Take-Two: Publisher nicht von Abodiensten überzeugt – Interesse am Streaming
Take-Two glaubt an die Zukunft von Streamingdiensten wie Google Stadia. Weniger überzeugend findet das Unternehmen Abo-Services wie EA Access oder Xbox Game Pass. Am Ende möchte der Publisher jedoch dort sein, wo die Kunden sind.
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Take-Two: Publisher nicht von Abodiensten überzeugt – Interesse am Streaming
Take-Two ist in Bezug auf Stadia und Co optimistisch.

Mehrere Publisher und Analysten sind der Meinung, dass Abodienste das nächste große Zugpferd der Branche sein werden. Deutlich skeptischer ist der Take-Two-CEO Strauss Zelnick. Allzu viel scheint er von Angeboten wie EA Access oder Xbox Game Pass nicht zu halten.

Aufgeschlossener ist Zelnick hingegen in Bezug auf die Streaming-Dienste. Laut seiner Aussage möchte Take-Two stets auf den Plattformen vertreten sein, auf denen die Verbraucher aktiv sind. Das heißt, sollte es aus geschäftlicher und kreativer Sicht Sinn, wäre der Publisher dabei.

„Man muss diese Schnittstelle in Geschäftsmodellen finden, die den Kunden und allen anderen, die an der Wertschöpfungskette beteiligt sind, dienen“, so Zelnick. „Und das könnte für Abonnements in diesem Bereich eine kleine Herausforderung darstellen, da die Leute Videospiele anders konsumieren als eine lineare Unterhaltung.“

Zelnick betonte, dass der durchschnittliche amerikanische Haushalt etwa fünf Stunden pro Tag und 150 Stunden pro Monat mit linearen Programmen wie Fernsehen und Filmen verbringt. Die interaktive Unterhaltung, darunter Videospiele, würde in den amerikanischen Haushalten im Schnitt nur 1,5 Stunden täglich oder 45 Stunden monatlich ausmachen.

Aboangebot für Spieler weniger interessant

Ein Abonnement-Service sei für TV- und Filminhalte sinnvoll, da sich die Leute zum größten Teil viele verschiedene Programme oder Filme ansehen, die sie schnell beenden, bevor sie sich mit etwas Neuem beschäftigen. Das mache ein All-you-can-eat-Modell wie Netflix attraktiv. Mit einzelnen Videospielen verbringen die Leute hingegen deutlich mehr Zeit, was ein solches Aboangebot laut Zelnick weniger interessant macht.

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„Im Fall von Videospielen ist es denkbar, dass der durchschnittliche Nutzer in den 45 Stunden ein, zwei, vielleicht drei Titel spielt, sicherlich nicht 70 Titel“, so seine weiteren Worte. „Wenn man in diesem Fall ein, zwei oder drei Titel spielt und diese monatelang hintereinander nutzt, was in der [Videospielwelt] häufig vorkommt, ist ein Abonnementmodell für den Kunden möglicherweise nicht besonders geeignet.“

Letztendlich müsse abgewartet werden, welche Vorlieben die Kunden entwickeln. Take-Two geht aufgeschlossen an die neuen Angebote heran. „Wir wollen dort sein, wo der Kunde ist“, so der Take-Two-Geschäftsführer. „Aber ich glaube nicht, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass das Abonnement für interaktive Inhalte so umfangreich sein wird, wie es sich für Musik, Filme und Fernsehen bewährt hat. Aber wir werden sehen.“

Take-Two ist am Streaming interessiert

Weniger skeptisch ist Zelnick in Hinblick auf die neuen Streaminganbieter wie Stadia. Er glaubt an eine großartige Gelegenheit. „Wir sind sehr optimistisch, was die Streaming-Technologie angeht, mit der unsere Spiele Verbrauchern angeboten werden können, die derzeit keinen Zugang zu ihnen haben. Das versprechen, sich bei einem Dienst praktisch ohne Hindernisse und ohne eine Box haben zu müssen anmelden zu können und unsere Spiele auf jedem Gerät der Welt spielen zu dürfen – und das mit einer geringen Latenz, nun, das ist sehr unwiderstehlich, wenn es so geliefert werden kann.“

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„Die Leute bei Google haben zumindest angekündigt, dass es geliefert wird und es wird in relativ kurzer Zeit geliefert. Konzeptionell wollen wir dort sein, wo der Verbraucher ist. Wir unterstützen neue Teilnehmer am Markt. Und wir glauben an Streaming-Dienste. Wir brauchen Geschäftsmodelle, die für uns sinnvoll sind, aber bisher sind wir ziemlich optimistisch“, so Zelnick abschließend.

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