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Detroit – Become Human: Der Test zum neuen PS4-Blockbuster

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Detroit – Become Human: Der Test zum neuen PS4-Blockbuster
PS4

Ohne darüber zu streiten, ab wann ein Spiel nicht mehr Spiel, sondern Film ist, durchleuchten wir für euch das neue PS4-Exklusivspiel "Detroit - Become Human" und verraten euch, welche bleibenden Eindrücke David Cages neuestes Meisterwerk hinterlässt.

Es ist mal wieder an der Zeit für ein neues Adventure von David Cage und seinem Studio "Quantic Dream". Was euch bei dieser Schmiede erwartet, dürftet ihr nach Spielen wie "Heavy Rain" und "Beyond – Two Souls" gut abschätzen können: Spannende Geschichten, die sich zwischen Spiel und Film bewegen und eure Reaktionsgeschwindigkeit anhand etlicher Quick-Time-Events auf die Probe stellen.

Im Grunde ist das auch schon eine gute Beschreibung für "Detroit – Become Human", das bereits in Kürze exklusiv für PlayStation 4 erscheint. Dieses setzt abermals auf eine verworrene Handlung und kinoreife Eindrücke. Ob das zum Spielvergnügen reicht, verraten wir euch im Test.

Die Logik der Menschlichkeit

Natürlich dürft ihr davon ausgehen, dass wir auf Spoiler verzichten und euch lediglich die grobe Rahmenhandlung von "Detroit – Become Human" umschreiben. Im Jahr 2038 leben jede Menge Androiden unter den Menschen. Diese sehen bis auf wenige Details vollständig menschlich aus. Auch ihr Verhalten lässt sie kaum vom modernen Menschen unterscheiden. Wie alle technischen Errungenschaften, dienen auch die Androiden einem bestimmten Zweck. Ob als Diener, Straßenarbeiter oder Polizist – es gibt kaum eine Arbeit, die nicht von Androiden ausgeübt wird.

Ihr schlüpft nun abwechselnd in die Rolle dreier Exemplare. Diese liefern euch einen jeweils anderen Blick auf die Geschehnisse, die ihr innerhalb weniger Tage durchlauft. Ihre Ausgangssituationen unterscheiden sich, doch ein gemeinsames Thema zieht sich als roter Faden durch das Spiel. Dabei ist es gar nicht so leicht, dieses zu greifen. Denn "Detroit – Become Human" stellt sich bereits nach wenigen Stunden als äußerst vielschichtig heraus.

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Ohne zu weit auszuschweifen oder euch Eindrücke vorwegzunehmen, sollen an dieser Stelle auch nur ein paar der Fragen, die das Spiel aufwirft, angerissen werden: Ab wann ist eine künstliche Intelligenz mehr als nur eine Maschine? Gibt es hier überhaupt einen logisch anwendbaren Maßstab? Und was ist, wenn Gefühle mit ins Spiel kommen?

Doch nicht nur generelle Fragen moralischer Natur sind entscheidend für die Handlung von "Detroit – Become Human". Da ihr die Kontrolle über drei Androiden übernehmt und ihnen damit Leben einhaucht, steht ihr auch oft vor inneren Konflikten. Da wird die bloße Frage nach der eigentlichen Motivation schnell mal zur Nebensache und weicht fundamentalen Überlegungen zum Thema Wahrnehmung und Existenz.

Das mag nun arg philosophisch und komplex klingen, beschreibt allerdings ganz gut, was den Reiz von "Detroit – Become Human" im Großen und Ganzen ausmacht. Die Handlung an sich ist dabei im Grunde nicht weltbewegend und bedient sich in großen Strecken an Film-Klischees.

Der abgehalfterte Cop, der fürsorgliche Hausroboter, zwielichtige Helfer – selbst ein Großteil der Figuren bewegt sich selten außerhalb gängiger Muster. Doch ebenso wie bei den großen Meistern psychologischer Science-Fiction-Romane, wie Asimov und Dick, spielen die vordergründigen Motive hier eine untergeordnete Rolle. Viel interessanter ist das, was zwischen den Zeilen passiert. Und hier brilliert "Detroit – Become Human" auf ganzer Linie.

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Höhen und Tiefen

Was ihr spielerisch aus "Detroit – Become Human" mitnehmt, kann sich leider kaum mit seinen erzählerischen Inhalten messen. Natürlich sorgt die gelegentliche Eingabe und das Auswählen von Optionen per Controller für eine Art emotionale Bindung zu den Figuren. Doch wirklich ergiebig sind die Mechaniken nicht immer. Ab und zu stören sie sogar oder behindern den Spielfluss.

Denn trotz der in weiten Teilen gelungenen Scripte, kommt es zu Missverständnissen. Hin und wieder habt ihr eine Idee, wie sich euer Charakter gerade verhalten sollte, könnt diese spielerisch aber nicht umsetzen. Solche Momente, in denen ihr die Steuerung übernehmt, doch letztendlich sowieso nur einem Ablauf folgen könnt, fühlen sich teilweise sperrig und sogar überflüssig an. Wenn die aktuelle Aufgabe lediglich vorsieht, dass ihr nach vorne lauft, dann könnte eine Zwischensequenz den Job eben genau so gut erledigen.

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Langatmige Stellen gibt es also. Glücklicherweise überwiegen aber die spannenden und intensiven Eindrücke. Und damit geizt "Detroit – Become Human" in keinster Weise. Besonders in hektischen Szenen, wenn kaum Zeit für Entscheidungen ist, zeigt sich, warum die Spielmechaniken für das Erlebte elementar sind. Es dürfte den wenigsten möglich sein, "Detroit – Become Human" zu beenden, ohne zumindest ein bisschen beeindruckt zu sein. Das liegt unter anderem auch an der großartigen Inszenierung.

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Großes Kino

Auch wenn die Interaktionsmöglichkeiten zum Teil arg eingeschränkt sind und damit viel Rechenleistung für die Darstellung abfällt, lässt sich neidlos anerkennen, dass "Detroit – Become Human" absolut großartig aussieht. Angefangen bei hochgradig detaillierten Gesichtsanimationen, über gestochen scharfe Texturen bis hin zu erstklassigen Licht- und Wettereffekten lässt "Detroit – Become Human" mit Sicherheit kein Auge trocken.

Und seid ihr im Besitz einer PS4 Pro und einem 4K-fähigen Monitor, dürfte eure Kinnlade noch weiter nach unten klappen. Legt ihr viel Wert auf eine aufwändige Inszenierung, kommt ihr mit "Detroit – Become Human" also schon einmal voll und ganz auf eure Kosten. Hier konnten zwar auch schon die Vorgänger überzeugen, doch nun liegt die Messlatte noch ein gutes Stück höher.

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Auch für die Vertonung haben sich "Quantic Dream" ordentlich Mühe gegeben. Neben eingängigen Musikstücken auf gewohnt hohem Niveau dürft ihr euch sogar über eine deutsche Synchronisation freuen, die äußerst gelungen ist. Der Eindruck, dass es sich bei "Detroit – Become Human" um einen spielbaren Film handelt, ist also vorprogrammiert.

Und von Seiten der Darstellung ist das auch durchaus positiv zu verstehen. Denn hier zieht "Detroit – Become Human" alle Register und führt euch nicht nur durch glaubwürdige, sondern vor allem eindrucksvolle Spielwelten, die nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Leistung der Schauspieler treffend in Szene gesetzt werden und mit Leben befüllt werden.

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Meinung

Ein Testbericht kann nur im Ansatz beschreiben, welches emotionale und moralische Fass "Detroit – Become Human" aufmacht. Während die spielerischen Aspekte zum Teil eher in der Kategorie "Mittel zum Zweck" einzuordnen sind, erwartet euch von Seiten der Handlung und der Inszenierung ein unvergessliches Erlebnis, das gleichzeitig viel Raum für Diskussionen schafft.

Keines der bisherigen Spiele von "Quantic Dream" erreicht ein derart hohes Maß an Tragik. So gut wie jeder Charakter in "Detroit – Become Human" kann an etlichen Stellen im Spiel das Zeitliche segnen und damit den Ausgang des Spiels entscheidend verändern. Diagramme geben euch nach den Kapiteln einen Eindruck davon, wie viele Optionen und Resultate sich neben eurem Weg in dem feinen Geäst aus Entscheidungen befinden und motivieren euch dazu, andere Lösungen auszuprobieren.

Damit erfüllt "Detroit – Become Human" die Prämisse eines interaktiven Blockbusters mit Bravur. Auch der Wiederspielwert ist dadurch deutlich höher, als es bei den Vorgängern der Fall ist. Könnt ihr dafür auf besonders ausgeprägten Tiefgang in den Spielmechaniken verzichten und erfreut euch einfach an der gelungenen Science-Fiction-Story, steht euch eine gute Zeit mit "Detroit – Become Human" bevor.

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