Soundtrack und die aufpolierte Optik zeigen wie zeitlos das Design des ursprünglichen Spiels ist. Die Spielmechaniken wirken daneben nicht ganz so modern, was allerdings hauptsächlich am neuen Job-System liegt. Das ist nicht optimal und hätte seit der Zweitauflage von 2007 ruhig noch etwas Finetuning vertragen. Mögt ihr JRPGs sollte das allerdings kein Hindernis für euch sein, denn unterhaltsam ist "Final Fantasy XII: The Zodiac Age" allemal und die Geschichte nach wie vor erlebenswert. Und mit dem neuen Trials-Mode gibt es auch nach Beenden der Handlung noch reichlich zu tun.

Heute am meisten gelesen

Impressum