Assassin’s Creed Origins: Ubisofts Open-World-Abenteuer im Test

Autor:
Assassin’s Creed Origins: Ubisofts Open-World-Abenteuer im Test

Mehr Story, mehr Möglichkeiten und mehr Kampf: „Assassin's Creed Origins“ macht vieles anders als seine Vorgänger und führt die Serie im Jubiläumsjahr zu neuen Höhen.

Die verrückteste Zeit des Gaming-Jahres ist im vollen Gange: Nachdem bereits mit Titeln wie „The Evil Within 2“ oder „Gran Turismo Sport“ echte Blockbuster in die Läden kamen, so erreicht der Spielewahnsinn dieser Tage seinen absoluten Höhepunkt. „Wolfenstein 2: The New Colossus“ und „Assassin’s Creed Origins“ erscheinen gleichzeitig und kämpfen damit um eure Gunst.

Nachdem Ubisofts Kuttenkiller im vergangenen Jahr eine Pause einlegten, fühlt sich der aktuelle Ableger fast wie ein Relaunch an. „Assassin’s Creed Origins“ lässt keinen Stein auf dem anderen und setzt viele lange angeregte Neuerungen in die Tat um. Bayeks Abenteuer in Ägypten jedenfalls erinnern stärker an Rollenspiele wie „The Witcher 3: Wild Hunt“ als manchem vielleicht lieb sein dürfte.

Wunderschönes Ägypten

„Assassin’s Creed Origins“ wählt einen gänzlich anderen Schauplatz als seine Vorgänger „Unity“ und „Syndicate“. Fühlten sich London und Paris noch vergleichsweise eng und dennoch weitläufig an, ist Ägypten eine gigantische Spielwiese voller Varianz. Mal wandert ihr durch kleine Dörfer, mal durch Wüsten und mal durch gewaltige Städte und Tempelanlagen. Dieser Wechsel motiviert enorm und macht das Entdecken der Gebiete zu einem der Haupt-Features von „Origins“.

Die Spielwelt sieht nicht nur hübsch aus, sie wirkt auch herrlich lebendig. Auf den Märkten tummeln sich oft dutzende von Menschen und in den wilderen Regionen treibt eine Vielzahl von Tieren ihr Unwesen. Alle Lebewesen interagieren miteinander und so kommt es immer wieder zu Konflikten. Im Test etwa legte sich ein Leopard mit einer Horde Krokodile an und Soldaten jagten einen Dieb durch die halbe Stadt.

Ihr wiederum erkundet das Gelände entweder zu Fuß, auf eurem Reittier oder per Schnellreise. Vom Rücken eures Gefährts könnt ihr obendrein kämpfen und richtet so mehr Schaden an.

Frischer Kämpfer

Ubisoft baut das Kampfsystem von Grund auf neu. Vorbei die Zeiten der langen Konterketten,stattdessen visiert ihr einzelne Gegner nun per Tastendruck an: Angriffe blockt oder pariert ihr und setzt eurem Widersacher mit schweren sowie leichten Attacken oder Gimmicks wie Brandbomben zu. Darüber hinaus greift Bayek zu einer Vielzahl an Bögen, die sich in puncto Schussfrequenz, Schaden und Nachladetempo unterscheiden. Gefechte mit kleineren Wachen sind weiterhin zu leicht. Bosse oder Elite-Soldaten aber fegen einen unachtsamen Assassinen aber mühelos vom Schlachtfeld.


Assassin’s Creed Origins: Infos zu den Mikrotransaktionen – Helix-Packs kosten bis zu 50 Dollar

"Assassin's Creed Origins" zählt zu den Spielen, die mit Mikrotransaktionen ausgestattet wurden. Zunächst kauft ihr sogenannte Helix Credits mit Echtgeld und ...

Deshalb ist stets Vorsicht geboten, ehe ihr beispielsweise ein Lager stürmt. Konntet ihr früher problemlos eine Übermacht in Schach halten, hat Bayek in „Assassin’s Creed Origins“ keine Chance gegen zu viele Widersacher. Ubisoft koppelt den angerichteten Schaden stärker an das Erfahrungssystem. Ein Level-7-Bayek sieht also gegen einen Stufe-15-Wachmann kein Land. Selbst Schleichangriffe bedeuten daher mitunter nicht den sofortigen Tod eures Widersachers. Dank der standardmäßig aktivierten Schadensanzeige könnt ihr Attacken aber gut abschätzen, müsst aber häufiger überlegen, wie ihr tatsächlich vorgehen müsst.

Das Schleich-System wiederum bleibt nahezu identisch. Bayek kraucht durch das hohe Gras, lockt Widersacher mit Pfiffen an und schaltet sie hinterrücks aus. Alte Schwächen wie die wankelmütige Gegner-KI bleiben in diesem Fall leider bestehen, doch zum Glück gibt es höhere Schwierigkeitsgrade, die selbst Profis fordern werden.

Bekanntes neu aufbereitet

So machen speziell die ersten zehn bis fünfzehn Stunden mächtig Laune, denn durch das Erforschen der Spielwelt und das Erledigen der Aufgaben bildet ihr Bayek schnell zur Kampfmaschine aus. Ubisoft erweitert das Charaktersystem nun um klare Rollenspielkomponenten: Waffen verfügen über Eigenschaften und bestimmte Seltenheitsstufen. Darüber hinaus kauft ihr mit jedem Stufenaufstieg neue aktive und passive Fertigkeiten dazu. Das Crafting kommt dagegen vergleichsweise kurz und ist eng an das Ressourcensystem gebunden.


Assassin’s Creed Origins: PS4 Pro Gameplay und Screenshots ohne HUD

Aus "Assassin's Creed Origins" sind weitere Gameplay-Szenen eingetroffen. Sie basieren auf der PS4 Pro. Gleiches gilt für die Screenshots, bei denen auf die HU...

Ähnlich wie in „Far Cry“ rüstet ihr als beispielsweise eure Köcher auf oder bastelt euch eine neue Rüstung. Die eigentliche Montur ist leider nur ein grafischer Gag und hat keinerlei Einfluss auf Bayeks Eigenschaften. Auch die Reittiere unterscheiden sich nur wenig voneinander. Ubisoft geht also nicht den gesamten Weg in Richtung Rollenspiel, sondern bleibt seinen Stealth-Action-Wurzeln treu. So frisch sich „Assassin’s Creed: Origins“ aber auch zunächst spielen mag, viele Ideen sind alt bekannt. Neben dem Crafting aus „Far Cry“ funktioniert das Ausspähen von Lagern mit Hilfe von Bayeks Adler Senu ähnlich wie das Drohnen-Handling aus „Watch Dogs 2“.

Verhexte Story

Und beim Quest-Design nahm man sich ganz offensichtlich „The Witcher 3: Wild Hunt“ zum Vorbild. Das bedeutet: Das Spiel schüttet euch nicht mit Sammelaufgaben und Symbolen auf der Mini-Map zu, sondern legt mehr Wert auf Qualität. Nahezu alle Haupt- und Nebenaufgaben sind mehrstufig und besitzen einen schönen Twist, der einen bei der Stange hält. Die Charaktere selbst sind weitaus interessanter als noch bei den Vorgängern und so macht es deutlich mehr Spaß, sich in den Weiten der Welt zu verlieren als zuvor. Man bekommt immer wieder etwas Neues geboten und erfährt zusätzliche spannende Geschichten über eine fremde Welt. Und so ganz nebenbei gibt es für die Story-Kostverächter auch Seeschlachten und Gladiatorenarenen, in denen ihr euch austoben dürft.

Meinung

Der Trip nach Ägypten lohnt sich! „Assassin’s Creed Origins“ macht seine müden Vorgänger vergessen und zeigt, wie ein paar lang geforderte Veränderungen die alte Formel zu neuem Glanz führen können. Allein das überarbeitete Kampfsystem sorgt in Boss-Matches und Schlachten mit größeren Widersachern für mehr Abwechslung und zwingt einen zum Umdenken.


Assassin’s Creed Origins: Systemanforderungen der PC-Version enthüllt

Ende der Woche wird das Stealth-Action-Adventure "Assassin's Creed Origins" unter anderem für den PC erscheinen. Was euer System leisten muss, um das Abenteuer...

Hinzu kommt das solide Rollenspielsystem, das – trotz schwachen Craftings – für mächtig Motivation sorgt. Die wichtigste Innovation stellt aber die nahtlose Verknüpfung von Szenario und Story-Telling dar. In keinem „Assassin’s Creed“ gab es bislang derart gut ausgeführte Charaktere und Quests. Zwar erreicht man nicht ganz das Niveau von „The Witcher 3“ und dessen Erweiterungen, doch man kratzt zumindest daran. Insgesamt also macht Ubisoft mit „Assassin’s Creed Origins“ einen gewaltigen Schritt nach Vorne und haucht der Serie somit neues Leben ein.

Auch interessant

Zum Thema

  • Assassin’s Creed Origins: Patch 1.05 für PS4 zum Download – Für Xbox One und PC später

    vor 4 Tagen - "Assassin's Creed Origins" verweilt schon seit Ende Oktober auf dem Markt, allerdings sind die Entwickler weiterhin damit beschäft, das Spiel zu verbessern. Be...
  • Assassin’s Creed Origins: Das Roman Centurion Pack steht bereit – Trailer

    vor 1 Woche - Wie Ubisoft bekannt gab, steht ab sofort ein neuer DLC zu "Assassin's Creed Origins" bereit. Dieser trägt den Namen "Roman Centurion Pack" und zeigt sich heute...
  • Assassin’s Creed Origins: Update 1.04 sorgt für technische Probleme

    vor 2 Wochen - Eigentlich sollte von der Veröffentlichung des Updates 1.04 die allgemeine Performance und Stabilität von "Assassin's Creed Origins" profitieren. Wie sich den...
  • Assassin’s Creed Origins: Trial of the Gods gestartet und 100-Prozent-Wachstum verkündet

    vor 2 Wochen - Die längere Pause hat der Marke offenbar gut getan, denn "Assassin's Creed Origins" konnte bereits einen Zuwachs erreichen, der mit 100 Prozent angegeben wird....
  • Assassin’s Creed Origins: Frisur und Bart kostenlos ändern

    vor 2 Wochen - Im Open-World-Adventure "Assassin’s Creed Origins" könnt ihr das Erscheinungsbild des Protagonisten Bayek mit einer Tastenkombination verändern. Offenbar so...