BioWare: Crunch Time von „Anthem“ soll zu mentalen Problemen der Mitarbeiter geführt haben – Studioleitung äußert sich zur Kritik
Die Entwicklung des Sci-fi-Rollenspiels "Anthem" soll ein weiteres Mal die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter in Leidenschaft gezogen haben. BioWare hat sich zu der Kritik, die in einem aktuellen Artikel hervorgebracht wurde, geäußert.

Bereits nach der Veröffentlichung von „Mass Effect Andromeda“ machten Berichte die Runde, die von einer schädlichen Studiokultur bei BioWare Montreal sprachen. Dabei soll es einen starken Zwiespalt zwischen den leitenden Mitarbeitern und den restlichen Angestellten gegeben haben, der sich letztendlich auch in der Qualität des Spiels wiederspiegeln sollte. Das Studio wurde daraufhin auch geschlossen.

Mitte Februar brachten Electronic Arts und BioWare Edmonton mit „Anthem“ ein neues Sci-fi-Rollenspiel auf den Markt, das einmal mehr hinter den Erwartungen blieb und letztendlich mit Wertungen im 60er Bereich abgestraft wurde. Zwar arbeitet BioWare mit Hochdruck an Verbesserungen, jedoch offenbart einmal mehr ein Kotaku-Bericht von den desaströsen Zuständen hinter den Kulissen.

Depressionen und Angstzustände in epidemischer Rate

Demnach soll „Anthem“ einen brutale Crunch-Phase hinter sich haben, die letztendlich zu mentalen Problemen bei den Mitarbeitern führte. Dabei wird BioWare als ein Studio beschrieben, das sich in einer Krise befindet, da sich mehrere Mitarbeiter aufgrund des Stresses eine Auszeit nehmen mussten, um auch mentale Probleme behandeln zu lassen. Laut einer Quelle sollen Depressionen und Angstzustände im Studio grassieren.

Inzwischen hat sich BioWare in einem Blog-Eintrag zu dem Bericht geäußert und betont, dass man die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter sehr ernst nimmt. In den letzten Jahren habe man eine neue Führungsetage etabliert, die dabei geholfen haben soll, die Studiokultur und den kreativen Fokus deutlich zu verbessern. Intern sei der Crunch jedoch nie als Problem hervorgebracht worden, auch wenn es immer Raum für Verbesserungen gibt.

„Wir hören die Kritik, die heute durch die Leute in dem Artikel aufgeworfen wurde und wir untersuchen dies gemeinsam mit dem Feedback, das wir in unseren internen Teamumfragen erhalten. Wir haben uns eine Menge auf eine bessere Planung konzentriert, um die ‚Crunch Time‘ zu vermeiden und es war kein großes Feedback-Thema in unseren Untersuchungen.“  

Spieleentwicklung stellt große Herausforderung dar

Des Weiteren wird betont, dass es immer eine der schwierigsten Herausforderungen der Unterhaltungsbranche sein wird, Spiele und neue Marken zu erschaffen. Man versucht alles, um die Arbeit gesund und stressfrei zu machen, auch wenn man immer etwas verbessern könnte.

„Als ein Studio und ein Team akzeptieren wir jegliche Kritik, die uns für die Spiele, die wir machen, entgegenkommt, vor allem von unseren Spielern. Der kreative Prozess ist oft schwierig. Die Anstrengungen und Herausforderungen der Kreation von Videospielen sind sehr real, aber die Belohnung etwas, das wir erschaffen haben, in die Hände unserer Spieler zu geben, ist großartig.“

„Die Leute in dieser Industrie stecken so viel Leidenschaft und Energie in die Erstellung etwas Unterhaltsames. Wir sehen nicht den Wert darin uns gegenseitig oder die Arbeit eines anderen herunterzureißen. Wir glauben nicht, dass Artikel, die das tun, unsere Industrie und unser Handwerk besser machen.“

BioWare legt den kompletten Fokus auf die eigenen Spieler und möchte „Anthem“ für die eigene Community verbessern. Man bedankt sich bei den Fans für ihre Unterstützung. Nichtsdestotrotz hatte eine Quelle betont, dass sie die Menge an „Stressopfern“ bei den Entwicklungen von „Mass Effect Andromeda“ sowie „Anthem“ nicht mehr zählen kann.

Da kann man nur hoffen, dass sich die Studioleitung der Kritik annimmt und die Studiokultur weiter verbessert, um zukünftig die Gesundheit der Mitarbeiter nicht mehr zu gefährden.

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