Google Stadia: Input-Lag über 160 ms und Artefakte
Digital Foundry hat sich den neuen Streamingdienst von Google angeschaut und dabei die Eingabeverzögerung (Input Lag) geprüft. Im Fall von "Assassin's Creed Odyssey" waren es über Stadia mehr als 160 ms.
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Google Stadia: Input-Lag über 160 ms und Artefakte
"Assassin's Creed Odyssey" kam beim Stadia-Test zum Einsatz.

Google hat die Streaming-Plattform Stadia angekündigt, die euch aufwändige AAA-Spiele auf eher schwachen Endgeräten spielen lässt, ohne dass ihr auf eine 4K-Auflösung oder 60 FPS verzichten müsst. Erreicht werden können diese Specs zumindest mit einer ausreichenden Internetanbindung. Später sollen sogar 8K mit bis zum 120 FPS ermöglicht werden.

Ein Knackpunkt dürfte die Latenz sein. Denn eure Eingaben werden zunächst vom jeweiligen Endgerät registriert, in das Rechenzentrum geschickt und dort verarbeitet, bevor die darauf aufbauenden Gameplay-Reaktionen zurück an euer Endgerät gesendet werden. Diesen technischen Gegebenheiten haben sich die Technikexperten von Digital Foundry angenommen.

Input-Lag über 160ms

Getestet wurde die Latenz anhand des Action-Adventures „Assassin’s Creed Odyssey“. Der Titel lief über Google Stadia mit 1080p und 30 FPS. Verwendet wurden außerdem eine 200 Mbit-Leitung und eine kablellose Verbindung zum Router. Der Input-Lag nach dem Druck auf einen Button lag bei etwa 166ms. Das ist kein allzu schlechter Wert. Bei einem Worst-Case Szenario – die Verbindung wurde auf 15 Mbit reduziert – kamen die Redakteure jedoch auf eine Eingabeverzögerung von 188ms.

Zum Vergleich: Die Xbox One X-Version von „Assassins Creed Odyssey“ hat eine Latenzzeit von etwa 145 ms und High-End-PCs liegen bei etwa 79 ms. Stadia ist somit nicht so reaktionsschnell wie eine native Hardware, aber der Unterschied hält sich zumindest bei einem Vergleich mit der Konsole in Grenzen.

Die Latenzzeit kann allerdings ein ernstes Problem werden, wenn Titel gespielt werden, die mehr Genauigkeit als „Assassins Creed Odyssey“ erfordern. Für Kampfspiele und Shooter sollte die Eingabeverzögerung möglichst unter 100 ms liegen. Ob Google derartige Werte erreichen wird, ist fraglich.

Spürbare Eingabeverzögerung bei Doom Eternal

Tatsächlich fällt die Eingabeverzögerung bei „Doom Eternal“ stärker ins Gewicht. Ein Redakteur von GameSpot konnte eine spürbare und störende Input-Verzögerung feststellen. Sie war leicht zu erkennen, da das Fadenkreuz nicht wie gewohnt auf die Bewegungen der angeschlossenen Maus reagierte. Es blieb „leicht zurück“.

Bei superschnellen Ego-Shootern, die auf Präzisionszielen basieren, könnte eine solche Verzögerung bereits das Aus bedeuten. Die Steuerung von „Doom Eternal“ mit einem Controller reduzierte die Eingabeverzögerung leicht.

Den Angaben eines Google-Mitarbeiters zufolge lief die „Doom“-Demo in einem speziellen Low-Latency-Modus mit einer konstanten Bildwiederholrate. Zum Einsatz kamen mittelhohe Grafik-Einstellungen und eine laut Google ausreichende Gesamtbildqualität.

Artefakte sichtbar

Zurück zu „Assassins Creed“: In Bezug auf die Bildqualität betonte Digital Foundry, dass „Assassin’s Creed Odyssey“ in detaillierteren oder actiongeladenen Szenen durchaus mit Artefakten zu kämpfen hatte. Dies sei auf den Video-Encoder von Google zurückzuführen. Probleme werden möglicherweise noch deutlicher, wenn Spiele mit 60 Bildern pro Sekunde laufen.

Davon abgesehen scheint Digital Foundry in Bezug auf Google Stadia ziemlich optimistisch zu sein, da es die beste Streaming-Erfahrung ist, die sie bisher hatten. Im folgenden Video werden euch weitere Details erklärt:

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