Games as a Service: Hat den Wert der Branche verdreifacht, meinen Analysten
Während die Kampagne von "Grand Theft Auto 5" bei den meisten Spielern keine allzu große Rolle mehr spielen dürfte, wird der Online-Part seit Jahren mit regelmäßigen Updates am Leben gehalten. Dabei handelt es sich um einen "Games as a Service"-Trend, dem sich immer mehr Publisher anschließen. Das habe in der Spieleindustrie zu einer deutlichen Wertsteigerung geführt, meinen Analysten.
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Vor etlichen Jahren wurden Spiele gekauft, in einigen Tagen oder Wochen durchgespielt und dann zur Seite gelegt. Dieser Ansatz hat sich inzwischen geändert. Mit Multiplayer-Modi, Season-Pass-Angeboten, regelmäßigen Updates, größeren Addons und einem kontinuierlichen Nachschub an kleineren Inhalten und Events versuchen die Publisher, die Spieler langfristig bei Laune zu halten. Dabei handelt es sich um einen „Games as a Service“-Trend, der immer weiter ausgebaut wird.

In einem aktuellen Bericht mit dem Namen „Defend Your Kingdom: What Game Publishers Need to Know About Monetization & Fraud“ wird zunächst darauf hingewiesen, dass diese Geschäftsstrategie von Free-2-Play-Spielen etabliert wurde, aber auch andere Genres davon profitieren. Letztendlich habe das neue Geschäftsmodell dazu beigetragen, dass sich der Wert der Branche verdreifachen konnte. Ausgewertet wurde der US-amerikanische PC-Spielemarkt, allerdings dürften sich die Ergebnisse übertragen lassen.

„2016 kam ein Viertel aller digitalen Einkünfte aus kostenpflichtigen PC-Spielen aus dem Verkauf von Zusatzinhalten“, so eine der Aussagen im Bericht. Allerdings habe der Trend auch einen Einfluss auf das Kaufverhalten der Kunden, die seltener dazu neigen würden, im Voraus 60 Dollar für ein Spiel auszugeben. Stattdessen wählen sie ein Spiel, das einen stetigen Strom an zusätzlichen Inhalten verspricht.

Kleinere Spiele mit einem kontinuierlichen DLC-Nachschub

„Die Publisher versuchen, diese Erwartungen der Spieler zu erfüllen, und haben das ‚Games as a Service‘-Modell ins Leben gerufen. Es werden weniger große Titel veröffentlicht, die dafür über einen längeren Zeitraum regelmäßig mit Updates und Addons versorgt werden“, so die weitere Aussage. Auch die Geschäftsberichte von großen Publishern wie Electronic Arts und Ubisoft deuten auf die Trendwende hin. Während das Geschäft mit den Spieleverkäufen weniger Fahrt aufnehmen kann, steigen die Gewinne aus den Verkäufen der Zusatzinhalte schneller.

Ein Grund könnte der sein, dass die Spieler nicht mehr bereit sind, beim Verkaufsstart eines Spiels den Vollpreis zu bezahlen. Vielmehr warten sie im Schnitt rund 21 Tage, um Preissenkungen mitzunehmen oder bei Keysellern fündig zu werden. Allerdings sollen die Gewinne durch die Post-Launch-DLC-Verkäufe die sinkenden Launch-Einnahmen nicht nur aufwiegen, sondern gar übersteigen.

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