Stardew Valley Collector’s Edition: Der Bauernhofsimulator im Test

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Stardew Valley Collector’s Edition: Der Bauernhofsimulator im Test

Felder bestellen, die eigene Farm managen und Minen erkunden: „Stardew Valley Collector's Edition“ ist das vielleicht entspannteste Sandbox-Abenteuer dieses Sommers.

Kann man eigentlich ein Videospiel alleine entwickeln? Na klar! In der jüngeren Vergangenheit schafften findige Hobby-Bastler das Unmögliche und erzielten mit One-Man-Shows erstaunliche Ergebnisse. So programmierte Alexey Pajitnov den Klassiker „Tetris“ im Alleingang und natürlich stellte Markus „Notch“ Persson mit „Minecraft“ einen echten Mega-Hit auf die Beine, der ihn zum Millionär machte.

„Stardew Valley“ schlägt in die gleiche Kerbe. Die von Eric „ConcernedApe“ Barone entwickelte Bauernhofsimulation mauserte sich seit dem ersten Erscheinen im Februar 2016 zu einem gewaltigen Erfolg auf der Verkaufsplattform Steam. Die seit einigen Monaten erhältliche Konsolenversion erhält nun noch eine aufgemotzte „Collector’s Edition“. Diese erleichtert gerade Neueinsteigern den Start ins Farmleben: Neben dem Soundtrack befindet sich ein Mini-Guide im Lieferumfang. Dazu ist das Spiel nun komplett auf Deutsch, was mögliche Verständigungsprobleme ausräumt.

Wenn ich groß bin, werde ich Farmer

Das Stadtleben laugt einen aus. Und genau deshalb kommt für den eigenen Spielcharakter die plötzliche Erbschaft des großväterlichen Bauernhofs zu einem gar nicht so ungelegenen Zeitpunkt. Doch der erste Blick auf das alte Gut offenbart Schlimmes. Der Hof ist von Unkraut, Geröll und jeder Menge Müll überwuchert. Also ran an Spitzhacke und Sense, um zunächst ein wenig Ordnung zu schaffen.

Der Einstieg könnte zweifellos einen Hauch komfortabler ausfallen. Mit ein wenig Mitdenken jedoch sollte sich jeder bei den selbsterklärenden Symbolen und Mechanismen zurecht finden. Die meisten Zusammenhänge erklären sich nahezu eigenständig. Einen Haken hat „Stardew Valley“ jedoch. Auf Xbox One und PlayStation 4 sieht man dem Spiel seinen PC-Ursprung an. Die Navigation durch die Pixel-Menüs gestaltet sich nicht immer sonderlich intuitiv und auch das Platzieren von Saatgut oder hergestellten Bauteilen ist zuweilen ein wenig fummelig.

Das lustige Landleben

Danach entfaltet sich „Stardew Valley“ wie von allein. In den ersten Tagen räumt ihr zunächst den Hof auf und sammelt so in „Minecraft“-Manier Rohstoffe. Mit Hilfe des übersichtlichen Baumenüs stellt ihr Zäune her oder beginnt, das Areal nach euren Wünschen zu verschönern. Natürlich legt ihr auch erste Felder an und es entwickelt sich schnell so etwas wie eine bunte Wirtschaftssimulation. Ihr müsst mit dem Geld und den Ressourcen haushalten, Investitionen tätigen und euch natürlich um den Bauernhofalltag kümmern.

Mit der Zeit verwandelt sich die eigene kleine Farm zu einem (mehr oder minder) florierenden Unternehmen. Mit dem stetigen Fortschritt schaltet ihr neue Optionen frei. Ihr erweitert beispielsweise das eigene Haus oder platziert Gebäude wie einen Verschlag für Hühner oder gar Ställe. „Stardew Valley“ steht eigentlich nie still und bietet ständig etwas Neues oder zumindest etwas, das ihr weiter optimieren könnt. Zu diesem Zweck aktiviert ihr Upgrades und könnt so besagten Verschlag verbessern. Die Tiere werden es euch danken.

Vom Bauernsimulator zum Dungeon-Crawler

Doch „Stardew Valley“ dreht sich natürlich nicht allein um den Bauernhof. Ihr könnt auch die Spielwelt erkunden und etwa das nahegelegene Dorf erforschen. Deren Bewohner möchten nur allzu gerne mit euch handeln und wer weiß, vielleicht findet ihr dort auch die Liebe eures „virtuellen“ Lebens. Soll heißen: Es gibt noch mehr außer monotoner Feldarbeit und genau damit setzt sich das knuffige „Stardew Valley“ von manch anderem „Landwirtschaftssimulator“ ab. Die eigene Spielfigur entwickelt sich über die ständige Arbeit immer weiter, was deutlich zur Motivation beiträgt.

Als ob diese RPG-Funktionen nicht ausreichen würden, so findet ihr im Verlauf auch immer wieder Dungeons, die ihr nach seltenen Mineralien, Erze und Edelsteinen. In den 120 Stufen umfassenden Gewölben lauern aber fiese Kreaturen, gegen die ihr kämpfen müsst. Spielerisch gibt sich „Stardew Valley“ hier gewohnt zahm. Die kleinen Scharmützel steuern sich ebenso wie das Abarbeiten von Rohstoffen. Erwartet also nicht zu viel Abwechslung! Damit ihr nicht unterwegs zu Boden geht, greift ihr zu Nahrungsmitteln und rüstet euren Spielcharakter mit frischen Waffen oder anderen Ausrüstungsgegenständen aus. Ein echter „Diablo“-Konkurrent ist „Stardew Valley“ zwar nicht, trotzdem wissen verschiedenen Einsatzgebiete gerade auf lange Sicht zu gefallen.

Meinung

Und schon wieder eine Stunde auf dem Acker verbracht. „Stardew Valley“ entpuppt sich auch in der aufgebohrten „Collector’s Edition“ als ungeheuer motivierender Zeitfresser. Plötzlich entdecken wir unsere neue Liebe zum Gärtnern und dem Farmleben. Am meisten fasziniert uns allerdings die Vielseitigkeit des Spiels. Abseits der umfangreichen Hauptgeschichte geht es hier vor allem um das Erforschen und Erkunden einer riesigen Spielwelt.

Die Pixel-Optik passt einmal mehr ausgezeichnet zum Grundtenor des Spiels und ermutigt einen, sich aus seiner Komfortzone – dem eigenen Hof – zu entfernen. Egal, ob wir einfach nur mit anderen Dorfbewohnern quatschen oder gar in den Mini-Dungeons auf Schatzsuche gehen – „Stardew Valley“ motiviert ungemein und lässt einen nach der etwas holprigen Startphase so schnell nicht mehr los. Genau deshalb gehört „Stardew Valley“ zu unseren Geheimtipps – ganz egal, ob für PC, Xbox One oder PS4. Wir freuen uns übrigens auch auf die bereits angekündigte Version für die Nintendo Switch!

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