Ex-BioWare-Mitarbeiter: Lootboxen sind auf Mass Effect 3 und FIFA Ultimate Team zurückzuführen
Ein ehemaliger BioWare-Entwickler hat sich zum Ursprung von Lootboxen geäußert, die von immer mehr Publishern zum Einsatz gebracht werden, um zusätzliches Geld in die Kassen fließen zu lassen. Zwar sei "Mass Effect 3" eines der ersten Vollpreisspiele gewesen, die darauf setzten, allerdings ließ man sich selbst von einem anderen Spiel inspirieren.

Lootboxen und Mikrotransaktionen in AAA-Spielen sind derzeit ein großes Thema. Doch wie kam es dazu, dass derartige Monetarisierungsmöglichkeiten den Weg in Vollpreisspiele fanden? Aufgetaucht sind die Lootbox-Mechaniken bereits im „Galaxy of War“-Multiplayer-Modus von „Mass Effect 3“, allerdings bestreitet ein früherer BioWare-Mitarbeiter, dass man den Grundstein gelegt habe. Denn BioWare selbst ließ sich von „FIFA Ultimate Team“ inspirieren. Darin erhielten die Spieler schon damals die Möglichkeit, virtuelle Währung für Echtgeld zu kaufen und in die Lootbox-Mechanik zu investieren.

„Multiplayer waren zu der Zeit sehr kostenintensiv und teuer, weshalb wir eine schöne Möglichkeit gesucht haben, diese Kosten auf eine Möglichkeit auszugleichen, die den Spielern ein gutes Gefühl geben würde“, so Jesse Houston. „Unsere Teams haben sich stark gegenseitig inspiriert; das ging hin und her. Wir liebten das Sammelkarten-Gefühl und das Gefühl, das der Spieler ständig einen gewissen Wert erhält.“ Nicht ganz glücklich ist der Mann mit der Zusammenstellung der Loot-Bestandteile, denn zugunsten einer besseren Beziehung zwischen Entwickler und Spieler sei es besser, wenn der Kunde tatsächlich weiß, wofür er Geld bezahlen soll.

Houston arbeitet derzeit bei Phoenix Labs an einem neuen Spiel namens „Dauntless“ und betonte weiter, dass man in einer Beta des Titels ein Lootbox-System ausprobiert habe, das durch einen direkteren Shop ersetzt wird. Darin können die Spieler den Spielgegenstand der Wahl kaufen, was laut der Einschätzung des Entwicklers langfristig überzeugender sei, da sie direkt den Gegenwert erkennen.

„Langfristig gesehen wette ich, dass eine klarere Beziehung zum Inhalt, den man kauft, eine bessere Beziehung mit uns als Entwickler und dem Produkt aufbaut und fördert“, heißt es abschließend. „Auf dieser Grundlage werden die Spieler wahrscheinlich eher nochmals kaufen oder überhaupt zum ersten Mal einen In-Game-Kauf ausführen.“

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