Xbox Scarlett: xCloud und Entwickler-Fokus – Insider nennt Gründe für Lockhart-Verzicht
Microsoft wird Ende des kommenden Jahres wohl nur eine Konsole auf den Markt bringen. Das abgespeckte Modell, das bisher nicht offiziell angekündigt wurde, ist offenbar vom Tisch. Dafür gibt es gute Gründe.

Nachdem in den vergangenen Monaten davon ausgegangen wurde, dass Microsoft mit zwei Konsolen in die neue Generation starten wird, legte eine kürzliche Aussage von Phil Spencer nahe, dass es bei einer Konsole bleibt. Im Rahmen der E3 2018 sprach das Xbox-Oberhaupt tatsächlich von „Konsolen“. Gemeint war damit – so zumindest die neuste Definition – auch die Xbox One S All-Digital Edition, die inzwischen auf dem Markt verweilt.

In den vorangegangenen Gerüchten war jedoch die Rede davon, dass es sich bei Xbox Scarlett um eine übergreifende Bezeichnung für die beiden Modelle Anaconda (Highend-Konsole) und Lockhart (Einsteigermodell) handelt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob Spencer im vergangenen Jahr bei seinem Verweis auf „Konsolen“ (Plural) die Xbox Scarlett und die Xbox One S All-Digital Edition meinte, oder damals tatsächlich zwei Next-Gen-Konsolen geplant waren.

Entwickler sollen sich auf eine Konsole konzentrieren

Thurrott, geführt von Brad Sams, möchte inzwischen Einzelheiten erfahren haben. Auf Basis von Informationen aus dem Umfeld von Microsoft heißt es in einem Bericht, dass sich die Entwickler nur auf eine Konsole konzentrieren sollen und es zu kompliziert geworden wäre, die Spiele direkt für zwei unterschiedliche Xbox-Konsolen anzupassen.

Die Befürchtung bestand offenbar darin, dass sich die Entwickler zu sehr auf die schwächere Konsole (Lockhart) konzentriert und Spieler auf der Highend-Konsole lediglich eine hochskalierte Version mit optischen Einbußen erhalten hätten. Denn eine Hochskalierung wäre während der Entwicklung einfacher als eine Herabstufung der Grafikqualität.

In den Bereichen Grafikqualität und Performance hätte es bei einem solchen Szenario einen klaren Nachteil gegenüber der PS5 gegeben. Und Microsoft ist natürlich bestrebt, nicht schon im Launch-Zeitraum in die Defensive zu gelangen. Übrigens hören wir derartige Aussagen nicht zum ersten Mal:

Project xCloud macht Lockhart überflüssig

Offenbar gibt es einen weiteren Grund, der gegen die Xbox Lockhart sprach. Microsoft bereitet den Game-Streaming-Dienst Project xCloud vor, der eine abgespeckte Konsole im Grunde überflüssig macht.

Denn mit dem Cloud-Dienst können Spiele auf die meisten Endgeräte gebracht werden, die eine gewisse Mindestvoraussetzung erfüllen, darunter Low-End-PCs, alte Konsolen und Smartphones. Auf Basis dessen wurde Lockhart für Microsoft laut Thurrott zunehmend zu einem Hindernis.

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„Obwohl Microsoft mit der One S, X und All-Digital-Edition derzeit über mehrere Konsolen verfügt, erleichtert die Rationalisierung der nächsten Generation dem Unternehmen die Konzentration auf ein Gerät“, heißt es im Artikel weiter. „Angesichts der Tatsache, dass die Gewinnspannen bei der Hardware geringer sind und Microsoft eigentlich nur Spiele verkaufen möchte, egal auf welcher Plattform, macht es durchaus Sinn, ein Flaggschiff zu verkaufen und xCloud für alles andere anzubieten.“

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