Mass Effect-Entwickler fordert mehr soziale Gerechtigkeit in Spielen
Auf der inzwischen beendeten GDC 2014 widmete sich  Manveer Heir, der unter anderem an "Mass Effect" werkelte, den sozialen Ungerechtigkeiten in Spielen. Sie sollten Komponenten weichen, mit denen die Entwickler auf Probleme in der Gesellschaft hinweisen.
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Mass Effect-Entwickler fordert mehr soziale Gerechtigkeit in Spielen
Manveer Heir werkelte unter anderem an "Mass Effect".

Im Rahmen der Game Developers Conference 2014 widmete sich Manveer Heir, einer der Entwickler von „Mass Effect“, der sozialen Gerechtigkeit in Videospielen, die laut seiner Meinung weiterhin zu kurz kommt. Wie es heißt, haben viele Videospiele einen schlechten Einfluss auf die Denkweise der Spieler. In diesem Zusammenhang wurden soziale Ungerechtigkeiten wie Frauenfeindlichkeit und Rassismus sowie Diskriminierung von Behinderten, Alten oder Homosexuellen genannt.

Dies sei vor allem ein Problem westlicher Spiele. Laut Heir kommt es bei diesen Projekten kaum vor, dass Minderheiten, Frauen oder gar homosexuelle Charaktere in Hauptrollen schlüpfen. Zugleich wies er auf die Stereotypisierung hin, die in erster Linie bei Kindern ein verzerrtes Weltbild hervorrufen könnte. „Diese negativen Stereotypen beeinflussen in diesen Gruppen die Identität des Individuums“, so Heirs Worte. „Sie beeinflussen die Art und Weise, wie die Leute denken und andere in der realen Welt behandeln. Und sie verewigen die sozialen Ungerechtigkeiten, die in diesen verschiedenen Gruppierungen auftreten.“

Laut seiner weitern Aussage sind Studien, in denen es heißt, dass Spiele mit weiblichen Protagonisten weniger Erfolg haben, nicht wirklich verwertbar. Sie basieren auf uneindeutigen Daten. Beispielsweise betonte der für „Remember Me“ verantwortliche Creative Director Jean-Max Morris vor einiger Zeit, dass es nicht ganz einfach war, einen Publisher für das Spiel zu finden. Und da für Spiele mit einer Frau in der Hauptrolle weniger Geld für das Marketing und die Entwicklung ausgegeben wird, werden zwangsläufig schlechtere Verkaufszahlen verzeichnet.

Viele Entwickler argumentieren laut Heir damit, dass ihre Spiele nur ein Spiegelbild der Realität sind. Dieses Argument möchte er so aber nicht stehen lassen. Man sollte als Entwickler nicht die Realität als Entschuldigung für derartige Ungerechtigkeiten heranziehen. „Zumal die meisten unserer Titel nun mal Fantasie-Spiele sind“, so Heir. Vielmehr sollten sich die Entwickler dazu durchringen, in ihren Spielen auf Probleme in der Gesellschaft hinzuweisen. Den kompletten Bericht zu diesem Thema lest ihr hier.

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