Fallout 76 und Diablo: Ehemaliger Square Enix-CEO gibt Tipps zur Rettung der Marken
Mit dem mangelhaften Zustand von "Fallout 76" hat Bethesda eine der größten Marken des Unternehmens aufs Spiel gesetzt. Die Franchise kann aber noch gerettet werden. Der Ex-Square-Enix-CEO Mike Fisher gibt Tipps.
Fallout 76 und Diablo: Ehemaliger Square Enix-CEO gibt Tipps zur Rettung der Marken
"Fallout" kann noch gerettet werden.

„Fallout 76“ ist für Bethesda ein gewaltiges Desaster. Der Titel kam fehlerhaft in den Handel, das Interesse sank und schon wenige Tage nach dem Launch wurde der Preis radikal gesenkt.

Auch Blizzard Entertainment zog in den vergangenen Wochen den Zorn der Spieler auf sich. Ein neues „Diablo“ wurde angekündigt, aber nur für Mobile-Systeme. Die Spieler hatten hingegen einen vollwertigen Teil für Konsolen und PC erwartet.

Entwickler müssen transparent arbeiten

Beide Unternehmen haben mit einem Problem zu kämpfen, das allerdings aus der Welt geschafft werden kann. Laut Ex-Square-Enix-CEO Mike Fisher sollten die Publisher ganz offen mit den gemachten Fehlern umgehen und die Spieler möglichst transparent zufrieden stellen.

Auch Square Enix stand einst vor diesem Problem: „Final Fantasy XIV“ wurde im September 2010 für den PC veröffentlicht und erhielt überwiegend negative Bewertungen. Der Metacritic-Durchschnitt lag bei 49, was für eine Franchise, die regelmäßig in den 80er bis 90er-Wertungen angesiedelt ist, nicht hinzunehmen war.

Square Enix erkannte laut Fisher, dass der Zustand des Spiels die gesamte Marke in Gefahr bringen konnte. Daher reagierte das Unternehmen mit einer Reihe drastischer Maßnahmen, darunter:

  • Eine Entschuldigung von Yoichi Wada, CEO von Square Enix, mit der unverblümten Aussage: „Während seit dem offiziellen Launch des ‚Final Fantasy XIV‘-Dienstes mehr als zwei Monate vergangen sind, bedauern wir zutiefst, dass das Spiel noch nicht so viel Spaß macht, wie es ‚Final Fantasy‘-Fans von der Serie erwarten. Und dafür möchten wir uns aufrichtig entschuldigen.“
  • Verlängerung der kostenlosen Testversion (FFXIV hatte ein monatliches Abonnement, das 13 Dollar kostet), bis die Spielerfahrung verbessert werden konnte.
  • Einführung des neuen Produzenten Naoki Yoshida, der das Projekt übernahm. Yoshida hatte zuvor an einem anderen Projekt gearbeitet, das auf einer langjährigen Leidenschaft basiert. Aber er gab diese Arbeit auf, um die Franchise zu retten.
  • Ausführliche Interviews mit dem Team hinter dem Spiel über die Probleme und die Verpflichtung, das Spielererlebnis zu verbessern.
  • Ein regelmäßiger Blog (in Japanisch und Englisch) des neuen Produzenten mit Updates zum Fortschritt der verbesserten Version.
  • Ein internes Engagement der wichtigsten Mitarbeiter und Ressourcen, die erforderlich sind, um das Spiel von Grund auf neu zu gestalten.
  • Relaunch von „FFXIV: Realm Reborn“ im August 2013 (Metacritic Score von 83 auf PC und 86 auf PS4)
  • Die frühen Spieler wurden mit Preisnachlässen für Abonnements und exklusiven Gegenständen belohnt.

Nur die Entwickler können das Problem lösen

„Man hat kein PR-Problem“, so Fisher weiter. „Man hat ein Vertrauensproblem. Die Fans erwarten inzwischen ein gewisses Maß an Qualität und Erfahrung. Sie haben das Spiel vor dem Launch vorbestellt oder es gekauft, weil die Franchise ein hohes Ansehen hatte.“

„Das ist kein Problem, das eine PR-Agentur, ein Marketingmitarbeiter oder ein Community-Manager beheben kann. Probleme müssen entweder direkt vom CEO oder vom besten Entwickler des Spiels benannt werden“, so der Ex-CEO von Square Enix weiter.

Den Leuten von Blizzard empfiehlt Fisher, eine Roadmap zu „Diablo 4“ zu veröffentlichen. Und Bethesda soll offenlegen, wie die Probleme von „Fallout 76“ behoben werden können und wie das Unternehmen den Titel in den Griff bekommen möchte.

Den kompletten Gastbeitrag lest ihr auf Venturebeat.

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