Red Dead Redemption 2: Kritik vom Last of Us- und Uncharted 4-Co-Director Bruce Straley
Der "The Last of Us"- und "Uncharted 4"-Co-Director Bruce Straley ist mit "Red Dead Redemption 2" nicht rundum zufrieden. Vor allem die eingeschränkte Spielerfreiheit zugunsten einer epischen Story sei ein Mangel.

Das im vergangenen Jahr veröffentlichte „Red Dead Redemption 2“ erhielt nach dem Launch überragende Wertungen. Perfekt ist das Western-Spiel allerdings nicht. Beispielsweise wünschen sich viele Spieler mehr Entscheidungsfreiheiten.

Dabei handelt es sich um eine Kritik, die auch Naughty Dogs Matthew Gallant und Bruce Straley, der Mitgründer des Studios, teilen. Beide fühlen sich im Fall von „Red Dead Redemption 2“ offenbar in ein Korsett gezwängt, das sie daran hindert, den Rockstar-Blockbuster so zu spielen, wie sie es gerne möchten.

Nicht vorgesehene Flankierung der Gegner scheiterte

In einer Twitter-Diskussion verwies Straley, der Naughty Dog 2017 verlassen hat, auf eine Szene, in der er durchaus dazu in der Lage gewesen wäre, die Gegner erfolgreich zu flankieren. Die Story sah einen solchen Ansatz allerdings nicht vor, was offenbar zum Ableben des Protagonisten führte. Straley im Wortlaut:

„Das Spiel brachte mich um, als ich versuchte, diese Mission zu flanken – wie bei so vielen RDR2-Story-Missionen. Sie brauchen mich, um das zu erledigen, was die Story erfordert, und behindern ständig meine Entscheidungen. Die Umgebung war offen und ich hatte die Skills, aber sie bestraften mich dafür, dass ich selbständig denke, anstatt mich zu belohnen.

Ich erinnere mich daran, was meiner Meinung nach Priorität haben sollte. Ich möchte weiter darüber nachdenken, wie wir die Mechanismen und Möglichkeiten würdigen können, die wir dem Spieler geboten haben, statt sie in Sequenzen zu zwängen, bei denen ich glaube, dass sie aufgrund der daraus resultierenden Story episch sind.“

Der goldene Pfad muss befolgt werden

Matthew Gallant, der bei Naughty Dog als Game Designer arbeitet, scheint mit „Red Dead Redemption 2“ ähnliche Probleme zu haben:

„Ich stimme dir vollkommen zu. Die Story-Missionen fühlen sich episch an, sie sind aber super fragil. Ich bin froh, dass sich bei Red Dead Redemption 2 die Mühe gemacht wurde, bei den Kernsteuerungen zu bleiben. Aber ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr Abweichungen vom goldenen Pfad hinnehmen würden, sodass die Spieler mehr Entscheidungsfreiheiten haben.“

Mit dieser Aussage traf er offenbar den Nerv von Straley, der zugleich einwarf, dass der Verzicht auf Spielerfreiheiten zugunsten einer epischen Story das Gegenteil bewirken kann.

„Absolut! Ich würde jedoch argumentieren, dass das Entfernen der Spielerentscheidungen zur Erzielung ‚epischer Geschichten‘ die Power der Interaktivität vollständig untergräbt. Es ist also nicht episch, weil ich frustriert bin, dass mir das Spiel einfach nicht vertraut. Dann klicke ich nur die Kästchen an, um die Zwischensequenzen zu starten.“

Gallant schloss die Diskussion mit den folgenden Worten ab:

„Dies ist besonders bei Red Dead Redemption auffällig, da einige der Entscheidungen, die man treffen möchte (Flankieren des Gegners, Planen eines anderen Ansatzes), vollständig von der Kernmechanik und der Motivation des Charakters geprägt werden. Da fühlt man wirklich die Hand des Designers.“

Ob die Entwickler von Naughty Dog ein besseres Resultat erzielen können, erfahren wir schon bald. Innerhalb des Unternehmens wird seit einigen Jahren an „The Last of Us: Part 2“ gearbeitet. Der Titel erscheint in absehbarer Zeit exklusiv für die PS4. Bruce Straley war an diesem Projekt nicht mehr beteiligt.

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