The Witcher 3 Wild Hunt: Leistungsdruck machte den Entwicklern zu schaffen
Bekanntermaßen konnte sich "The Witcher 3: Wild Hunt" zu einem der bestbewerteten Spiele dieser Generation aufschwingen. Inzwischen haben die Entwickler auch über den Leistungsdruck gesprochen, der letztendlich zu einer negativen Spirale an Gedanken geführt hatte.

Mit dem Fantasy-Rollenspiel „The Witcher 3: Wild Hunt“ war dem polnischen Entwicklerstudio CD Projekt RED der internationale kommerzielle Durchbruch gelungen. Man räumte zahlreiche Preise als bestes Spiel des Jahres 2015 ab und konnte sich in den Pantheon der Rollenspiel-Entwickler schlagen.

Der Drang nach Perfektionismus

Allerdings war man sich im Entwicklerstudio gar nicht so sicher, dass „The Witcher 3: Wild Hunt“ tatsächlich solch ein Erfolg werden könnte. So haben führende Mitarbeiter von CD Projekt RED in einem aktuellen Interview mit der GameStar verraten, dass man vor der Veröffentlichung einen negativen Tunnelblick hatte, der die kreativen Schwächen des Spiels besonders hervorgehoben hatte.

Dabei waren vor allem Kleinigkeiten wie fehlende Pflanzen oder schlecht versteckte Schätze ins Auge gestochen. Dies war für Level-Designer Miles Tost ein Problem, da man unbedingt eine möglichst glaubwürdige Spielwelt auf den Bildschirm zaubern wollte. Jedoch kam die Deadline schneller als gedacht, weshalb man früher oder später auch einen Schlussstrich ziehen musste. Da der finale Feinschliff zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen war, hätte jede Änderung einen neuen Bug heraufbeschwören können.

Intern hatte man den Eindruck, dass „The Witcher 3: Wild Hunt“ eine Katastrophe wird. Dies ist jedoch ein grundlegendes Problem mit Kreativarbeiten, da man stets Dinge entdeckt, die man noch besser machen könnte.

Der Leistungsdruck zerrt an den Nerven

Allerdings wollte Tost den Kollegen einen Streich spielen, um die Stimmung etwas aufzulockern.

Pünktlich zum Fall des Review-Embargos präsentierte er seinen Kollegen einen ersten Test mit einer Wertung von 78 Prozent. Dabei handelte es sich jedoch um einen Test zu dem ersten „The Witcher“-Teil, der ausschließlich für den PC erschien. Allzu witzig fanden dies die Kollegen jedoch nicht, nachdem der Leistungsdruck solch ein hohes Niveau erreicht hatte.

Im vergangenen Jahr äußerte sich auch Cory Barlog, Director hinter „God of War“, zu dem Leistungsdruck in der Videospielbranche und der Bedeutung von Kritiken. In einem Video wurde er zu Tränen gerührt, als er die Wertungen für das neueste Kratos-Abenteuer sah. Inzwischen räumt „God of War“ bei jeder Preisverleihung die höchsten Auszeichnungen ab.

Im Falle von CD Projekt RED hatten sich die Mühe und die Selbstzweifel letztendlich auch ausgezahlt, weswegen das kommende Action-Rollenspiel „Cyberpunk 2077“ sowohl eines der am meisten erwarteten als auch ambitioniertesten Projekte der nächsten Jahre darstellt. Kann man nur hoffen, dass auch in diesem Fall alles positiv endet.

Quelle: GamePro

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