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God of War: Sonys Systemseller im Test

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God of War: Sonys Systemseller im Test
PS4

Vom Kriegsgott zum alleinerziehenden Familienvater: „God of War“ stellt die Serientradition auf den Kopf und ist zugleich der bisherige Höhepunkt der Reihe. Wieso ihr euch das PS4-exklusive Abenteuer unbedingt anschauen solltet, erfahrt ihr im Test!

„God of War“ und die PlayStation – Diese Beziehung hält inzwischen seit weit über 10 Jahren und bescherte PS-Gamern wirklich tolle Augenblicke. „God of War“ steht seit jeher für eine gewaltige Präsentation und vor allem blutige Action. Doch nach insgesamt drei großen Ablegern und drei Neben-Geschichten wird es Zeit für einen Neuanfang. Das am 20. April 2018 erscheinende „God of War“ lässt keinen Gameplay-Stein mehr auf dem anderen und zeigt Kratos von einer ganz anderen Seite. Und genau deshalb ist es schon jetzt ein heißer Kandidat auf das Spiel des Jahres.

Neuer Kratos

Wir kennen Kratos als rachsüchtigen Kriegsgott: Wütend, brutal und knallhart. Doch diese Zeiten scheinen vorbei. Kratos hat sich aus dem Kriegergeschäft zurück gezogen und flüchtete mit Sohn und Frau in den Norden. Viel Zeit für Idyll bleibt nicht: Zu Beginn des Spiels beobachten wir, wie Kratos und der junge Atreus ein Begräbnis vorbereiten. Die Trauer und das Verarbeiten des Tods der geliebten Frau spielen eine wichtige Rolle in „God of War“ und zeigen Kratos von einer ganz anderen Seite.

In den toll inszenierten Zwischensequenzen ergeben sich Kratos und Atreus immer wieder den schrecklichen Geschehnissen der Vergangenheit. Ihre Beziehung scheint gespalten und nicht selten geraten Vater und Sohn aneinander. Man könnte jetzt befürchten, dass diese Vermenschlichung dem Charakter Kratos schaden könnte. Doch es geschieht das genaue Gegenteil: Der einstige Wüterich wird nahbarer und wir bauen schnell eine emotionale Bindung zu ihm auf.

„God of War“ gelingt somit ein mutiger Balanceakt zwischen dem Wahren der bekannten Tugenden und dem Erschaffen neuer emotionaler Tiefe. Nicht selten bricht nämlich der alte Kratos aus dem alternden Kriegsgott heraus und speziell die Bosskämpfe geizen weiterhin nicht mit Blut und Gewalt.

Eine offenere Welt

Auch spielerisch gibt „God of War“ runderneuert. Vorbei die Zeiten von linearen Story-Schläuchen. Die nordische Mythologie bietet viele, größtenteils offene Areale, in denen ihr nicht nur die Hauptmissionen abarbeiten könnt, sondern auch reichlich Nebenbeschäftigungen vorfindet. Die Side-Quests reichen von story-basierten Gefallen bis hin zu Runenrätseln und versteckten Bonus-Sarkophagen. Dazu gibt es Herausforderungen, die ihr nebenbei löst und beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Gegnern erledigt.

Vater und Sohn

Wenig überraschend macht die Frischzellenkur beim Kampfsystem nicht Halt. „God of War“ besitzt keine feste Kameraperspektive mehr, sondern setzt auf typisches Third-Person-Action-Gameplay. Insgesamt spielt sich „God of War“ langsamer als noch seine Vorgänger. Kratos tauscht die Chaosklingen gegen die Leviathanaxt. Das wuchtige Beil richtet reichlich Schaden an und kann auch als Wurfgeschoss eingesetzt werden. Auf Tastendruck kehrt die Waffe dann wieder in eure Hände zurück.

Im späteren Verlauf ist zunehmend Taktik gefragt: Blocks und Ausweichbewegungen gehören dann zum Alltag. Und auch Kratos' Sohn Atreus unterstützt euch im Kampf. Der Kleine ist kein Störfaktor, sondern erweist sich als wirklich nützlich. Bestimmte Gegner wie etwa die Wiedergänger erledigt ihr nur mit seiner Hilfe. Da sich Atreus meist außerhalb des Kampfgebiets aufhält, steht er nie im Weg und später löst ihr mit der Hilfe seiner Spezialpfeile sogar Rätsel.

Einziger Wermutstropfen: Aufgrund der sehr dichten Kameraperspektive geht die Übersicht immer wieder flöten. Besonders Distanzschützen nerven trotz Warnhinweisen und kosten Lebensenergie.

Kratos lernt dazu

Für zusätzliche Motivation sorgt das Erfahrungs- und Talentsystem. „God of War“ koppelt eure Kampfstärke massiv an eure Ausrüstung – wie etwa Brustpanzer oder Hüftrüstung. Sehr schön: Bei Händler gekaufte neue Gegenstände verändern Kratos auch optisch und erkennen wir den Spielfortschritt allein anhand von Kratos Kleidung. Bei besagten Händler kauft ihr auch Zauber oder Waffen-Upgrades ein. Besonders eingeschworene „God of War“-Spieler müssen sich zunächst an diese neuen Möglichkeiten gewöhnen, doch mit jeder Stunde macht die Weiterentwicklung des eigenen Kratos' mehr Freude.

In die gleiche Kerbe schlägt das Erfahrungssystem, mit dessen Hilfe ihr neue Aktionen ersteht und bereits verfügbare Fertigkeiten aufwertet. Spielt sich „God of War“ bereits zu Beginn angenehm wuchtig, sorgen frische Talente wie Distanz- oder Schildangriffe für mehr Tiefe und Möglichkeiten. Gleiches gilt für Runenattacken und Atreus' Pfeiltypen. „God of War“ spielt sich anders, bietet aber weitaus mehr Optionen und fühlt sich dadurch erwachsener und vielfältiger als sein Vorgänger an. Die Bosskämpfe stehen den alten Tagen ebenfalls in nichts nach und trumpfen mit einer genialen Inszenierung auf.

Fazit

„God of War“ erweist sich als erstaunlich mutige Neuinterpretation des erfolgreichen Franchises. Technisch ist das Spiel über jeden Zweifel erhaben und reiht sich problemlos unter den schönsten und stimmungsvollsten Titeln für die PlayStation 4 ein. Auch die Story und vor allem die Charakterzeichnung stimmen: Kratos als trauernder Vater, der erst mit seinem Sohn Atreus warm werden und die Geschehnisse der Vergangenheit verarbeiten muss, funktioniert und erzeugt eine erstaunlich tiefe und ehrliche emotionale Verbindung.

Spielerisch präsentiert sich „God of War“ als ausgefeiltes Action-Adventure mit Erfahrungssystem, wuchtigen Kämpfen und knackigen Boss-Schlachten. Mit dem neusten Ableger erreicht die „God of War“-Serie die nächste Evolutionsstufe. Jeder PS4-Besitzer sollte sich diesen Ausflug in die nordische Mythologie gönnen!

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