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F1 2015: Unser Test zum Rennspiel

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F1 2015: Unser Test zum Rennspiel

Heute kam die Rennsimulation "F1 2015" in den Handel. Doch was hat der Titel zu bieten? Und lohnt sich der Kauf? In unserem Test erfahrt ihr, was euch in "F1 2015" erwartet.

Moment mal, da fehlt doch was! Im Hauptmenü von "F1 2015" herrscht gähnende Leere. Keine Season-Challenge. Kein Karrieremodus. Keine Klassiker. Das erste Formel-1-Spiel für die aktuelle Konsolengeneration ist ein Fliegengewicht in einem Genre voller Heavyweights. Das ist gleich doppelt schade, denn "F1 2015" kann auf dem Asphalt absolut mit Titeln wie "Driveclub" oder "Project CARS" mithalten.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Noch bevor ihr das Intro bestaunen dürft, legt ihr nach dem ersten Start zunächst die laufende Saison fest. Denn in "F1 2015" sind die Jahrgänge von 2014 und 2015 integriert und können im Meisterschaftsmodus bewältigt werden. In dieser Spielart arbeitet ihr euch mit einem Fahrer eurer Wahl durch alle Rennwochenenden der jeweiligen Saison. Die Länge von Training und Qualifying bestimmt ihr wie auch die Anzahl der Rennrunden selbst. Auf den Standardeinstellungen seid ihr pro Grand Prix mindestens 40 Minuten beschäftigt. Der Meisterschaftsmodus ist interessant und spannend, allerdings fehlt es an Tiefe und Abwechslung.

Wieso darf man nicht zwischen den Veranstaltungen auf die Teststrecke und am perfekten Setup feilen? Wieso gibt es keinen Konkurrenzkampf zwischen den Team-Kameraden mehr? Die Meisterschaften leben einzig von dem ausgezeichneten Gameplay. Die Präsentation besitzt gute Ansätze: Etwa wenn man vor dem Rennen in seinem Boliden hockt und noch einmal den Setup auswählt, während das Team um einen herum wartet. Oder wenn der eigene Fahrer nach einem Rempler schimpft und wild mit den Händen gestikuliert. Das Potenzial ist da, wurde aber nicht genutzt.

Für Profis … und Einsteiger

Grundsätzlich passt man auch in "F1 2015" das Fahrzeugmodell an die eigenen Fähigkeiten an. Einsteiger und Arcade-Raser aktivieren vorsichtshalber die dynamische Ideallinie, Bremshilfen und Automatik oder dummen die Computer-KI herunter. Natürlich ist auch die für Codemasters typische Rückspulfunktion zum Ausbügeln von Fahrfehlern wieder mit an Bord. Durch diese Hilfestellungen ist "F1 2015" auch für Rennsportneulinge absolut spielbar und macht trotzdem Spaß.

Echte Hardliner toben sich dagegen in der Profisaison aus und verzichten damit auf alle Annehmlichkeiten des virtuellen Rennfahrers. Keine Hilfen, keine Automatik, keine Bildschirmanzeigen. Alle Rennwochenenden gehen über die volle Distanz und so wird jeder Grand Prix zur Ausdauerfrage. Die Profisaison ist sicherlich nur für erfahrenere Rennspieler geeignet, alle anderen sollten sich mit dem Meisterschafsmodus zunächst langsam herantasten. Ansonsten kann es hier ganz schön frustig werden.

Besonders hervorzuheben sei an dieser Stelle der Boxenfunk: In der PS4-Fassung knarzt dieser blechern aus dem im Controller integrierten Lautsprecher. Bei allen anderen Versionen wird er unter den Motorensound gemischt. Die Sprüche des Team-Ingenieurs bringen unglaublich viel Atmosphäre ins Spiel und wirken zu keinem Zeitpunkt künstlich oder gestelzt. Auf PS4 und Xbox One könnte ihr sogar Informationen über das Rennen, den eigenen Wagen oder gar das Wetter per Spracheingabe abfragen. Einfach nur die linke Schultertaste drücken und etwa „Wetterbericht“ oder „Boxenstopp“ sagen und schon wird einem geholfen. Die Spracheingabe funktionierte im Test tadellos!

Überzeugt auf der Strecke

Glücklicherweise entscheidet sich bei "F1 2015" alles auf der Straße und da liefert die Rennsimulation glücklicherweise über weite Strecken souverän ab. Zunächst einmal ist es die aktuell wahrscheinlich schönste F1-Versoftung überhaupt. Die Strecken sehen absolut herrlich aus, die Regeneffekte sind beeindruckend und die Bildrate war im Test zu jederzeit flüssig. Wenn man ein Haar in der Suppe suchen möchte, dann sind das vielleicht die teils grobpixeligen Schatten und die etwas hölzerne Vegetation am Straßenrand.

Dazu steuert sich "F1 2015" wirklich klasse. Abhängig vom ausgewählten Schwierigkeitsgrad können bereits Nuancen am Gas oder der Bremse über die perfekte Kurve oder einen Unfall entscheiden. Die Lenkung erweist sich als angenehm griffig und speziell durch die Force-Feedback-Effekte des Xbox-One-Controllers machen Fahrten über die Curbs gleich doppelt Freude. Man spürt die Abnutzung der Reifen und einsetzender Regen kann ein Rennen vollkommen auf den Kopf stellen. Auf nasser Fahrbahn geraten die Flitzer flink ins Schleudern, sobald man zu stark Gas gibt oder gar auf den Curbs bremst.

Allerdings muss Codemasters bei der Rennführung noch einmal nachbessern: Das Programm ahndet Abkürzungen wirklich nur dann, wenn man mit allen Reifen die Rennstrecke verlassen hat. Dadurch lassen sich fiese Schikanen immer wieder unfair entschärfen. Die Fahrer-KI wiederum leistet sich keine größeren Aussetzer. Sie versucht zumindest, Plätze gut zu machen, agiert dabei aber nie kopflos.

So schön "F1 2015" sich spielt und so hübsch es aussieht, so sehr enttäuscht leider das Schadensmodell. Ist diese Funktion ausgeschaltet, erklingt bei Crashes nur ein stumpfes Schlaggeräusch aus den Boxen. Bei maximalen Schadenseffekten reagieren die Boliden noch viel zu robust auf Rempler. Man muss sich wirklich Mühe geben, um seine Karre zu Schrott zu verwandeln.

MEINUNG: "F1 2015" fühlt sich wie ein erster Versuch an. Wie ein Grundgerüst einer vollkommen neuen Marke. Doch Codemasters arbeitet schon seit Jahren mit der Lizenz. Daher ist das Fehlen von Langzeit-Spielmodi eigentlich auch unverzeihlich. Die Meisterschaften, die Profisaison und auch der magere Mehrspielermodus sind einfach zu wenig, als dass man bei der F1-Simulation in Euphorie ausbrechen könnte. Dabei macht Codemasters besonders auf der Strecke vieles richtig. Das Spiel sieht über weite Teile absolut fantastisch aus und kreiert mit vielen schönen Details eine gute Rennatmosphäre. Immer wieder blitzt auf, was man alles aus der kostspieligen Lizenz hätte machen können. Doch letztlich werden sich auch Rennspielfans schnell an den Meisterschaften satt gespielt haben und sich mehr Inhalte wünschen. So aber können wir "F1 2015" nur beinharten F1-Fans empfehlen, die lieber an jeder Zehntelsekunde arbeiten und nicht so sehr auf das Drumherum achten. Alle anderen sind wahrscheinlich mit "Project CARS" oder "Forza Motorsport 5" bzw. "Driveclub" besser bedient.

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16   Kommentare  

  • Sin 82

    Das Fahrgefühl/Verhalten hat man schon bei den Videos erahnen können . Ausleihen werd ich es mir auf jeden Fall .


  • DARK-THREAT

    Habs mir gerade für umgerechnet 44 Euro (9,99-er Aktion) von Gamestop mitgenommen. Mal heute Abend die ersten Runden drehen.

    Endlich wieder ein F1 Spiel, seit F1 2012! Lang hat es gedauert.


  • MOD

    Dank fehlendem Karrieremodus kauf ich es nicht, auch wenn ich mich schon sehr drauf gefreut hatte. mein letzter Teil war auch 2012.


  • Serginho

    Also ich wollte es mir auch kaufen aber nicht Day One. Aber warte ich lieber mal, bis der Preis etwas nach unten geht und werde dann erst zuschlagen. Denn dass es keinen Karrieremodus etc. gibt ist, wie ihr bereits geschrieben habt, einfach unverzeihlich!


    1. DARK-THREAT

      Was war an dem Karrieremodus denn nun so gut?
      Ich erinnere mich, dass man seinen Namen eingeben konnte (+ Spitzname für den Boxenfunk), seinen Helm ändern konnte und 3 Saisons (wobei alle 3 immer identisch vom Fahrerfeld waren) mitmachen und auch das Team wechseln.
      Das wars. Dafür konnte man keine Meisterschaft mit einem realen Fahrer machen.

      Nun gibt es die Meisterschaft mit einem realen Fahrer + die Saison 2014. Dazu Boxenfunk und Cinematics passend zum ausgesuchten Fahrer. Mehr Saisons zu fahren, bei immer gleichen Wagen und Fahrern wäre mir zu unrealistisch.
      Eine echte Karriere wäre mehr Story zum Spiel. Sonst bringt es das nicht…

      Sehe da nicht viel Unterschiede


      1. Serginho

        Naja das empfindet eben jeder anders! Für mich persönlich ist ein Karrieremodus mit eigenem Fahrer etc. allein schon nur der Motivation wegen gut. Ich fahre zum Beispiel eben nicht gerne als Vettel, Rosberg etc. sondern als ICH. Ist aber Geschmackssache würde ich sagen. Und dass Sachen gestrichen wurden, rechtfertigt für mich jetzt nicht mir das Spiel trotzdem zu kaufen weil ich als Lewis Saison 2014+2015 spielen kann. Ich werde es mir trotzdem holen aber für keinen Cent mehr als für 25€. Wenn du es für dich persönlich schön rechnen oder reden willst, ist das deine Sache nicht meine.


  • SneakyRhin0

    Wie ist denn der RTL-Kommentator eingebaut?
    Kommentiert der jetzt das Rennen wie bei einer TV-Übertragung oder hat der nur ne Sprechrolle bei Tutorials und so?


    1. DARK-THREAT

      Ich glaub das war nur vor und nach den Rennen, also in den Cinematics. Nicht im Rennen, da will man ja den Ingenieur hören bzw via Kinect/Headset mit ihm reden.


    1. Maggus2k

      Der arme W!zzy ist ja auch gegangen worden 🙁 Fand und finde ich echt schade 🙁


      1. DerBabbler

        Wie jetzt, hab ich was verpasst? wusste ich gar nicht. Wenn das so ist, wirklich sehr sehr schade !


      2. Leschni

        Die Seite hat immer zwei Medaillen. Also bitte nicht so einseitig hinstellen hier. 😉


      3. theHitman34

        Sollte doch eigentlich jedem schon aufgefallen sein das da nichts mehr kam in letzter Zeit.
        Wie Leschni schon sagt, es gibt immer zwei Seiten.
        Wenn ihr fragen habt dann bitte nicht im Newsbereich, dafür haben wir ein Forum.

        Hier bitte den Test zu F1 2015 kommentieren.


      4. MS

        "Der arme W!zzy ist ja auch gegangen worden…"

        Stimmt nicht. Reviews hätte er weitermachen können. Aber dazu hatte er schon keine wirkliche Lust mehr, als er noch bei uns war. Und die Bezahlung war überdurchschnittlich. Diese ganzen Halbwahrheiten sind langsam recht nervig.


  • jokoisda

    Ihr hättet auch erwähnen sollen, dass der splitscreen gestrichen wurde. Finde es schade das es 2 Jahre next gen immer noch kein splitscreen racer gibt, dabei wurde ja immer dieses sharen und mit freunden blablabla… Propagiert, scheinbar gibt es bei denen nur noch online Freunde, anstatt das man mit seinen Kumpels im selben Raum mal zsm zockt…
    Da zusätzlich der Karrieremodus fehlt hab ich keine Motivation mir das Spiel noch zu kaufen.
    Einfach nur rennen fahren kann man auch woanders.
    Ach und den Satz, dass es das schönste f1 Spiel ist könnt ihr euch auch sparen, schließlich gibt es gar kein Konkurrenz Produkt, da solltet ihr lieber mit anderen Rennspielen vergleichen.


  • Chuck Liddell

    Codemasters returns with an all-new F1 game for the new wave of console hardware. The big departure is a 60fps target, similar to what we saw in Project Cars, but the end result is very similar – a consistent 60fps is off the table, with Codemasters leaving frame-rate variable and unlocked. You get smoother response but it comes at the expense of ugly screen-tear. The frame-rates tell their own story. The PS4 version is anything up to 10fps faster than the Xbox One game, even though the Microsoft platform is operating at 900p up against native full HD on PS4.

    https://youtu.be/wL1s5hXMY0I


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