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The Crew 2 im Test: So gut ist Ubisofts Open-World-Raser

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The Crew 2 im Test: So gut ist Ubisofts Open-World-Raser

Mehr Abwechslung, mehr Events und mehr Grinding: „The Crew 2“ macht vieles anders als sein Vorgänger und spielt sich zugleich sehr ähnlich. Wieso Ubisofts Open-World-Flitzer trotzdem einen längeren Blick wert ist, erfahrt ihr im Test!

„The Crew“ wurde für Ubisoft zum Überraschungserfolg. Trotz durchwachsener Kritiken mauserte sich der Open-World-Raser mit der Zeit zum Publikumsmagneten. Der Grund: Die Freude am gemeinsamem Fahren und natürlich die stetige Verbesserung des Spiels durch zusätzliche Download-Inhalte.

Für den Nachfolger „The Crew 2“ setzen Ubisoft und Entwickler Ivory Tower auf eine nahezu unveränderte Rezeptur. Doch anstatt die virtuellen Vereinigten Staaten nur auf vier Reifen zu erforschen, steigt ihr diesmal auch auf Boote, Motorräder und Flugzeuge um. In „The Crew 2“ geht es also zu Lande, zu Wasser und in der Luft zur Sache. Aber genügt das auch, um Platzhirsch „Forza Horizon 3“ vom Podium zu schubsen?

Legal und Spaß dabei

Wir werfen noch einmal einen Blick auf den Vorgänger: In „The Crew“ drehte sich alles um eine finstere Rachegeschichte und kriminelle Machenschaften. Diese Fesseln legt der Nachfolger ab. In „The Crew 2“ sollt ihr euch als noch junger Pilot einen Namen machen. Zu diesem Zweck nehmt ihr an den vier Rennfamilien Street Racing, Offroad, Freestyle und Pro Racing teil, sammelt Follower und schaltet so mit der Zeit beispielsweise Monster Trucks, Motocross-Bikes und Speed-Boote frei. Für reichlich Abwechslung ist also gesorgt, schließlich braust ihr auch in „The Crew 2“ durch die USA und seid allein bei einem Rennen von Küste zu Küste über eine Stunde unterwegs. Was dem Spiel allerdings abgeht ist zweifellos Atmosphäre. Der Open-World-Flitzer wirkt einfach zu brav und bringt zu wenig Zusammenhang in den Rennspielalltag.

Rennfreuden für Online-Kumpels

„The Crew 2“ überrollt einen in den ersten Stunden förmlich mit seinen Möglichkeiten. In der Intro-Sequenz führt euch das Spiel in die Live-Rennserie ein und kombiniert dabei im „Inception“-Stil die verschiedenen Fahrzeugklassen. Danach arbeitet ihr euch in ersten Prüfungen durch die vier Rennfamilien und schaltet durch Erfolge und Tricks frische Follower frei. Dadurch steigt ihr im Rang auf und aktiviert so neue Events und Vehikelklassen.

Wie schon im ersten Teil verbindet auch „The Crew 2“ sein Open-World-Gameplay mit den Koop-Optionen. Per Tastendruck verbindet ihr euch zu Vierer-Crews. Der Vorteil: In den Rennen zählt stets das beste Ergebnis und so können erfahrene Piloten den Karren für ihr Team sprichwörtlich aus dem Dreck ziehen. Allerdings könnt ihr „The Crew 2“ auch problemlos komplett alleine spielen. Trotz seiner MMO-Anleihen bietet das Spiel nämlich keine PvP-Optionen und die Koop-Rennen dienen letztlich nur dem schnelleren Stufenaufstieg, sowie dem Fördern der Gruppendynamik.

Fahrspaß vs. Designmängel

Auf der Strecke gibt sich „The Crew 2“ als abwechslungsreicher Arcade-Flitzer mit ordentlichem Fahrgefühl und durchschnittlichem Anspruch. Durch die vielen Fahrzeugklassen springt ihr munter durch die Disziplinen. Mal probiert ihr euch an fummligen Drift-Rennen, dann wiederum in launigen Akrobatik-Kursen in eurem Flugzeug, in Offroad-Rennen querfeldein oder in normalen Straßenrennen. Zwischendurch bestreitet ihr Foto-Herausforderungen oder nehmt an Slalom-Challenges teil. Langeweile kommt kaum auf. Stattdessen verströmt „The Crew 2“ speziell in der Anfangsphase einen typischen „Nur noch ein Rennen“-Charme, der einen schnell für mehrere Stunden an den Fernseher fesselt.

Jedes Fahrzeug besitzt eine individuelle Cockpit-Perspektive. Im Gegenzug fehlt allerdings die aus dem Vorgänger bekannte schwebende Ideallinie zum Anzeigen des Wegs. Gerade in längeren Rennen ohne feste Route fehlt diese Komfortfunktion zur Orientierung stark. Darüber hinaus stört der starke Gummibandeffekt, der das Feld stets zusammenhält und Unfälle umso schmerzhafter macht. Ein Schadensmodell fehlt – von ein paar optischen Veränderungen abgesehen – allerdings vollends und auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Vehikeln innerhalb ihrer Fahrzeugklassen fallen vergleichsweise gering aus.

Die Grinding-Spirale dreht sich

Seine Motivation bezieht „The Crew 2“ vor allem durch das Performance-Tuning. Im Anschluss an Events erhaltet ihr neue Bauteile wie Motorblöcke, Bremsen und Nitro-Einspritzanlagen. Diese tauchen wie in einem Rollenspiel in verschiedenen Seltenheitsstufen und sogar mit Spezialeigenschaften auf. So baut ihr euren Fuhrpark immer weiter auf und verbessert die Leistung der Boliden. Ebenfalls schön: Erstmals verfügt euer Avatar auch über ein eigenes Domizil, welches sich ebenfalls im Verlauf eurer Karriere verändert. Eure Lieblingsgefährte stellt ihr schließlich sogar im Wohnzimmer aus und könnt deren Aussehen anpassen. Beispielsweise gibt es einen gut gelungenen Lack-Editor inklusive Sharing-Funktion.

Das alles täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich im Verlauf der vergleichsweise simpel gehaltenen Kampagne die Grinding-Mühle immer schneller dreht. Spätestens, wenn wir dann für die letzten Klassen erst noch einen bestimmten Rang freischalten müssen, beginnt das Taktieren und Rechnen. „The Crew 2“ nimmt sich gerade im späteren Teil des Spiels viele Anleihen bei Titeln wie „Destiny 2“ und lockt mit Extra-Fahrzeugen und zusätzlichen Charakter-Boni.

Eins muss man dem Open-World-Flitzer aber trotzdem lassen: Er macht technisch einen gewaltigen Sprung nach Vorne. Die Spielwelt ist herrlich abwechslungsreich und die wechselnden Lichtverhältnisse sorgen immer wieder für schöne Aussichten. Speziell die Darstellung des Wassers bei Bootrennen ist ausgezeichnet und auch sonst bietet „The Crew 2“ hübsch anzuschauende Renn-Action mit Hochglanz-Optik.

Fazit

Größer, schöner und abwechslungsreicher: „The Crew 2“ baut das aus dem Vorgänger bekannte und gleichermaßen beliebte Open-World-System konsequent aus. An der eigentlichen Spielmechanik ändert sich kaum etwas. Noch immer grinden wir uns durch Unmengen von Events, bestreiten Herausforderungen in der freien Fahrt und bauen unseren Fuhrpark auf.

Die Rennen, das Tuning und auch das Erkunden der Spielwelt machen speziell mit Freunden richtig Laune. Das Fahrgefühl ist gelungen und aufgrund der über einem Dutzend Rennklassen wird stets mehr als ausreichend Abwechslung geboten. Trotzdem reicht „The Crew 2“ nicht an Titel wie „Forza Horizon 3“ heran. Insgesamt mangelt es etwas an Racing-Atmosphäre, dazu fehlen Komfortfunktionen wie eine dynamische Ideallinie und ein vernünftiges Schaddenssystem. „The Crew 2“ ist somit willkommener Sommer-Fahrspaß, aber trotz Verbesserungen sicher nichts für Jedermann.

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