Wolfenstein 2: Unzensierte US-Fassung landet nicht auf dem Index
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) kam in einer Sitzung zu dem Schluss, dass die US-Fassung des Shooters "Wolfenstein 2: The New Colossus" trotz der Nazi-Symbolik nicht auf den Index soll.
Wolfenstein 2: Unzensierte US-Fassung landet nicht auf dem Index
Auch in Deutschland dürfen in Spielen seit einiger Zeit bestimmte Symbole dargestellt werden.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat mitgeteilt, dass die US-Version von „Wolfenstein 2: The New Colossus“ nicht indiziert wird. Zu diesem Ergebnis kamen die Prüfer am 6. Dezember 2018 während einer Sitzung des 12er-Gremiums.

Diskutiert wurde dabei, ob mit der unzensierten Version eine mögliche Verharmlosung des Nationalsozialismus eintritt. Auslöser waren die Darstellung Adolf Hitlers sowie die Frage, ob der Nationalsozialismus durch seine Verwendung als Spielesetting eine Banalisierung erfahre bzw. ein die Persönlichkeitsentwicklung gefährdendes Geschichtsverständnis transportiert werden könne.

Gut-Böse-Zeichnung spielte eine Rolle

Das Gremium kam zu dem Schluss, dass diese Befürchtung nicht untermauert werden kann. „Insbesondere war bei der Entscheidungsfindung die im Spiel angelegte eindeutige ‚Gut-Böse-Zeichnung‘ und die historische Einordnung, in deren Kontext die Verwendung der NS-Symbolik erfolgt, zu berücksichtigen“, so die Bundesprüfstelle in einer Mitteilung.

Nachdem die hierzulande verkaufte Fassung bereits die USK-Prüfung durchlaufen ist und ohne Altersfreigabe auf den Markt gebracht werden konnte, bezog sich die Bewertung der US-Version im Wesentlichen auf die Wirkung der im Unterschied zur deutschen Fassung in ihrer Deutlichkeit gesteigerten Bezugnahmen auf den Nationalsozialismus.

Das gelte vor allem für die Darstellung von Hakenkreuzen und der Person Adolf Hitlers. „Aufgrund des jugendschutzrechtlich vorgegebenen Prüfumfangs war auch nicht über die strafrechtliche Relevanz hinsichtlich der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen im Sinne des § 86a Strafgesetzbuch (StGB) zu entscheiden“, heißt es weiter.

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