Destiny 2 im Test: In die Unendlichkeit und noch viel weiter

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Destiny 2 im Test: In die Unendlichkeit und noch viel weiter

Zu den Waffen, ihr Hüter! Das Universum ruft und Millionen Spieler freuen sich auf den Grind. Ob „Destiny 2“ den Vollpreis rechtfertigt, verrät euch der ausführliche Test.

Die Spötter jubilierten im Vorfeld der Veröffentlichung von „Destiny 2“ und prophezeiten lediglich ein besseres Update zum Vollpreis. Doch allen Unkenrufen zum Trotz präsentiert sich Bungies Multiplayer-Shooter – trotz kleiner Server-Probleme auf der Playstation 4 – als erstaunlich gut spielbares Action-Vergnügen, das die gravierendsten Schwächen seines Vorgängers ausgleicht und dessen Stärken weiter betont.

Die Geschichte zählt!

„Destiny“ fühlte sich stets an wie eine Abfolge lose aneinander gereihter Einzelmissionen an. Der aktuelle Ableger nimmt gerade Solisten mehr an die Hand. Das Spiel beginnt mit der Katastrophe: Die Kabale der Rotlegion um Dominus Ghaul zerstören den Turm der Hüter und berauben sie ihres Lichts und damit ihrer Kräfte. In den folgenden sechs bis zehn Stunden erzählt „Destiny 2“ die Geschichte der Rebellion gegen einen überlegenen Feind, in der ihr als Auserwählter an vorderster Front kämpft.

Destiny 2 - Bild 5

In den ersten Missionen kommt ihr noch ohne Super-Attacken und Spezial-Fertigkeiten aus. Erst wenn ihr ein Bruchstück des Reisenden berührt, kehren diese Kräfte wieder zurück. Im Anschluss führt euch „Destiny 2“ über vier Planeten – von der Europäischen Todeszone auf der Erde bis auf den fernen Io. Nicht nur, dass alle Welten ihren ganz eigenen Look haben, der Plot hält die Sternenreise besser zusammen. Dadurch fühlt sich das Spiel weniger wie ein Haufen von Einzelmissionen, sondern eher wie ein „zerstückeltes“ Open-World-Spiel an.

Der Plot selbst kommt zwar nie über das Motiv des verzweifelten Kampfes gegen einen übermächtigen Feind hinweg, passt aber ausgezeichnet zum Spiel und die Zwischensequenzen und die Charaktere besitzen großen Wiedererkennungswert. Kurzum: „Destiny 2“ ist nun auch für Solisten deutlich interessanter, die vielleicht nur die Kampagne und einige Nebenmissionen angehen möchten.

Mehr Vielfalt abseits der Story

Veteranen finden sich gewohnt schnell zurecht: Schon bei der Charaktererstellung pickt ihr euch wahlweise Titan, Warlock oder Jäger heraus. Die Subklassen sucht ihr euch erst später heraus. Durch das Absolvieren des Story-Modus erkundet ihr die vier besagten Sterne. Im Anschluss sind diese Areale frei zugänglich und beherbergen u.a. öffentliche Events, Abenteuer und versteckte Plätze. Öffentliche Events finden in regelmäßigen Abständen statt und basieren meist darauf, dass ihr – idealerweise gemeinsam mit anderen Spielern – Horden abwehren müsst.

Destiny 2 - Bild 4

Diese Aufgaben haben es überraschend in sich und lockern die offene Spielwelt spürbar auf. Abenteuer sind neben den Strikes sicherlich die wichtigsten Nebenmissionen. Sie unterfüttern den Plot noch einmal und bringen mehr Tiefe, indem sie bestimmte Nebencharaktere wie etwa die durchgedrehte Computer-KI Failsafe in den Mittelpunkt rücken. Insgesamt gibt sich Bungie weitaus mehr Mühe mit dem Erzählen vieler kleiner Geschichten und so wirkt „Destiny 2“ weniger bruchstückhaft als sein Vorgänger.

Erstklassig spielbarer Online-Shooter

Trotzdem bleibt „Destiny 2“ aber seiner Linie treu. Das Gunplay ist weiterhin die Stärke des Bungie-Shooters. Steuerung und Waffen-Feedback sind herausragend. Mit dem Titan etwa schwebt ihr in Doppelsprüngen über das Schlachtfeld, der Jäger dagegen ist wesentlich flinker. Alle Kanonen fühlen sich merklich anders an. Gerade Handfeuerwaffen haben teils einen mächtigen Wumms, Maschinengewehre dagegen ballern die Kugeln im Dauerfeuer raus und Raketenwerfer überraschen mit ihrer Wucht und einem herrlichen Feuerwerk. Dazu besitzt jede Klasse über eine Superattacke und drei Specials, sowie zwei Blöcke mit jeweils vier passiven Fertigkeiten. Die Aufladezeiten wurden im Vergleich zur Beta leicht herunter geschraubt.

Solides Endgame

Das Maximal-Level in „Destiny 2“ beträgt zum aktuellen Zeitpunkt 20 und die maximale Licht-Stufe 300. Das Endgame sieht vor allem die weitere Erkundung der Welt und natürlich die verschiedenen Online-Spielarten vor. Während uns die Versus-Optionen des Schmelztiegels eher kalt lassen, überzeugen uns die Koop-Strikes für drei Spieler umso mehr. Die verfügbaren Einsätze besitzen ebenfalls eine in sich gut aufgebaute Geschichte und sollten erst ab der höchsten Erfahrungsstufe angegangen werden. Die Missionen übertrumpfen die des ersten Teils nahezu problemlos.

Destiny 2 - Bild 3

Denn sie vereinen die grafische Brillanz der toll inszenierten Szenarien mit knackigen Schlachten gegen gewaltige Gegnerhorden. Natürlich gibt es keine wirklich frischen Rassen in „Destiny 2“ und auch das Spielgefühl ähnelt dem des Vorgängers stark. Doch wirklich böse kann man Bungie in diesem Fall nicht sein, weil die Dramatik, das Gameplay und die Langzeitmotivation einfach auf sehr hohem Niveau sind. Wir sind sehr gespannt, was bei dem am 13. September erscheinenden Raid passiert und erwarten nichts weniger als das bislang größte Abenteuer der „Destiny“-Geschichte.

Wenn wir „Destiny 2“ etwas ankreiden wollen, dann die weiterhin integrierten Mikrotransaktionen. Und zum anderen den Fakt, dass Farbmuster zur Personalisierung des eigenen Avatars nur einmal benutzt und danach wieder neu gefunden werden müssen. Beide Aspekte stören den überaus positiven Gesamteindruck und generell bleiben Mikrotransaktionen in einem Vollpreisspiel etwas, das einen faden Beigeschmack hinterlässt.

Destiny 2 - Bild 1

Meinung

Bungie bringt mit „Destiny 2“ die kritischen Massen zum Schweigen und liefert ein überaus gelungenes Action-Erlebnis ab. Der Online-Shooter räumt mit fast allen Schwächen des Vorgängers auf und ist daher – trotz eines ähnlichen Spielgefühls – das weitaus bessere Produkt. Erfolgreiche Grundzutaten wie beispielsweise das unkaputtbare Shooter-Gameplay oder das Item-Grinding bleiben erhalten. Allerdings bettet Bungie diese Aufgaben in einen besser ausbalancierten Zusammenhang ein und motiviert so zusehends zum Weiterspielen. Angesichts der DLC-Strategie besitzt „Destiny 2“ somit alle Tugenden, um ein echter Dauerbrenner zu werden. Bungie liefert in diesem Fall souverän ab und so ist „Destiny 2“ einer der ersten Hits der zweiten Jahreshälfte.

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