Activision: Matchmaking-Tricks für mehr DLC-Verkäufe

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Activision: Matchmaking-Tricks für mehr DLC-Verkäufe
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Auch Spielentwickler und Publisher sind Unternehmen, in denen Gewinne das oberste Ziel sind. Ein Patent aus dem Hause Activision dürfte allerdings einen Schritt zu weit gehen, da es die Spieler dank eines ausgeklügelten Matchmakings auf recht perfide Art und Weise dazu animieren soll, Geld in Zusatzinhalte zu investieren. Zum Einsatz kommt das System laut Activision bislang nicht.

Vor einem Jahrzehnt hatten Spielentwickler und Publisher recht wenige Möglichkeiten, mit ihren Spielen parallel zu den eigentlichen Verkäufen Geld zu verdienen. Das hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Selbst in Vollpreisspielen werden die Käufer inzwischen dazu animiert, auf Mikrotransaktionen zu setzen bzw. Lootboxen zu erwerben. Hinzu gesellen sich die üblichen Download-Erweiterungen, die oft an einen Season-Pass gekoppelt sind, der möglichst vor dem Launch der DLC-Inhalte gekauft werden soll. Rabatte und exklusive Inhalte sollen die Spieler dazu ermuntern.

Gezieltes Matchmaking soll DLC-Verkäufe fördern

Activision möchte offenbar noch einen Schritt weiter gehen. Das Unternehmen hat im Jahr 2015 ein inzwischen bewilligtes Patent eingereicht, das ein recht perfides System beschreibt. Es richtet sich an das Matchmaking, das so gestaltet werden kann, dass die Spieler dazu animiert werden, Geld in Zusatzinhalte zu investieren. Zu diesem Zweck werden die Spieler in den Multiplayer-Matches gezielt mit anderen Zeitgenossen zusammengebracht, die bereits Zusatzinhalte wie bessere Waffen erworben haben.

Letztendlich können beim im Patent beschriebenen Matchmaking die Fähigkeiten der Spieler, die Internetverbindung sowie die Ingame-Käufe berücksichtigt werden. Mit dem zuletzt genannten Kriterium sollen Spieler, die noch keine Zusatzinhalte wie bessere Waffen gekauft haben, auf Teilnehmer stoßen, die mit den Zusatzkäufen bessere Ergebnisse erzielen. Nutzt zudem ein sehr erfahrener Spieler eine bessere DLC-Waffe, erscheint diese noch mächtiger und reizvoller, was einen Kauf wahrscheinlicher macht.

Die neue Matchmaking-Engine kann noch einen Schritt weitergehen. Beispielsweise bietet sie die Möglichkeit, die Spieler nach dem Kauf einer neuen Waffe in ein Match zu schicken, in dem sie mit ihr besondere Erfolgsaussichten haben. Die Kunden würden sich nach dem Erwerb gut fühlen und eher dazu geneigt sein, weiteres Geld in den Kauf von Zusatzinhalten zu investieren.

Activision meldet sich zu Wort

Das klingt alles sehr perfide, allerdings ist nicht ganz klar, ob Activision das beschriebene Matchmaking-System tatsächlich zum Einsatz kommen lassen möchte. Nachdem das Unternehmen von Game Informer mit der Frage konfrontiert wurde, ob bereits damit gearbeitet wird, hieß es aus der Zentrale, dass das beschriebene System 2015 von einem eigenständigen Entwicklerteam nur zu Forschungszwecken untersucht und patentiert wurde. In den Spielen soll es nicht zum Einsatz kommen. Auch Bungies Community Director betonte auf Twitter, dass in "Destiny" nicht darauf gesetzt wird.

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