God of War: Reboot beinahe ohne Kratos – Cory Barlog nennt die Hintergründe
Ein "God of War" ohne Kratos? Unvorstellbar. Doch tatsächlich zogen es die Entwickler in Erwägung, die Reihe ohne den Antihelden fortzusetzen. In einem aktuellen Interview ging Cory Barlog auf die Hintergründe ein.
PS4

Kratos ist seit dem Beginn der „God of War“-Reihe ein fester Bestandteil der Spiele. Vor einigen Jahren sah es allerdings so aus, dass die Geschichte des Kriegsgottes mit „God of War 3“ ein Ende findet. Doch im Reboot kehrte er mit seinem Sohn zurück. Es hätte auch anders kommen können. Es gab durchaus Ideen und Pläne, auf Kratos zu verzichten.

Während eines Interviews auf der Gamelab in Barcelona plauderte der Game Director Cory Barlog über die Richtungsänderung des Spiels und betonte dabei, dass Kratos beinahe verbannt wurde. „Zu Beginn der Diskussion meinten die Leute, dass wir Kratos loswerden müssten“, so Barlog. „Es war, als wäre er nervig und am Ende.“

Der Charakter hatte ausgedient, so das Gefühl

Kratos begann sein Leben als Antiheld zu einer Zeit, als Antihelden in Spielen selten waren, so die weiteren Worte von Barlog. Er war so konzipiert, dass er äußerst unsympathisch wirkte, was bereits 2005 Sinn machte. Doch nach drei Hauptspielen hatten einige Mitglieder des „God of War“-Teams das Gefühl, dass der Charakter ausgedient hätte.

Sie schlugen einen neuen Protagonisten vor und argumentierten, dass die Mythologie des Spiels für die Marke „God of War“ wichtiger sei als der Charakter. „Kratos ist nicht God of War – die griechische Mythologie ist God of War“, so die damalige Ansicht. Barlog argumentierte jedoch, dass es eine großartige Geschichte zu erzählen gäbe, wie man einen solchen Mann vor seinen schlimmsten Impulsen retten könne.

„Sie mochten den Charakter wirklich nicht. Sie wollten einen neuen Charakter. Es hat viel Arbeit gekostet, um sie zu überzeugen, dass es eine gute Idee wäre“, so Barlog rückblickend.

Kratos hatte einen guten Grund, sich zu verändern. Es war sein Sohn Atreus, der im Reboot als Schüler und moralischer Kompass auftritt. Aber auch der Nachwuchs hätte es beinahe nicht in das Spiel geschafft. „[Kratos einen Sohn zu geben] war anfangs keine populäre Entscheidung“, heißt es weiter.

Die „alte Garde“ von Sony Santa Monica befürchtete, die Konsequenz wäre eine Eskortenmission über das gesamte Spiel hinaus. Doch Barlog verwies auf Naughty Dogs „The Last of Us“, bei dem ein ähnlicher Ansatz gewählt wurde, der gut funktionierte. Letztendlich war es eine Frage der Spielmechanik.

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Der Druck, Atreus aus dem Spiel zu nehmen, erreichte in der Mitte der Entwicklung von „God of War“ einen Höhepunkt, als Animatoren und Programmierer um die Zeit und die Ressourcen rangen, die erforderlich waren, um seine Rolle im Spiel zu verstehen. „Es gab einen Punkt, an dem wir Atreus komplett herausschneiden wollten. Das lag hauptsächlich am Budget.“

Barlog schrieb einen Pitch für ein „God of War“-Spiel ohne Atreus, „nur als Backup“. Aber dieser wurde nie offiziell an das Management geschickt.

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